2. Juli 2025, 13:29 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
In Portugal hat ein seltenes Wetterphänomen in Form einer gigantischen Rollwolke für Panik unter Strandbesuchern gesorgt. TRAVELBOOK erklärt, was es damit auf sich hatte und wie das Naturphänomen entsteht.
Im Netz kursieren derzeit Videos, die an der Nord- und Zentralküste Portugal entstanden sind und für Erstaunen sorgen: Sie zeigen, wie sich über dem Meer eine kilometerlange, walzenartige Wolke zusammenbraut, die sich bedrohlich auf das Festland zubewegt. „Diese Wolke rollte heran wie ein regelrechter Tsunami“, schreibt ein User auf der Social-Media-Plattform X zu seinem Video. Darin ist das ganze Ausmaß des Naturereignisses zu sehen, bei dem es sich um eine sogenannte Rollwolke handelt.
Wie entstehen Rollwolken?
„Rollwolken bilden sich, wenn kalte Luftmassen – zum Beispiel nach einem Gewitter oder an einer Kaltfront – unter wärmere, feuchtere Luft gleiten und diese nach oben schieben. Dabei kann sich über mehrere Kilometer eine waagerechte Wolkenwalze bilden“, erklärt Dominik Jung vom Wetterdienst wetter.net auf TRAVELBOOK-Nachfrage. „Der Clou: Unterschiedliche Windrichtungen in den Luftschichten darüber und darunter setzen die Wolke regelrecht in Rotation. Dadurch entsteht der Eindruck, als würde sie sich wie eine Rolle über den Himmel drehen – ruhig, gleichmäßig und oft völlig losgelöst von den restlichen Wolken am Himmel.“
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Sind Rollwolken gefährlich?
„Auch wenn sie bedrohlich wirken kann, ist eine Rollwolke für sich genommen harmlos“, erklärt Wetterexperte Jung. Sie zeige allerdings oft an, dass in ihrer Nähe kräftige Böen oder ein Wetterumschwung bevorstehen. „Besonders eindrucksvoll ist die Erscheinung, wenn sie sich wie eine weiße Wand über eine Stadt schiebt – solche Szenen erinnern fast an einen Science-Fiction-Film.“
Können Rollwolken auch in Deutschland entstehen?
In Deutschland sind Rollwolken dem Meteorologen zufolge zwar selten, kommen aber durchaus vor. „Vor allem an der Küste, etwa bei Rostock oder auf den Nordseeinseln, können sie bei bestimmten Wetterlagen auftreten. So sorgte im Juli 2015 eine spektakuläre Rollwolke über Mecklenburg-Vorpommern für Schlagzeilen und faszinierende Bilder in den sozialen Netzwerken.“
Dominik Jung ist Diplom-Meteorologe und Klimaexperte beim Wetterportal wetter.net. Er hat in Mainz Atmosphärische Wissenschaften und Meteorologie studiert. Im April dieses Jahres ist in der Münchner Verlagsgruppe sein Buch „Alles, was du übers Wetter wissen musst“ mit interessantem Wissen rund um das Thema Wetter erschienen.