Forscher warnen! Hochgiftiger Fisch breitet sich weiter in Europa aus
Dank des Klimawandels breitet sich der Kugelfisch immer mehr im Mittelmeer aus Foto: Getty Images/ picture alliance/dpa | Anne Pollmann (Collage: TRAVELBOOK)
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Karoline Schweers
Redakteurin
19. Juni 2026, 15:16 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Der Hasenkopf-Kugelfisch gehört zu den giftigsten Fischen der Welt und kommt normalerweise vor allem in tropischen Gewässern vor. Inzwischen breitet sich das invasive Raubtier vermehrt im Mittelmeer in Griechenland aus. TRAVELBOOK klärt auf, was Reisende jetzt wissen sollten.
An der Küste Attikas, bei Lefkandi oder auch bei Eretria sorgt der Hasenkopf-Kugelfisch derzeit für Unruhe. Die invasive Fischart breitet sich seit einigen Jahren im Mittelmeer aus – vor allem in Griechenland, aber auch in Kroatien und in der Türkei. Nur wenige Milligramm des Gifts des Kugelfischs können für Menschen tödlich sein. Forscher befürchten eine immer weitere Ausbreitung und schlagen Alarm.
Gift des Kugelfischs lähmt und kann tödlich sein
Der Kugelfisch verfügt über ein extrem starkes Gift, das Tetrodotoxin, welches beim Verzehr zu ernsthaften Gesundheitsproblemen bis hin zum Tod führen kann. Es befindet sich vor allem in den Keimdrüsen und der Leber des Fisches, aber auch auf der Haut. Bereits ein bis zwei Milligramm können einen Menschen töten. Viele Laien erkennen einen Kugelfisch lediglich, wenn er sich aufbläht. Touristen sollten vor allem bei Fischen mit einer kantigen Schnauze, markanten Schneidezähnen und einem silbernen Streifen am Bauch vorsichtig sein. Auf gar keinen Fall sollte man den Hasenkopf-Kugelfisch mit bloßen Händen berühren!
Das Griechische Rote Kreuz hat jetzt sogar offiziell Erste-Hilfe-Tipps veröffentlicht, sollte man einmal von einem solchen Kugelfisch gebissen werden. So soll die Wunde sofort mit sauberem Wasser und Seife gereinigt werden. Außerdem sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen, damit tiefe Schnitte chirurgisch behandelt werden können und der Tetanusschutz überprüft wird. Die betroffenen Extremitäten müssen hochgelagert und Druck auf die Wunde ausgeübt werden.
In einer Studie von kroatischen Wissenschaftlern heißt es, dass die invasive Fischart vor allem aufgrund ihres aggressiven Verhaltens eine Gefahr für Badegäste darstelle. Sie verweisen dabei auf einen Fall aus dem Jahr 2019, bei dem einem Kind nach einem Bissvorfall ein Finger amputiert werden musste. „Die zunehmende Präsenz von L. sceleratus in Küstenregionen stellt eine direkte Bedrohung für den Tourismus dar“, heißt es weiter.
Auch Fischer haben mit den Folgen der Ausbreitung des Kugelfischs im Mittelmeer zu kämpfen. Mit seinen scharfen Vorderzähnen kann er ordentlich zubeißen und durchtrennt vor allem die Fischernetze, um an den Fang heranzukommen.
Der Hasenkopf-Kugelfisch kommt eigentlich aus den Tropen. Doch über den Suez-Kanal ist er inzwischen bis ins westliche Mittelmeer vorgedrungen. Foto: picture alliance / dpa
Kugelfisch breitet sich schon seit einiger Zeit aus
Nicht nur in Griechenland, sondern auch in der Türkei breitet sich der Kugelfisch schon seit einiger Zeit immer mehr aus. Dort sorgte er bereits für Todesfälle unter Hobbyanglern, welche das Tier verspeisten, ohne zu wissen, dass es sich dabei um den giftigsten Fisch der Welt handelte. Laut „Geo“ haben Fischer in Antalya fast 1000 dieser Art täglich in ihren Netzen. Den Weg ins Mittelmeer fand der Kugelfisch über den 1896 eröffneten Suezkanal aus dem Roten Meer, ursprünglich stammt er jedoch aus den tropischen Gewässern des Indischen und Pazifischen Ozeans. Da er im Mittelmeer kaum natürliche Fressfeinde hat, breitet sich der Kugelfisch seitdem immer weiter aus.
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