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Er wütet alle sechs Stunden

Saltstraumen – der stärkste Strudel der Welt in Norwegen

Saltstraumen
Der mächtige Saltstraumen bewegt etwa alle sechs Stunden unvorstellbare WassermassenFoto: Getty Images

Nahe der norwegischen Stadt Bodø kann man ein gefährliches Naturwunder beobachten. Der Saltstraumen ist der stärkste Strudel der Welt. Etwa alle sechs Stunden bewegt er schier unglaubliche Wassermassen. Dennoch riskieren heute immer wieder Todesmutige ihr Leben, um ihm ganz nah zu sein.

Es ist eine Menge, die kaum vorstellbar erscheint: 400 Millionen Kubikmeter Wasser. Diese Massen bewegen sich nahe der norwegischen Stadt Bodø etwa alles sechs Stunden, wenn hier ein wahrhaft spektakuläres Naturwunder erwacht: der Saltstraumen. Zum Vergleich: In ein 50 Meter langes Schwimmbecken, das 20 Meter breit und 3 Meter tief ist, passen 3000 Kubikmeter Wasser. Und obwohl der Norwegen-Strudel lebensgefährlich sein kann, ist es heute ein Touristenhighlight, ihm ganz nah zu kommen.

Der Saltstraumen entsteht, wenn sich bedingt durch Ebbe und Flut alle sechs Stunden die eingangs erwähnten Wassermassen verschieben. Dabei bewegen sie sich zwischen dem Saltfjord und dem Skjerstadfjord hin und her, werden quasi immer wieder verschoben. Drängt das Wasser vom Meer aus in den engen Saltfjord, nimmt es dabei massiv an Geschwindigkeit zu, wird bis zu 40 KiIometer pro Stunde schnell.

Beängstigende Dimensionen

Saltstraumen
Der Saltstraumen in Norwegen ist ein gefährlicher Gezeitenstrom – und dennoch (oder gerade deswegen) ein TouristenhighlightFoto: Getty Images

Das liegt zum einen an dem Höhenunterschied von bis zu einem Meter zwischen dem Meer und dem Saltfjord. Es ist quasi, als fließe das Wasser bergab, wodurch es natürlich schneller wird. Begünstigt wird das Phänomen dadurch, dass der Fjord mit nur 150 Metern Breite vergleichsweise eng ist, wodurch das Wasser zusätzlich an Gewalt entfaltet. Dadurch bildet sich letztlich der Strudel. Und dessen Dimensionen sind einzigartig.

Der Saltstraumen kann einen Durchmesser von bis zu zehn Metern erreichen, im Zentrum des Strudels Tiefen von bis zu fünf Metern. Was ihm zu nahe kommt, wird unweigerlich hinab gesogen, denn das Wasser des Saltsstraumen dreht sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 37 Stundenkilometern. Es wird angenommen, dass das Naturwunder bereits seit etwa 2000 Jahren besteht.

Ein gefährliches Vergnügen für Touristen

Saltstraumen
Ein Boot mit Touristen fährt neben Wasserstrudeln im Saltstraumen. Kein seltener Anblick. Foto: dpa Picture Alliance

Beim Saltstraumen handelt es sich nicht nur um den stärksten Gezeitenstrudel der Welt, sondern auch um den zweitgrößten. Kein Wunder also, dass er früher Seefahrern Stoff für Legenden lieferte. Laut verschiedenen Quellen soll das gefährliche Naturwunder bereits 60 Menschen das Leben gekostet haben. Umso verblüffender, dass um das tödliche Wasser mittlerweile ein regelrechter Touristenhype entstanden ist.

So gibt es diverse Touranbieter, die Ausflüge zum Saltstraumen anbieten. Mit Schnellbooten kann man ihm ganz nahe kommen. Die Website der Stadt Bodø informiert sogar über die Möglichkeiten, nahe des Strudels zu schnorcheln oder zu tauchen. Zudem sind seine Gewässer wegen des Fischreichtums bei Anglern überaus beliebt. Schiffe, die in den Saltfjord einfahren müssen, warten aber in der Regel lieber ab, bis sich der Strudel wieder beruhigt hat. Denn wenn das Wasser den Saltfjord wieder verlässt, legt es sich für ein paar Stunden, und dann ist er gefahrlos navigierbar.

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Immer wieder machen aber auch Berichte von Abenteurern sprachlos, die sogar noch weiter gehen. So wagten es 2016 zum Beispiel drei Brüder aus England, durch den Saltstromen zu schwimmen, während er quasi „aktiv“ war. Ebenfalls 2016 durchquerten zwei Norweger die gefährlichen Wasser mit einem Ruderboot. Ganz klar: Bitte nicht nachmachen, das ist lebensgefährlich! Wem das alles zu haarsträubend ist, für den gibt es eine gute Nachricht. Man kann das Spektakel auch ganz gefahrlos von der nahen Saltstraumen-Brücke aus beobachten. Wann der Saltstraumen aktiv ist, sehen Sie hier. Es gibt auch Live-Bilder von dem Strudel.

Quellen