Von London bis Madeira

8 außergewöhnliche Gärten in Europa

Jardim Botânico da Madeira
Vorne kunstvoll angeordnete Pflanzen, hinten der Atlantik und die Stadt Funchal: Naheliegend, dass das Parterre des Jardim Botânico da Madeira ein besonders beliebtes Fotomotiv ist.
Foto: Daniela David

Eine Welle bunter Mohnblumen mitten in Paris, riesigen Magnolien im Tessin oder Zitronen in London: Botanische Gärten sind meist mehr als nur eine Pflanzenschau, sondern Orte der Überraschungen, der Ruhe und der Ästhetik.

Botanische Gärten haben nicht alle Urlauber bei ihren Reisen auf dem Zettel. Zu Unrecht, denn ein Besuch in einigen der schönsten Gärten Europas zeigt: Es warten wunderbare Ausblicke, echte Exoten und manchmal auch geradezu malerische Eindrücke.

Royale Gärten mit Weltruhm: die Kew Gardens in London

Kew Gardens Pflanzensamenbank

Die Londoner Kew Gardens sind berühmt für ihre Pflanzensamenbank. Besucher lockt aber eher das weitläufige Areal mit 80 Hektar Fläche an.
Foto: Foto: Daniela David

Ein Muss, nicht nur für Pflanzenliebhaber: Der Kew Garden im Londoner Stadtteil Richmond ist mit seinen weitläufigen 80 Hektar Fläche einer der bedeutendsten botanischen Gärten überhaupt – mit Pflanzenarten aus der ganzen Welt. In der Forschung haben die royalen botanischen Gärten mit ihrer riesigen Pflanzensamenbank Weltruhm erlangt. „Viele unserer Pflanzen sind bereits vom Aussterben bedroht“, erzählt Scott Taylor, der hier Leiter des Gartenbaus ist. „Deshalb versuchen wir, die Samen von so vielen Arten wie möglich zu sichern.“

Versteckt im Wohnviertel: der Chelsea Physic Garden in London

Neben Kew mutet der Chelsea Physic Garden, Londons ältester botanischer Garten, winzig an. Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt er im feinen Stadtteil Chelsea. Wegen seiner Nähe zur Themse und der schützenden Mauern herrscht hier ein mildes Mikroklima. Eine gute Voraussetzung für Zitrusgewächse aus südlicheren Gefilden wie Grapefruit, Zitrone und Bergamotte. Ein idyllischer Garten mit mediterranem Touch mitten in London.

Wo die Magnolien wachsen: der Parco Botanico Eisenhut im Tessin

Eisenhut im Tessin

Die Pflanzen, die Alpen, der Lago Maggiore. Diesen Ausblick haben Besucher im Botanischen Garten Eisenhut im Tessin. Foto: Daniela David

Der Botanische Garten Eisenhut am Monte Gambarogno mit Blick auf den Lago Maggiore ist vor allem für eine Pflanze bekannt: die Magnolie. „Mit 600 Arten gilt unsere Magnoliensammlung als größte der Welt“, meint der Eigentümer Rito Eisenhut.

Im sonnenverwöhnten Kanton Tessin auf der Südseite der Schweizer Alpen ist es warm genug für diese Ziergehölze mit den beeindruckenden Blütenblättern. Einige der Magnolien messen mehr als zehn Meter Höhe.

Farbige Geometrie: der Jardim Botânico da Madeira in Funchal

Jardim Botânico da Madeira

Im Jardim Botânico da Madeira gedeihen auch exotische Pflanzen wie diese tropischen Palmfarne. Foto: Daniela David

Eine Seilbahn führt von der Altstadt Funchals zu dem 300 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Jardim Botânico da Madeira in Portugal. Beim Anblick der Parterre zücken die meisten Besucher die Kamera. Dort bilden auf einem Plateau Pflanzen in kontrastreichen Farben geometrische Muster – mit dem Atlantik als Hintergrund.

„Bei uns gedeihen exotische Pflanzen“, erklärt die Fremdenführerin Amélia Carvalho und zeigt auf riesige Strelitzien, einen markanten Drachenbaum und tropische Palmfarne (Cycadales). Diese Urzeitpflanzen sehen aus wie Palmen mit Farnblättern. Es gibt aber auch einheimische Gewächse in dem Garten zu sehen, etwa den speziellen Madeira-Lorbeer. „Ursprünglich war das ganze Eiland mit Lorbeerwald bedeckt.“

Auch interessant: Die besten Tipps für einen Urlaub auf Madeira

Mohnblumen wie ein Gemälde: der Jardin des Plantes in Paris

Jardin des Plantes von Paris

Wie Tupfen auf einem impressionistischen Gemälde: So wirken im Frühjahr die malerischen Mohnblumenbeete im Jardin des Plantes von Paris. Foto: Daniela David

In einer schier unendlich langen Rabatte wogt im Jardin des Plantes im Herzen von Paris eine Welle aus bunten Mohnblumen. Die zarten Blütenblätter erinnern an Tupfen auf impressionistischen Gemälden. Touristen fotografieren sich unter den rosa blühenden, japanischen Kirschbäumen. Und das Seine-Ufer ist in diesem botanischen Garten, der zum Museum für Naturgeschichte gehört, ganz nah.

Lindenvielfalt: die Jardins de Coursiana in Frankreichs Südwesten

Jardins de Coursiana in La Romieu

Die Jardins de Coursiana in La Romieu in Frankreichs Südwesten warten mit einer Fülle blühender Pflanzen auf. Foto: Daniela David

In La Romieu im Südwesten Frankreichs liegen die Jardins de Coursiana. „Wir betonen es gar nicht, dass wir ein botanischer Garten sind“, erzählt die Besitzerin des Parks, Véronique Delannoy. „Sonst denken die Leute vielleicht, bei uns sei es langweilig.“ 700 seltene Bäume und Gehölze aus fünf Kontinenten stehen hier, darunter 60 verschiedene Arten von Linden.

Asiatische Flora: der älteste botanische Garten der Niederlande

Botanischer Garten in Leiden

Der botanische Garten in Leiden ist der älteste in den Niederlanden. Foto: Daniela David

Seit mehr als 400 Jahren gibt es den botanischen Garten in Leiden, zwischen Den Haag und Amsterdam gelegen. „Er ist der älteste in den Niederlanden“, erklärt Paul Keßler, der deutsche Direktor des Hortus Botanicus. „Er wurde bereits im Jahr 1590 als akademischer Garten der Universität angelegt.“ Die holländische Ostindien-Kompanie brachte seltene Pflanzen aus den Tropen mit nach Hause – der Anfang einer großen Sammlung von südostasiatischer Flora in Leiden.

Utrecht – ein echter Geheimtipp in den Niederlanden!

Kunst zwischen Blätterwerk: der Real Jardin Botanico in Madrid

Pfeiffenputzerstrauch

Im Sommer erstrahlen die Pfeiffenputzersträuche im Real Jardin Botanico von Madrid in einem satten Rot.
Foto: Daniela David

Ein schmiedeeiserner Zaun umfasst den Real Jardin Botanico, den Königlichen Botanischen Garten, in Madrid. Er liegt gleich neben dem berühmten Prado-Museum. Und auch zwischen dem Blätterwerk ist Kunst zu sehen, hier ragen mannshohe Statuen spanischer Botaniker heraus.

Rot wie Feuer leuchten die Blüten des Granatapfels aus Asien und die weichen zylinderförmigen Quasten des Pfeifenputzerstrauchs. Stachlig wirkt die Cardo de Huerta, eine Art spanischer Artischocke.

Gut zu wissen: Die Gärten sind nicht alle ganzjährig geöffnet und kosten zumeist Eintritt. Als Reisezeit bieten sich oft das Frühjahr und der Sommer an – dann blüht besonders viel.