Poveglia sorgt weiter für Diskussionen

Reicher Italiener ersteigert Spuk-Insel vor Venedig

Über kaum eine Insel kursieren so düstere Geschichten wie über Poveglia vor Venedig. Doch als das Pachtrecht für das „verfluchte“ Eiland versteigert werden sollte, wehrten sich die Venezianer und planten, zunächst Geld und das Schicksal der Insel selbst in die Hand zu nehmen. Ein aussichtsloser Kampf, der nun doch eine Art Happy End erleben könnte. Denn ein italienischer Unternehmer, Luigi Brugnaro, bekam den Zuschlag.

Über kaum eine Insel kursieren so düstere Geschichten wie über Poveglia vor Venedig. Doch als das Pachtrecht für das „verfluchte“ Eiland versteigert werden sollte, wehrten sich die Venezianer und planten, zunächst Geld und das Schicksal der Insel selbst in die Hand zu nehmen. Ein aussichtsloser Kampf, der nun doch eine Art Happy End erleben könnte. Denn ein italienischer Unternehmer, Luigi Brugnaro, bekam den Zuschlag.

Auch wenn Poveglia aufgrund der Vergangenheit als Friedhof für Pest-Opfer, Quarantäne-Insel und Psychiatrie als „verflucht“ und von Geistern heimgesucht gilt, so erschien den Venezianern der Spuk, den eine touristische Luxus-Anlage auf der Insel vor Venedig verbreiten würde, schlimmer als jede Horrorgeschichte, die über den Ort erzählt wird.

„Poveglia per tutti“, Poveglia für alle, nannte sich darum die Bürgerinitiative, die mit einer Art Crowdfunding versucht hatte, die unbewohnte Insel zu ersteigern, um sie vor einer Zukunft als Urlaubsresort zu bewahren. 99 Euro Beitrag zahlten die Mitglieder – in der Hoffnung, auf diese Weise ausreichend Geld zusammenzubekommen, um das Pachtrecht für die Gemeinschaft zu ersteigern.

Es besteht Hoffnung

Das hat leider nicht geklappt: Die Auktion ist beendet, „Poveglia per tutti“ konnte den Bieterwettstreit nicht für sich entscheiden. Doch nicht etwa ein ausländischer Großinvestor aus China oder ein reicher Scheich bekam für 513.000 Euro den Zuschlag, sondern ein italienischer Unternehmer: Luigi Brugnaro, reicher Chef einer Jobvermittlungsfirma. Und obgleich die Venezianer die Gefahr noch immer nicht gebannt sehen, dass für Poveglia nun das nächste düstere Kapitel seiner Geschichte beginnt, können sie sich zumindest Hoffnungen machen.

Brugnaro, so zitiert der britische „Guardian“ seinen Sprecher Alvise Sperandio, habe zwar noch nicht entschieden, was aus Poveglia werden soll, doch er verspreche, dass die Insel für die Öffentlichkeit zugänglich bleibe und er 20 Millionen Euro in die Sanierung der dortigen Gebäude – etwa in die Ruinen der Heilanstalt für psychisch Kranke, die Kirche und das Gefängnis – stecken wolle.

Die Summe sei „surreal” gewesen

Dass er das Pachtrecht ersteigert habe, sei für die Venezianer gewesen, so Sperandio weiter, „um den Kauf durch Araber und Chinesen zu verhindern“. Nun wolle Brugnaro den Bürgermeister von Venedig treffen und sich mit den Menschen vor Ort über die Zukunft von Poveglia beraten. Das klingt eigentlich ganz im Sinne der Bürgerinitiative, doch die – kämpft weiter.

Jetzt fordern die Bürgerrechtler, das Angebot von 513.000 Euro für nichtig zu erklären. Grund: Die Summe sei „surreal“. Dabei lag „Poveglia per tutti“ mit dem eigenen Gebot gar nicht so sehr darunter: Immerhin 440.000 Euro hatte die Bürgerinitiative sammeln können. Und noch ist das allerletzte Wort nicht gesprochen. Denn die Agentur, die sich um die Auktion kümmert, hat noch bis Mitte Juni Zeit, das Angebot Brugnaros zu bestätigen.

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