In französischer Stadt

Wer das Rätsel um diesen mysteriösen Stein löst, bekommt 2000 Euro

Michel Paugam, der Stadtrat von Plougastel-Daoulas, zeigt einem Reporter von AFP die geheimnisvollen Schriftzeichen
Michel Paugam, der Stadtrat von Plougastel-Daoulas, zeigt einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP die geheimnisvollen Schriftzeichen
Foto: Getty Images

Bislang hat außerhalb Frankreichs wohl kaum jemand je von Plougastel-Daoulas gehört. Doch jetzt macht die beschauliche 13.000-Einwohner-Gemeinde, die sich auf einer Halbinsel im äußersten Nordwesten der Bretagne erstreckt, international von sich reden. Auslöser für die plötzliche Bekanntheit ist die mysteriöse Inschrift auf einem großen Stein nahe der Atlantikküste. Weil es bislang niemandem gelungen ist, die Schriftzeichen zu entziffern, hat die Gemeinde einen ungewöhnlichen Aufruf gestartet.

Der Felsbrocken mit den geheimnisvollen Schriftzeichen liegt an einer schwer zugänglichen Stelle an der Steinküste, die nur bei Ebbe erreichbar ist, wie die französische Nachrichtenseite france.info berichtet. Von der Existenz des Felsens weiß man in Plougastel-Daoulas zwar schon länger, nur ist es bislang niemandem gelungen, die Zeichen darauf zu entschlüsseln. Deshalb hat die Gemeinde nun demjenigen, der das Rätsel endlich löst, eine Belohnung von 2000 Euro versprochen.

„Die Inschrift ist ein Rätsel und deshalb haben wir diesen Aufruf gestartet“, sagt Véronique Martin von der Gemeinde Plougastel-Daoulas, die das Projekt betreut, auf Nachfrage von TRAVELBOOK. „Auf den Betrag von 2000 Euro haben wir uns geeinigt, weil uns das als angemessen und ehrlich für die Arbeit erschien, die man dafür erbringen muss.“

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Was ist auf dem Felsen zu sehen?

Wie Projektleiterin Martin erläutert, sind auf einer glatten Oberfläche des Felsens größtenteils Großbuchstaben eingraviert, aber auch Zeichnungen, darunter ein Segelboot. „Außerdem stehen dort die Jahreszahlen 1786 und 1787. Sie sind in den Text integriert, aber das heißt nicht automatisch, dass die Inschriften auch zu diesem Zeitpunkt entstanden sind.“ Erstmals schriftlich erwähnt worden sei der Felsen erst im Jahr 1979, allerdings habe man schon vorher von seiner Existenz gewusst.

Dominique Cap, der Bürgermeister von Plougastel-Daoulas, sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP, es gebe Vermutungen, dass die Schriftzeichen aus dem Baskischen stammen. Andere wiederum seien überzeugt, dass es sich um altes Bretonisch handeln müsse. Genau wisse es aber niemand.

Plougastel-Daoulas , Stein

Die Zeichen auf dem Stein in der bretonischen Gemeinde Plougastel-Daoulas stammen vermutlich aus dem 18. Jahrhundert
Foto: Getty Images

Einige Bewerbungen sind schon eingegangen

Bislang seien sechs Zuschriften  im Rathaus der Stadt angekommen, sagt Véronique Martin. „Allerdings sind diese noch nicht begutachtet worden.“ Eine Jury, bestehend unter anderem aus dem Bürgermeister und Sprachwissenschaftlern von der Universität der nahen Stadt Brest, werde alle eingereichten Dokumente überprüfen und dann entscheiden.

Bis das Rätsel um die mysteriöse Inschrift von Plougastel-Daoulas gelöst ist, werden allerdings noch einige Monate vergehen: Bis zum 30. November haben Interessierte noch Zeit, ihre Übersetzung einzureichen und durch fundierte Recherche und seriöse Quellen zu belegen. Das Geld soll dann je nach Ergebnis an eine einzelne Person gehen oder auf mehrere Personen verteilt werden. TRAVELBOOK bleibt dran.

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