27. Januar 2026, 11:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ursprünglich an den Stadtrand verdrängt, sind in Thailands Hauptstadt Bangkok inzwischen wieder vermehrt Warane zu sehen. Was das für die Anwohner und Touristen bedeutet.
Thailands Hauptstadt ist ein Sammelsurium an Straßen und Hochhäusern, Einkaufszentren, Märkten und Sehenswürdigkeiten – und mittendrin im thailändischen Großstadtrummel offenbar ein optimaler Lebensort für Warane. So finden sich im Lumphini-Park mitten in Bangkok mindestens mehrere hundert Bindenwarane, die zweitgrößte Waranenart nach den berüchtigten Komodowaranen. Und das, obwohl sie eigentlich umgesiedelt wurden.
Rückkehr nach Umsiedlung
Vor gut zehn Jahren machten Wildhüter in Bangkok Jagd auf die dort lebenden Warane. Jogger, Radfahrer und Anwohner hatten sich über die Riesenechsen im zentralen Lumphini-Park beschwert, und so siedelte man schließlich in einer großangelegten Aktion rund 400 Tiere um. Statt in Bangkoks Zentrum sollten diese fortan in einem Tierreservat rund hundert Kilometer westlich der Stadt leben. Das berichtete unter anderem die „Deutsche Welle“.
Die Warane haben jedoch ihren Weg zurück in die thailändische Hauptstadt gefunden. Oder die verbliebenen Riesenechsen haben sich schlicht vermehrt. Aktuell soll es Schätzungen zufolge tausende Bindenwarane in Bangkok geben, wie etwa die „BBC“ schreibt. Diese leben in dem bei Joggern und Spaziergängern beliebten Lumphini-Park, umgeben von Geschäftsvierteln und Hochhäusern, sowie entlang der Hauptstraße Rama IV Road. Sie leben auch in etlichen der fast 1.700 Kanäle der thailändischen Hauptstadt. Und wie der Reiseführer „Thailand Sun“ und die „BBC“ übereinstimmend berichten, breiten sich die Warane immer weiter in der thailändischen Hauptstadt aus.
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Sind Bangkoks Warane gefährlich?
„Die Bangkok Metropolitan Administration (BMA) sucht nun nach Wegen, um das Gleichgewicht zwischen der wachsenden Reptilienpopulation und den Stadtbewohnern zu wahren“, schreibt „Thailand Sun“. Denn obgleich so manch ein Beobachter die bis zu drei Meter langen, gemächlich schreitenden Echsen faszinierend findet, ist ihr Aufkommen auch mit Ängsten verbunden. Allein ihres Aussehens wegen, muten die rund 25 Kilogramm schweren Tiere mit ihren gespaltenen Zungen an wie eine Mischung aus Drache und Rieseneidechse. Manch einer dürfte auch an ein Krokodil denken, wenn sie gemächlich aus dem Wasser steigen. Doch obwohl sie mindestens beeindruckend, wenn nicht gar beängstigend aussehen, sind Bangkoks Warane nicht giftig und für den Menschen erst einmal ungefährlich. Für Haustiere gilt das jedoch nicht.
Die in Thailand beheimateten Wasserwarane sind laut „Thailand Sun“ als „Aasfresser und Jäger kleinerer Tiere und in Bangkok auch als Müllfresser bekannt“. Demnach fressen sie tote Tiere, Fische, Frösche und Vögel, Eier und auch kleinere Säugetiere, unter anderem Ratten. Auch an mitgebrachten Picknicks im Park könnte sich der ein oder andere dort sonnende Waran vergreifen. Menschen greifen sie jedoch nicht an und meiden Körperkontakt. Zumindest solange sie sich nicht bedroht fühlen, wie es der Thailand-Reiseführer schreibt. Dann können sie mit ihren kräftigen Kiefern und scharfen Krallen auch Menschen Verletzungen zufügen. Abstand halten ist entsprechend angebracht.
Laut des Reiseführers gehören die in Bangkok ansässigen Wasserwarane mit dem wissenschaftlichen Namen Varanus salvator zur Familie der Varanidae. Sie sind eng verwandt mit Komodowaranen. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst Feuchtgebiete, Kanäle, Flüsse und Sümpfe. Heute breiten sich Bangkoks Warane laut „Thailand Sun“ so weit aus, dass man sie auf Straßen und Fußwegen außerhalb des Parks zu sehen bekommt. Und sogar in Häusern werden regelmäßig Warane gesichtet. Entsprechend bedrohlich empfinden etwa Anwohner die Reptilien, besonders jene mit Haustieren.
„Um das Problem in den Griff zu bekommen, erwägt die BMA mehrere Maßnahmen“, erklärt „Thailand Sun“. Dazu gehörten unter anderem die öffentliche Aufklärung über einen respektvollen Umgang, ebenso wie Säuberungen von Parks und Kanälen, „um den Waranen weniger Nahrung zu bieten und sie so auf natürliche Weise aus den städtischen Gebieten fernzuhalten“.