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Achtung, Französisch gefordert!

Wussten Sie, dass es in Quebec eine „Sprachpolizei“ gibt?

Wer in Quebec in ein Restaurant geht, sollte des Französischen mächtig sein
Wer in Quebec in ein Restaurant geht, sollte des Französischen mächtig sein Foto: dpa picture alliance

Es hört sich absurd an, ist aber wahr. In Kanadas Provinz Quebec achtet eine Sprachpolizei darauf, dass Französisch gesprochen wird. Noch absurder: Erst kürzlich wurden Worte wie Cocktail und Pasta in der Speisekarte erlaubt. TRAVELBOOK weiß, welche Worte man sonst noch in Quebec vermeiden sollte.

Für fast 80 Prozent der acht Millionen Einwohner der Provinz Quebec ist Französisch die Muttersprache. Natürlich können sich auch alle auf Englisch verständigen, wobei Englisch keine Amtssprache ist. Um für den korrekten Gebrauch der französischen Sprache in der Provinz zu sorgen, wurde ein Büro für Sprache eingerichtet. Wer in Quebec nämlich zu wenig Französisch spricht, trifft auf die Sprachpolizei – und die hat ordentlich zu tun.

Die Sprachpolizei rückt regelmäßig in Quebec aus

4000 Beschwerden soll das Büro für Sprache in Quebec jährlich erhalten. Bürger wenden sich an das Amt, wenn sie sich nicht gut genug auf Französisch informiert fühlen. Linguisten sorgen dort dafür, dass etwa auf Straßenschildern Arrêt statt Stop steht. Ihr Ziel ist es, die französische Sprache zu schützen, wie der Tagesspiegel schreibt.

Dabei gehen sie mitunter weit. Ein Konditor musste sogar Bußgeld zahlen, weil auf seinem Schaufenster so viele anderssprachige Aufschriften waren, dass die französische Aufschrift in den Schatten gestellt wurde. Nicht mal im Restaurant ist man vor der Sprachpolizei sicher – auch hier gelten strenge Regeln. Ist ein Menü mehrsprachig, soll die französische Variante immer fetter gedruckt sein als andere Sprachen. Nach langem Streit dürfen Worte wie Pasta und Cocktail nun unübersetzt in der Speisekarte stehen. Früher musste das französische „Cocquetel“ angeschrieben werden.

Konsumenten haben in Québec übrigens das Recht, auf Französische bedient zu werden. Die Begrüßung lautet meist „Bonjour, Hello“ – danach wird entschieden, in welcher Sprache es weiter geht.

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Die vielleicht knappste Wahl aller Zeiten

Die Einwohner von Québec gelten schon lange als eigenwillig. Der Wunsch nach einer Loslösung von Kanada wurde mehrmals laut, gilt aber nicht als umsetzbar. Die Chance ist vertan: 1995 stimmten bei einem Unabhängigkeitsreferendum 50,58 Prozent der Wählenden für einen Verbleib bei Kanada. Heute gilt Québec immerhin als „Nation innerhalb eines geeinten Kanadas“.

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Das Zentrum des Bundesstaats, Montréal, wurde von Franzosen gegründet, kam im 18. Jahrhundert aber in britische Herrschaft. Durch die vielen Migranten, die in die Stadt strömten, wurde damals wieder hauptsächlich Englisch gesprochen. Vor allem deshalb wird jetzt viel Wert darauf gelegt, das Französische sichtbar zu machen.

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