30. April 2026, 17:17 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Alleine verreisen? Immer wieder liest man davon, wie befreiend, ermutigend und bestärkend das sein soll. TRAVELBOOK-Autorin Katharina Regenthal hat’s ausprobiert – und kann es nicht uneingeschränkt empfehlen. Für sie überwiegen nicht die positiven Aspekte. Warum, erfahren Sie hier.
Um eines schon mal vorwegzunehmen: Ich weiß natürlich, dass jeder Mensch anders ist, andere Bedürfnisse hat und eben auch anders Urlaub macht. Nachdem ich zuletzt vier Tage alleine auf einem Kreuzfahrtschiff verbracht habe (wo man natürlich nie so richtig alleine ist), komme ich zu dem Schluss: Für mich ist das nichts. Und ich finde es gar nicht schlimm. Meine Gründe sind ganz verschieden und ich möchte sie hier einmal genauer erklären.
Alleine reisen ist herausfordernd
Der Hauptgrund, der gegen das Alleinereisen für mich spricht, ist eine Charaktereigenschaft von mir, die viele vermutlich eher als nicht ganz so positiv ansehen. Denn ich gebe es zu: Ich bin ziemlich anhänglich. Klar, bin ich auch mal gerne alleine. Vor allem zu Hause ist das nicht das Problem. Dann mache ich es mir gemütlich, esse mein liebstes Essen und gönne mir ein Spaßgetränk. Außerhalb meiner vier Wände kann ich das allerdings nicht so sehr genießen. Mir würde es nie einfallen, einfach am Wochenende in die Stadt zu gehen und alleine ein Stück Kuchen zu essen. Warum? Weil es mir einfach überhaupt keine Freude bereitet.
Und genau so ist das auch im Urlaub. Da will ich nicht alleine neue Dinge erleben, sondern am liebsten direkt mit meinen Lieblingsmenschen. Erst dann kann ich das so richtig genießen. Woran das liegt? Ich glaube, das hat verschiedene Gründe.
Zum einen rede ich wahnsinnig gerne (das dürften die meisten Menschen in meinem Umfeld bestätigen können). Jetzt werden Sie vielleicht denken: Reden ist doch wunderbar, wenn man alleine verreist. Small Talk ist allerdings nicht mein Ding und ich quatsche lieber mit den Menschen, die ich kenne. Denn es kostet mich einfach mehr Anstrengung und ich bin nie so frei und entspannt, wenn ich meinem Gegenüber nicht so nahestehe.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich gibt es auch Gespräche mit Menschen, die man gerade erst kennengelernt hat, die total Spaß machen. Und ich hatte das Glück, dass ich während meiner Mini-Kreuzfahrt mich schnell in guter Gesellschaft wiedergefunden habe. Und trotzdem: Der perfekte Urlaub sieht für mich anders aus.
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Urlaub sieht für mich anders aus
Wenn ich im Urlaub neue Dinge erlebe, dann will ich mich direkt darüber austauschen – mit meinem Mann, meiner Familie, meinen Freundinnen. Es trübt meine Freude, wenn ich die tollen Klippen, den wunderschönen Strand oder die niedliche Stadt alleine erleben „muss“.
Ich kann natürlich die Vorteile nachvollziehen, die viele beim Alleinereisen sehen. Unabhängig sein, alles nach den eigenen Bedürfnissen entscheiden können. Und ich fühle mich tatsächlich auch unabhängig und so richtig „erwachsen“. Aber viel mehr Glück und Freude ziehe ich dann doch einfach aus den gemeinsamen Urlauben und den gemeinsamen Erlebnissen. Mit den Menschen, die ich liebe, kann ich das alles besser genießen. Ich bewundere Menschen, die sich ganz alleine auf große Reisen begeben und die Welt erkunden – aber ich bin auch ziemlich happy mit meiner Entscheidung: in Zukunft wieder gemeinsam Urlaub zu machen.
Die Reise wurde unterstützt von „MSC Cruises“. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.