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Rätselhafte Reliquie

Forscher lüften neue Geheimnisse um „Grabtuch von Jesus“

Das Turiner Grabtuch gibt der Menschheit seit Jahrhunderten Rätsel auf. Ist es tatsächlich das Grabtuch von Jesus?
Das Turiner Grabtuch gibt der Menschheit seit Jahrhunderten Rätsel auf. Ist es tatsächlich das Grabtuch von Jesus? Foto: picture alliance / abaca | Vandeville Eric
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Yannic Stock
Co-Redaktionsleiter

2. April 2026, 13:44 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Seit Jahrhunderten gibt das Turiner Grabtuch der Menschheit Rätsel auf. Ist es wirklich das Leichentuch, in dem Jesus begraben wurde? Forscher haben nun spannende neue Erkenntnisse veröffentlicht.

Nicht nur auf Gläubige übt das Turiner Grabtuch eine enorme Faszination aus. Das Leinentuch, das seit dem 16. Jahrhundert im Turiner Dom aufbewahrt und in unregelmäßigen Abständen der Öffentlichkeit gezeigt wird, soll Jesus nach seiner Kreuzigung umhüllt haben. Es zeigt auf Vorder- wie Rückseite die (schwachen) Umrisse eines bärtigen Mannes.

Grabtuch von Jesus tauchte im 14. Jahrhundert auf

Aber der Reihe nach – denn in den vergangenen Jahrzehnten haben sich laut „Daily Mail“ mehr als 170 wissenschaftliche Studien des Grabtuchs angenommen. Und dabei sind sie zu durchaus unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. So hätten bereits 1988 gleich drei voneinander unabhängige Labore eine Radiokarbonanalyse durchgeführt, bei der man ermittelt hätte, dass das Tuch nicht viel älter als rund 700 Jahre sein könne. Den Berichten zufolge sei man konkret zu dem Schluss gekommen, dass das Tuch zwischen 1260 und 1390 n. Chr. hergestellt worden sei. Ein weiteres Indiz dafür, warum Experten wie Laien an der Echtheit des Grabtuchs zweifeln

Denn dies würde das Grabtuch auf ziemlich genau die Zeit datieren, zu welcher es „auftauchte“: Laut „Daily Mail“ hat man das Tuch erstmals in den 1350er-Jahren der Öffentlichkeit präsentiert. Zuvor habe der französische Ritter Geoffroi de Charny das Tuch dem Dekan der Kirche von Lirey in Frankreich übergeben und es zum „Heiligen Grabtuch“ erklärt. Seit 1578 werde es in der Kathedrale San Giovanni Battista in Turin aufbewahrt.

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Neue Analysen zeigen Erstaunliches

Neue wissenschaftliche Analysen, von welchen u.a. die „Economic Times“ unter Berufung auf das Fachmagazin „Scientific Reports“ berichtet, bringen nun aber erneut Erstaunliches ans Licht. Laut den Berichten haben Forschende mittels moderner Sequenzierungsmethoden DNA von Menschen, Tieren und Pflanzen ermittelt, die auf einen möglichen Ursprungsort des Turiner Grabtuchs hinweisen: Indien.

Die examinierten Staubpartikel und Fasern, die laut „The Independent“ bereits 1978 aus dem Tuch entnommenen Material stammen, zeigten den Berichten zufolge deutliche Verknüpfungen zum indischen Subkontinent: Die menschliche DNA könne zu einem erheblichen Teil in Südasien zu findenden Abstammungslinien zugeordnet werden; die pflanzliche DNA stamme von Pflanzenarten wie der Augenbohne, die in Indien heimisch ist. Laut „Economic Times“ war das altertümliche Indien zudem ein Hochzentrum für die Herstellung hochwertiger Textilien.

Wertvolle Einblicke, aber keine finale Erkenntnis

„Die Analyse der auf dem Turiner Grabtuch gefundenen DNA-Spuren deutet auf eine möglicherweise umfangreiche Exposition des Stoffes im Mittelmeerraum hin sowie auf die Möglichkeit, dass das Garn in Indien hergestellt wurde“, zitiert „The Independent“ den Forscher Gianni Barcaccia von der Universität von Padua. Insgesamt würden die früheren und aktuellen Ergebnisse wertvolle Einblicke in die geografische Herkunft der Personen liefern, die im Laufe ihrer historischen Reise durch verschiedene Regionen, Bevölkerungen und Epochen mit dem Grabtuch in Kontakt gestanden hätten, heißt es im Weiteren.

Dass das Grabtuch offenbar mit verschiedenen Individuen in Kontakt gekommen sei, erschwere laut den Forschern jedoch die Möglichkeit, seine „ursprüngliche DNA“ zu identifizieren, schreibt „The Independent“.

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