Naturphänomen

Wo kann ich Polarlichter sehen und wie entstehen sie?

Der Himmel über den norwegischen Lofoten leuchtet bunt
Beeindruckend: Der Himmel über den norwegischen Lofoten leuchtet bunt
Foto: Getty Images

Viele träumen davon, einmal in den Norden zu reisen und mit eigenen Augen Polarlichter zu sehen. TRAVELBOOK erklärt, wie die magischen Erscheinungen entstehen, wie man sie am besten fotografiert – und wo man diese Nordlichter auch sonst noch gut sehen kann.

Wie entstehen Polarlichter?

Wo gibt es Polarlichter zu sehen?

Wie der Name schon sagt, treten die Himmelsphänomene, die wissenschaftlich „Aurora borealis“ bezeichnet werden, besonders in einem Gürtel rund um die magnetischen Pole auf, also in den Polargebieten. Nordlichter sind am besten über dem Norden Schwedens, Finnlands, in Island, Alaska, der Südspitze Grönlands, im nördlichen Kanada und an der Nordküste Sibiriens zu sehen.

Gibt es eine Saison für Polarlichter?

Die „Polarlichtsaison” beschränkt sich hauptsächlich auf das Winterhalbjahr, wo dann nördlich des Polarkreises die Sonne wochen- oder monatelang gar nicht aufgeht. Wer das Leuchten am Himmel sehen möchte, sollte seine Reise in den hohen Norden also zwischen September und März planen. Aber auch schon im August wurden Polarlichter entdeckt.

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Wie entstehen die Farben?

In Rot, Grün, Blau und diversen Mischfarben rollen die Leuchtphänomene über das Himmelszelt. Die Farbe hängt von den jeweiligen Bestandteilen der Atmosphäre sowie von der Höhe ab, in der das Leuchten entsteht. Kollidieren die Teilchen etwa in einer Höhe von rund 100 bis 150 Kilometern mit Sauerstoffatomen, leuchten grüne Polarlichter auf. Zwischen 150 bis 600 Kilometern entstehen durch angeregte Stickstoffatome rote, blaue und violette Farben.

Wie fotografiert man Polarlichter?

Da Nordlichter sich sehr unterschiedlich schnell bewegen, gibt es keine grundsätzliche Anleitung für Fotografen. Um gute Ergebnisse zu bekommen, muss man je nach Situation neu experimentieren. Polarlicht-Fotografie bedeutet Nachtfotografie – um die Belichtungszeit abzukürzen, gehört zur Ausrüstung unbedingt eine Spiegelreflexkamera mit lichtstarkem Objektiv. Um möglichst viel aufs Bild zu bekommen und eine räumliche Tiefe zu erzielen, bietet sich ein Weitwinkelobjektiv an. Die Belichtungszeit sollte nicht länger als 10 Sekunden betragen, ansonsten ISO-Einstellung erhöhen. Autofokus funktioniert bei der Polarlicht-Fotografie gar nicht, dasselbe gilt für den Blitz – das polare Leuchten ist einfach viel zu weit entfernt. Also: Fokus auf „unendlich“ und Blitz aus! Als Zubehör sind ein Stativ und ein Fernauslöser unbedingt empfehlenswert. Mehr Tipps gibt es hier:

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Kann man Polarlichter auch in Deutschland sehen?

In unseren Breiten sind Polarlichter leider sehr selten. Theoretisch können wir aber bei Sonnenstürmen auch über Deutschland etwa vier bis acht mal pro Jahr Polarlichter erkennen. Dass auch von Deutschland aus Polarlichter zu sehen sein werden, hält der Wissenschaftler Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau bei Göttingen zwar für unwahrscheinlich, schließt es jedoch auch nicht ganz aus. Hierzulande wären sie dann sowieso nicht so imposant, wie im hohen Norden Europas. Ein kleiner, grüner Schimmer am nächtlichen Horizont – viel mehr ist in Deutschland nicht zu erwarten.