21. Januar 2026, 11:52 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Polarlichter einmal mit eigenen Augen zu sehen, steht vermutlich bei vielen auf der Bucket-List. Magisch, faszinierend und jedes Mal einzigartig, tritt das Naturspektakel der Polarlichter vor allem in den Herbst- und Wintermonaten auf. TRAVELBOOK erklärt, was die Himmelslichter sind und wie man die beste Chance hat, diese zu erleben.
Die Polarlichter (wissenschaftlich: „Aurora borealis“) ziehen Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann. Um die besondere Aufführung der Natur zu erleben, reisen viele Urlauber nach Skandinavien und Kanada. Doch auch an anderen Orten auf der Welt kann man das faszinierende Naturphänomen betrachten. Und auch in Deutschland werden immer wieder Polarlichter gesichtet. Warum das so ist und wie die faszinierenden Himmelslichter entstehen, erfahren Sie hier.
Übersicht
Warum sieht man Polarlichter in Deutschland?
Um die spektakulären Polarlichter zu erleben, musste man zuletzt nicht mehr weit reisen. Viele hatten das Glück, hier in Deutschland die Lichter am Himmel zu sehen. Seit etwa 2024 wird das bunte Spektakel immer häufiger wahrgenommen. Doch woran liegt das? Die Antwort ist ganz einfach: Die Aktivität der Sonne verläuft in einem etwa elfjährigen Rhythmus. Während die Aktivität der Sonne steigt oder sinkt, passiert das auch mit der Anzahl an Sonnenstürmen, schreibt „National Geographic“. Demnach wurde die geringste Aktivität zuletzt Ende 2019 verzeichnet. Das nächste Maximum liegt zwischen 2024 und 2026 – also genau jetzt. Aus diesem Grund haben wir auch hier in Deutschland immer mal wieder die Chance, Polarlichter zu sehen. Tatsächlich gibt es sogar eine Website, auf welcher die Nordlichter in Deutschland vorhergesagt werden.
Wo gibt es sonst Polarlichter zu sehen?
Wie der Name der Himmelsphänomene schon verrät, sind die Himmelslichter vor allem in den Polarregionen zu sehen. Das Erdmagnetfeld sorgt dafür, dass die geladenen Teilchen sich vor allem in der Polarregion aufhalten. Nordlichter sind am besten auf der Nordhalbkugel in Norwegen und Island zu sehen. Auf der Südhalbkugel sind Australien, Neuseeland und südliche Teile Argentiniens gute Orte, um die Lichter zu entdecken.
Bei guten Bedingungen kann auch in Astrid Lindgrens Heimat Schweden das Himmelsleuchten beobachtet werden. Als einer der besten Orte der Welt, um Polarlichter zu sehen, gilt Abisko in Nordschweden.
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Wann ist die Saison für Polarlichter?
Die „Polarlichtsaison“ erstreckt sich auf der Nordhalbkugel über den Zeitraum von September bis März. In dieser Zeit sind die Lichter am besten zu entdecken, da die Nächte länger sind. Demnach ist es zwischen April und August tendenziell zu hell. Die beste Voraussetzung zum Beobachten der Nordlichter ist ein klarer Himmel. Durch Wolken oder auch Lichteinflüsse der Stadt sind die Polarlichter eventuell da, aber für uns nicht sichtbar. Wer also das Leuchten mit großer Wahrscheinlichkeit und ohne Hilfsmittel am Himmel sehen möchte, sollte seine Reise in den Norden zwischen September und März planen. Außerdem sollte man viel Geduld mitbringen, da einige Faktoren für das Sichten der Lichter relevant sind. Auf der Südhalbkugel sind die Nordlichter übrigens am besten von März bis September zu sehen.
Wie entstehen Polarlichter?
Der Sonnenwind sendet Elektronen in alle Richtungen, was die Sauerstoff- sowie Stickstoffatome innerhalb der Erdatmosphäre anregt. Wenn die Atome in ihren normalen Zustand zurückkehren, strahlen sie Licht aus. 100 bis 400 Kilometer entfernt von diesem Zusammenspiel, auf der Erde, sehen wir dies dann als Polarlicht. Je nachdem, welches der Atome angeregt wurde, erscheint eine andere Farbe am Himmel.
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Wie entstehen die Farben?
In Rot, Grün, Blau und diversen Mischfarben rollen die Leuchtphänomene über das Himmelszelt. Die Farbe der Polarlichter hängt davon ab, welches angeregte Atom das Licht ausstrahlt. Zudem sind die Höhe und Region der Atmosphäre relevant, in welchen es entsteht. Kollidieren die Teilchen etwa in einer Höhe von rund 100 bis 150 Kilometern mit Sauerstoffatomen, leuchten grüne Polarlichter auf. Bei einer Höhe von 150 bis 600 Kilometern entstehen durch angeregte Stickstoffatome rote, blaue und violette Farben. Mischfarben wie Pink, Gelb oder Weiß können jedoch auch auftreten.
Wie fotografiert man Polarlichter?
Da Nordlichter sich sehr unterschiedlich schnell bewegen, gibt es keine grundsätzliche Anleitung für Fotografen. Um gute Ergebnisse zu bekommen, muss man je nach Situation neu experimentieren. Polarlicht-Fotografie bedeutet Nachtfotografie – um die Belichtungszeit abzukürzen, gehört zur Ausrüstung unbedingt eine Spiegelreflexkamera mit lichtstarkem Objektiv. Um möglichst viel aufs Bild zu bekommen und eine räumliche Tiefe zu erzielen, bietet sich ein Weitwinkelobjektiv an. Die Belichtungszeit sollte nicht länger als 10 Sekunden betragen, ansonsten ISO-Einstellung erhöhen. Autofokus funktioniert bei der Polarlicht-Fotografie gar nicht, dasselbe gilt für den Blitz – das polare Leuchten ist einfach viel zu weit entfernt. Also: Fokus auf „unendlich“ und Blitz aus! Als Zubehör sind ein Stativ und ein Fernauslöser unbedingt empfehlenswert.

