Dispatchwork – schon mehr als 100 Städte machen mit!

Darum zieht ein Berliner um die Welt und repariert Mauern mit Bauklötzen

Weil er es satt hatte, in grauen Städten zu leben, fing ein Berliner Künstler an, Löcher in Mauern mit bunten Lego-Steinen zu stopfen: eine einfach, aber geniale Idee, die Nachahmer in aller Welt gefunden hat. Mittlerweile kann man die bunten Reparaturen an Bauwerken in Madrid, Mexiko-Stadt oder Budapest bewundern. Wie zeigen eine Auswahl.

So sieht es aus, wenn Menschen aus aller Welt Jan Vormanns Idee weitertreiben – und Löcher in Mauern und Gehwegen mit bunten Bauklötzen stopfen
So sieht es aus, wenn Menschen aus aller Welt Jan Vormanns Idee weitertreiben – und Löcher in Mauern und Gehwegen mit bunten Bauklötzen stopfen
Foto: dpa Picture-Alliance, instagram.com/pqnafranco, wikimedia/CCBY2.0/Arne Hendriks

Dass man vor einem Kunstwerk steht und sprichwörtlich Bauklötze staunt, kann bei großer Begeisterung schon mal vorkommen. Beim Kunstprojekt „Dispatchwork“ von Jan Vormann ist es aber buchstäblich gemeint. Denn der in Berlin lebende Künstler arbeitet nicht mit Pinsel und Farbe, bei ihm kommen Lego-Steine zum Einsatz, mit denen er Löcher in Mauern, Treppen und Gehwegen stopft – und das überall auf der Welt.

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Bereits seit 2007 verschönert er auf diese Weise kaputte Gemäuer, bringt Farbe und Freude in die Stadt. „Ich finde keinen Gefallen daran, in langweiligen und grauen Städte zu leben“, beschreibt er seine Motivation auf seiner Webseite. So hat Vormann nach eigenen Angaben in genau diesen langweiligen Städten gelebt, und stetig versucht, öffentliche Bereiche schöner zu gestalten – was ihm mit „Dispatchwork“ augenscheinlich gelungen ist.

Oftmals wurden die Gemäuer, die Vormann mit den Bauklötzen ausbessert, im Krieg zerstört, oder es handelt sich um marode Wände von Häusern, deren Bewohner nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen, um sie zu reparieren.

Lückenfüller: Spielzeugsteine in der Backsteinfassade des Instituts für Kultur- und Kunstwissenschaften der Humboldt-Universität in Berlin

Lückenfüller: Spielzeugsteine in der Backsteinfassade des Instituts für Kultur- und Kunstwissenschaften der Humboldt-Universität in Berlin. Foto: dpa Picture-Alliance

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Menschen weltweit machen mit

„Ich mag es sehr, mit Objekten zu arbeiten, von denen jeder ein vorgefasstes Bild hat“, verriet Vormann in einem Interview mit dem Kunstmagazin „hifructose.com“. Das Gute an diesen spielerischen Elementen bei seiner Arbeit sei, dass sie Menschen eher anzieht, als sie abzuschrecken. „Lego ist ein Material, das Leute mögen“, und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Miteinander entstehe, sei somit einfach größer.

Und genau das ist es, was „Dispatchwork“ inzwischen ausmacht. So hat Vormann bereits das Straßenbild in rund 40 Städten wie New York City, Barcelona, Quito und Amsterdam verschönert, wie er „Wired.de“ erzählte. Doch schaut man sich die interaktive Karte auf der Webseite des Projekts an, sind dort mehr als 70 weitere Städte zu finden. Grund dafür ist die Eigendynamik, die das Projekt mittlerweile entwickelt hat. Längst ist es nicht mehr nur Vormann selbst, der Mauern mit Bauklötzen repariert, auch Schulklassen, Studenten und Hobby-Architekten aus aller Welt reichen Fotos von ihren ganz eigenen Lego-Wänden ein.

So findet man dort Beispiele aus Boston, Hongkong, La Vega in der Dominikanischen Republik, São Paulo – und sogar die Chinesische Mauer bekam schon ein Umstyling. Auch Menschen aus deutschen Städten wie Wuppertal, Bamberg und Mönchengladbach haben an der Kunstaktion teilgenommen.

Viele posten ihre Ergebnisse anschließend auf Instagram. Eine Auswahl der schönsten haben wir hier zusammengestellt:

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Brick repair

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