Auch Deutschland betroffen

Diese 26 UNESCO-Welterben könnte es bald nicht mehr geben

gefährdete UNESCO-Welterben
Eigentlich sollten diese Orte besonders geschützt werden, dennoch sind gut die Hälfte der 229 Weltnaturerben bedroht
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UNESCO-Welterbe – das sind die schönen Orte der Welt. Orte, die unter allen Umständen erhalten bleiben müssen. Doch leider schützt der Welterbe-Titel nicht vor Abholzung, Ölabbau und dem Klimawandel. TRAVELBOOK zeigt 26 dieser besonderen Orte, die es so bald nicht mehr geben könnte.

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Eine Analyse des World Wide Fund For Nature (WWF) aus dem Jahr 2016 untersucht die Welterben und zeigt, wie es um die schönsten Orte des Planeten steht. Das Ergebnis ist erschreckend: 114 der 229 UNESCO-Weltnaturerben sind bedroht.

TRAVELBOOK zeigt 26 UNESCO-Welterben, die es nicht mehr lange geben könnte:

Wattenmeer, Deutschland

gefährdete UNESCO-Welterben Wattenmeer

Auch das Wattenmeer an der deutschen Küste ist gefährdet
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Das Wattenmeer in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden zählt aufgrund seiner Einzigartigkeit zu den UNESCO-Weltnaturerben. Doch im Nationalpark wird Öl gefördert und auch der Ausbau der Schifffahrtsanlagen gefährdet das gesamte Gebiet. Ein Unfall hätte verheerende Auswirkungen. Doch auf Dauer noch gefährlicher ist der Klimawandel: Mit dem ansteigenden Meeresspiegel würde auch das Wattenmeer verloren gehen. „In der längerfristigen Zukunft können Wattflächen dauerhaft überspült werden und Inseln zunehmend abbrechen, was zur Folge hätte, dass das Wattenmeer, so wie wir es kennen, verschwinden würde. Und das betrifft dann auch die wattenmeertypischen Arten, allen voran Millionen von Wattvögeln, die auf die Wattflächen für die Nahrungssuche angewiesen sind und für die das Wattenmeer der wichtigste Rastplatz auf dem Zug ist“, erklärt WWF-Experte Hans-Ulrich Rösner TRAVELBOOK.

Great Barrier Reef, Australien

Kurz vor dem Ende: Das Great Barrier Reef hat kaum noch Chancen, sich vollständig zu erholen
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Das Great Barrier Reef ist mit 344.400 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Korallenriff der Erde. Etwas 50 Prozent der Korallen sind in den vergangenen Jahren abgestorben. 2050 soll das komplette Riff abgestorben sein, wenn man der globalen Erderwärmung nicht erfolgreich entgegenwirkt. Durch die Einflüsse der Menschen droht das Gebiet ganz zu verschwinden. Schuld seien größere Hafenanlagen, die am Great Barrier Reef gebaut werden sollen, um den Kohle- und Gasabbau zu vergrößern, verrät WWF-Experte Philipp Kanstinger. Diese Hafenanlagen gefährden das Gebiet unmittelbar durch Bauschäden, Ölverschmutzung, Zerstörung des Riffs und Unterwasserlärm. Hinzu kommt die Landwirtschaft rund um das Gebiet. Immer mehr Abwasser gelangen in das Meer, die zu einer Überdünnung der Gewässer führt.

Doch das größte Problem ist, wie beim Wattenmeer, die Klimaerwärmung. Durch das Ansteigen der Wassertemperatur bleichen die Korallen im Riff aus und sterben schließlich ab. Korallenriffe seien die Zentren von hoher Artenvielfalt und Biomasse, sagt der Experte. Sie liefern Nährstoffe und sind ein wichtiger Lebensraum für viele Spezies. Ein Absterben der Riffe hätte schwerwiegende Folgen für die Meeresbewohner und schlussendlich auch für die Menschen. „Die Zukunftsaussichten für das GBR sind düster. Wenn die globale Erwärmung nicht gestoppt wird, werden die Korallen aus dem gesamten Gebiet verschwinden und mit ihnen wird das lokale Ökosystem zusammenbrechen“, meint Kanstinger.

Nationalpark Los Glaciares, Argentinien

gefährdete UNESCO-Welterben Los Glaciares

Der Los Glaciares Nationalpark ist vor allem durch den Bergbau gefährdet
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Seit 1981 trägt der Nationalpark Los Glaciares den Titel UNESCO-Weltnaturerbe. Aus drei großen Gletschern bestehend ist das einmalige Naturerlebnis eines der beliebtesten Touristenziele Argentiniens. Doch Minenarbeiten und Kohleabbau haben ihre Spuren hinterlassen und drohen das Gebiet zu zerstören.

Tasmanische Wildnis, Australien

gefährdete UNESCO-Welterben, Tasmanien

Die Abholzung hat Tasmaniens Wildniss schwer zu schaffen gemacht
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Das vom UNESCO-Welterbe betroffene Gebiet umfasst 13.800 Quadratkilometer und sechs Nationalparks. Bäume, die selbst die Dinosaurierzeit überlebten, bilden einen der letzten gemäßigten Regenwälder der Welt. Doch die Wildnis Tasmaniens ist gefährdet: Durch Abholzung droht das Gleichgewicht zerstört zu werden. Neben der Abholzung vernichteten Buschbrände 2016 fast 1000 Quadratkilometer des Welterbes, berichtet Die Welt. Neben dem Holzabbau ist auch der Klimawandel eine akute Gefahr für die tasmanische Wildnis: Durch den Temperaturanstieg verändert sich die Landschaft und das Zusammenspiel von Flora und Fauna. Für einige Pflanzen käme dann jede Hilfe zu spät.

Wildreservat Selous, Tansania

gefährdete UNESCO-Welterben, Selous

Wilderei und Abholzung gefährden das Wildreservat Selous
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Das Wildreservat in Tansania zählt vor allem wegen seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt zu den UNSECO-Welterben. Laut der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ist Selous das Gebiet mit der größten Artenvielfalt und -dichte seiner Art. In ihm lebt die weltgrößte Population an Wildhunden, Flusspferden und Löwen. Und auch viele Huftiere, Vogelarten und Elefanten nennen das Reservat ihr Zuhause. Doch das Gebiet ist bedroht: Vor kurzem wurde von dem Staatspräsidenten Tandanias verkündet, dass ein 1000 Quadratkilometer großer Staudamm mitten in das Herz des Reservates gebaut wird. Kommt der Staudamm zustanden, würde er eine Fläche so groß wie Berlin überschwemmen, sagt WWF-Experte Johannes Kirchgatter zu TRAVELBOOK. Der Bau des Staudamms würde das gesamte Flussökosystem des Reservates zerstören und zahllose Tiere würden so ihren Lebensraum verlieren. Auch zieht der Staudamm einen Ausbau der Infrastruktur und ein Ansiedeln der Menschen mit sich. Weitere Faktoren, die große Flächen des Reservates zerstören würden. Neben dem Staudamm sind Uranminen ein großes Problem für das Wildreservat. Der Abbau des radioaktiven Stoffes gefährdet das Gebiet, sowie der Öl- und Gasabbau. Hinzu kommt die illegale Wilderei, die Elefanten und andere Spezies direkt bedroht.

Nationalpark Doñana, Spanien

Auch der Doñana Nationalpark in Spanien hat mit dem Überleben zu kämpfen
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Der spanische Nationalpark Doñana ist das wichtigste Feuchtgebiet Spaniens. In ihm sind mehrere vom aussterben bedrohte Tiere beheimatet, und zahlreiche Vögel nutzen das Gebiet als Brutstätte. Heute ist der Nationalpark durch die Landwirtschaft bedroht. WWF-Experte Philipp Wagnitz erklärt, dass sowohl die legale wie auch die illegale Landwirtschaft die Wasserressourcen der Feuchtgebiete nutzen. Dies hat eine Austrocknung des Gebietes zur Folge, was die einmalige Artenvielfalt der Umgebung gefährdet.

Nationalpark Pirin, Bulgarien

gefährdete UNESCO-Welterben, Pirin

Zu viel Abholzung: Der bulgarische Nationalpark Pirin hat üble Schäden von seiner Nutzung davongetragen
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Tiefe Wälder, hohe Berge und zahlreiche Wildtiere – der Nationalpark Pirin umfasst 4000 Quadratkilometer und beheimatet den Bajkuschewa Mura, einen der ältesten Bäume der Welt. Durch Abholzung ist das Gebiet gefährdet.

Grand Canyon Nationalpark, USA

gefährdete UNESCO-Welterben

Im Grand Canyon Nationalpark ist das Wasser rar
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Der Grand Canyon Nationalpark ist der wohl bekannteste Nationalpark der USA, seit 1979 zählt er zu den UNESCO-Welterben. Das bei Touristen beliebte Reiseziel bietet ein einmaliges Naturschauspiel und eine Felslandschaft die wirkt, als sei sie von einer anderen Welt. Doch durch Dammbauten und wenig Regenfall reduzierten sich die Wassermengen im Park drastisch und drohen das gesamte ökologische Gleichgewicht durcheinander zubringen. Auch die Touristenmassen hinterlassen ihre Spuren im Weltnaturerbe und tragen so zur Gefährdung bei.

Greater Blue Mountains Area, Australien

gefährdete UNESCO-Welterben, Blue Mountains

Die Förderung von Kohle und Öl hat gewaltige Spuren im Blue Mountains Nationalpark hinterlassen
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Nicht weit von Sydney entfernt liegen die Blue Mountains, die seit der Jahrtausendwende zum UNESCO-Welterbe gehören. Das Gebiet beherbergt eine der größten intakten Buschlandregion Australiens. Zudem sind in den Blue Mountains eine Vielzahl an verschiedenen Eukalyptuspflanzen beheimatet, die das Gebiet laut UNESCO schützenswert machen. Öl- und Kohleabbau haben dazu geführt, dass die Blue Mountains inzwischen als gefährdet eingestuft werden.

Te Wahipounamu, Neuseeland

gefährdete UNESCO-Welterben, Te-Wahipounamu

Das neuseeländische Gebiet Te-Wahipounamu ist vor allem wegen des Bergbaus gefährdet
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Das Gebiet Te Wahipounamu auf der Südinsel Neuseelands ist die Heimat vieler seltener Tiere und Pflanzen. Durch die Abgelegenheit der Insel entwickelte sich eine einzigartige Flora und Fauna, die endemisch ist, also nur an diesem einen Ort vorkommt. Eine dieser Arten ist der vom aussterben bedrohte Kiwi-Vogel. Das Gebiet ist durch eine Vielzahl von Bergwerken gefährdet.

Phong Nha-Kẻ Bàng, Vietnam

gefährdete UNESCO-Welterben, Phong Nha-Kẻ Bàng

Der vietnamesische Nationalpark Phong Nha-Kẻ Bàng ist durch die entstandene Infrastruktur und die Abholzung gefährdet

Der 860 Quadratkilometer große Nationalpark in Zentral-Vietnam trägt seit 2003 den Titel UNESCO-Welterbe. Phong Nha-Kẻ Bàng ist die Heimat zahlreicher Arten und wird aufgrund seiner Biodiversität und seiner Einmaligkeit als schützenswert betrachtet. Doch aufgrund des schnellen Geldes, was sich mit dem Massentourismus verdienen lässt, wurde die Infrastruktur des Nationalparks stark ausgebaut, was auch mit Abholzung und Umbauten verbunden war. Durch die drastische Veränderung des einst natürlichen Gebietes steht die Überlegung im Raum, dem Gebiet den Status des Welterben abzuerkennen.

Kanadische Rocky Mountain Parks, Kanada

gefährdete UNESCO-Welterben, Rock Mountains Kanada

Der Kanadische Rocky Mountains Nationalpark ist sowohl UNESCO-Welterbe, wie auch gefährdet

Die sieben Nationalparks in den kanadischen Rocky Mountains bieten ein einmaliges Naturbild, das es so kein zweites Mal gibt. Gletscher, Gestein und die Pflanzenwelt sind Zeugen längst vergangener Zeiten und das Landschaftsbild gleicht vielerorts einem Gemälde. Durch nicht nachhaltige Wassernutzung droht das Gebiet nun zerstört zu werden.

Sundarbans-Nationalpark, Indien

gefährdete UNESCO-Welterben, Sundarbans-Nationalpark

Die Probleme des Sundarbans-Nationalpark sind vor allem auf die Wassernutzung zurückzuführen
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Die Sundarbans sind eine grenzübergreifende Weltnaturerbestätte zwischen Indien und Bangladesch, wobei Indien bereits 1987 aufgenommen wurde und jener Teil in Bangladesch seit 1997 im UNESCO Netzwerk nominiert ist. Das Flussdelta, wo Ganges und Brahmaputra aufeinandertreffen, bildet den weltgrößten Mangrovenwald. Neben seiner einmaligen Flora und Fauna ist der Park vor allem wegen der vielen bedrohten Arten schützenswert. Auch 182 Bengaltiger, so schätzt man, sind in den Sundarbans-Wäldern beheimatet. Weltweit gibt es nur noch 3900 Tiger dieser Art und diese Gebiet zählt zu den wichtigsten Tiger-Landschaften und als ein Schlüsselhabitat, um das globale Ziel der Tigerverdoppelung zu erreichen. Auch andere bedrohte Tiere, wie das Leistenkrokodil und die Batagur-Schildkröte sind in Sümpfen und Wäldern zuhause.

Doch das Gebiet ist gefährdet: Neben dem Klimawandel, der die Mangrovenwälder unmittelbar bedroht, gefährdet der Kohleabbau die Sundarbans den Nationalpark, sagt WWF-Experte Michael Zika zu TRAVELBOOK. Bangladesch plant derzeit mit finanzieller Unterstützung Indiens den Bau von zwei Kohlekraftwerken, die durch Verschmutzung und Infrastrukturbau das sensible Ökosystem gefährden. Aber auch andere Infrastrukturentwicklung zu Schifffahrt wie Häfen, Kanäle und Dammbauten schädigen die Sundarbans. Dazu sehen Experten eine zu hohe Süßwasserentnahme, die Ausbeutung von Ressourcen wie Holz und illegale Aktivitäten, wie die Wilderei des Tigers als besonders kritisch an. Umstände, die das Gebiet und schlussendlich auch seine Bewohner gefährden, denn schätzungsweise leben etwa 6,5 Millionen direkt oder indirekt vom Sundarbans Ökosystem. Wird das empfindliche Gleichgewicht der Mangrovenwälder zerstört, zerstört man neben der Biodiversität auch ihre Funktion als Küstenschutz und den Lebensraum unzähliger Fische und damit auch die Lebensgrundlage vieler Menschen.

Nationalpark Durmitor, Montenegro

gefährdete UNESCO-Welterben, Durmitor-Nationalpark

Durch die Abholzung und das Bauen von Dämmen ist der Nationalpark inzwischen gefährdet
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In dem Nationalpark, der seit 1980 zu den UNESCO-Welterben gehört, sind auch Wölfe und Bären beheimatet. Das Gebiet ist reich an Gletschern, zahlreichen Flüssen und tiefen Wäldern. Seine Schönheit, die geologischen Merkmale und die Vielzahl an Ökosystemen führten dazu, dass das Gebiet als schützenswert erachtet wurde. Dennoch werden die Wälder abgeholzt und Dämme gebaut. Ein Umstand, der dem Gebiet zu schaffen macht und zu seiner Gefährdung geführt hat.

Biosphärenreservat Donaudelta, Rumänien

gefährdete UNESCO-Welterben, Donaudelta

Durch den Abbau der Öl- und Gasvorkommen und das Ausbauen der Infrastruktur ist das rumänische Gebiet gefährdet
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Das Biosphärenreservat Donaudelta ist wegen seins Reichtums an Vogel- und Fischarten in seinen zahlreichen Sümpfen, Mündungen und Seen seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe. Sowohl durch Öl- und Gasabbau, wie auch durch die entstandene Infrastruktur ist das Gebiet heute gefährdet. Hierfür mitverantwortlich sind die zahlreichen Touristen, die sich das Reservat ansehen wollen, sagt WWF-Experte Georg Rast. Durch einen nicht nachhaltigen Umgang im Tourismus-, Navigations- und Landwirtschaftssektor ist die Biodiversität des Gebietes, und damit auch sein Titel als UNESCO-Welterbe, gefährdet.

Nationalpark Virunga, Demokratischen Republik Kongo

Auch Gorillas wohnen im Nationalpark Virunga
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Das Gebiet ist eines der beeindruckendesten Bergregionen Afrikas und gehört zu den Bergwäldern im Westlichen Rift. Durch seine atemberaubende Landschaft hat sich eine ebenso einzigartige Flora und Fauna entwickelt. Doch besonders die Rohdung der Wälder Virungas brachte das ökologische Gleichgewicht der Region durcheinander. Nicht nur die Bäume werden illegal gefällt, auch die dort lebenden Elefanten leiden unter der Jagd und dem mehr und mehr zerstörten Gebiet.

Westkaukasus, Russland

Wegen seiner Vielzahl an Arten und Ökosystemen zählt der westliche Teil des Kaukasus zu den UNESCO-Welterben. Auch findet man hier in den Bergen Felsen und Gestein aus den verschiedensten Zeiten. Doch durch den Holzabbau wurde das Gebiet strapaziert und ist heute gefährdet.

Lorbeerwälder von Madeira, Portugal

gefährdete UNESCO-Welterben, Lorbeerwälder von Madeira

Für die Lorbeerwälder von Madeira wurden vor allem die gebauten Straßen zum Verhängnis
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Die Lorbeerwälder auf der Insel Madeira sind die größte noch existierende Ansammlung an Lorbeerbäumen. Zwischen den Pflanzen leben viele endemische Tiere, die Biodiversität der Insel ist einzigartig und seit 1999 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Durch den Ausbau der Infrastruktur sind diese Wälder jedoch gefährdet.

Laponia, Schweden

gefährdete UNESCO-Welterben, Laponia

Schwedens Region Laponia schadete vor allem der Bergbau

Im tiefen Norden Schwedens liegt Laponia. Das von Menschen nahezu unberührte Gebiet in Lappland ist sowohl Weltnatur-, wie auch Weltkulturerbe. Das naturbelassene Gebiet überzeugt durch seine außergewöhnliche Schönheit und das ebenso empfindliche wie beeindruckende Ökosystem. Zudem ist Laponia das Zuhause der Samen, ein Volk, dessen Lebensweise sich nach der saisonale Bewegung des Viehbestandes richtet. Durch den Erzabbau droht das empfindliche Gleichgewicht Laponias ins Schwanken zu geraten.

Nationalpark Plitvicer Seen, Kroatien

gefährdete UNESCO-Welterben, Nationalpark Plitvicer Seen

In dem Nationalpark Plitvicer Seen in Kroation gelten strikte Verhaltensvorschriften für Besucher
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Der fast 297 Quadratkilometer große Nationalpark zählt seit 1979 zu den UNESCO-Welterben. Das Bild Kroatiens größtem Nationalparks wird vor allem durch die unzähligen Seen, Flüsse und Wasserfälle geprägt. Zudem nennen seltene Vögel und Säugetiere wie Bären und Wölfe den Park ihr Zuhause. Doch durch schlechtes Wassermanagement ist dieses Naturparadies inzwischen gefährdet.

Machu Picchu, Peru

gefährdete UNESCO-Welterben, Machu Picchu

Auch der bekannte Machu Picchu in Peru ist gefährdet
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Die Hinterlassenschaft der Inkas inmitten der tropischen Wälder Perus ist eine der bekanntesten Touristenattraktionen weltweit. Neben der Geschichte, die sich hinter den Gemäuern verbirgt, sind die Bauten ein Kunstwerk der Inkas inmitten des tiefen Waldes, was noch für viele zukünftige Generationen erhalten bleiben soll. Aufgrund von Bergbau ist das geschichtliche Artefakt nun gefährdet.

Sagarmatha-Nationalpark, Nepal

gefährdete UNESCO-Welterben, Sagarmatha-Nationalpark

Der Nationalpark rund um den Mount Everest ist ein UNESCO-Welterbe
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Der höchste Berg der Erden, der Mount Everest, steht im Sagarmatha-Nationalpark. Genau genommen ist der Park nach dem Mount Everest benannt, denn übersetzt heißt dieser Sagarmatha. Neben der außergewöhnlich schönen Landschaft sind Schneeleoparden und andere bedrohte Spezies hier zuhause, weshalb er seit 1979 zum UNESCO-Welterbe gehört. Nun ist der Park gefährdet. Verantwortlich ist die Rodung der Wälder.

Nationalpark Salonga, Demokratische Republik Kongo

Seit 1984 gehört der Nationalpark zu den UNESCO-Weltnaturerben. Zahlreiche Tiere und Pflanzen leben hier, unter ihnen Bonobos, Langschwanzschuppentiere, Waldelefanten und die seltene Afrikanische Goldkatze. Durch die Wilderei und die zunehmende Zerstörung des Lebensraum sind besonders die im Nationalpark lebenden Tiere gefährdet. Doch auch der Abbau von Erdöl ist eine Bedrohung für das Gebiet. Denn neben der Verschmutzung würden die Gebiete teilweise industrialisiert, sagt WWF-Experte Immo Fischer. Neu gebaute Häuser, Straßen und Zuwanderung werden in Zukunft zu weiterer Zerstörung führen. Das Bewusstsein, den Park zu schützen, würden fehlen, verrät Fischer: Durch Abholzung, Austrocknung und den Klimawandel sind die Überschwemmungszonen unmittelbar gefährdet und mit ihr die Artenvielfalt des Gebietes. Gehen die Wassergebiete zurück, fehlt den Menschen in diesem Gebiet eine wichtige Nahrungsmittelquelle: Der Fisch. Das sensible System des Regenwaldes ist gefährdet. Das Aussterben einer Spezies könnte das gesamte Waldbild verändern.

Calakmul, Mexiko

gefährdete UNESCO-Welterben, Calakmul

Wassernutzung und Abholzung gefährdet das mexikanische Gebiet
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Die alten Gemäuer der Maya und die umliegenden Wälder zählen seit 2002 zu den UNESCO-Welterben. Die historischen Aspekte der ehemaligen Hauptstadt der Maya, ihr archäologischer Wert und die tiefen Tropenwälder sind der Grund, warum dieser Ort als schützenswert erklärt wurde. Sowohl Abholzung wie auch übermäßige Wassernutzung haben dazu geführt, dass das Gebiet als gefährdet gilt.

Buchenurwälder, Europa

Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Buchenwälder, die unter das UNESCO-Welterbe fallen. Gefährdet sind diese aber nicht.

Die Buchenurwälder der Karpaten gehören seit 2007 zu den UNESCO-Welterben. 2011 wurde das Erbe erweitert und bezog sich von nun an zudem auf fünf deutsche Buchenwaldgebiete. Die einmalige Flora und Fauna, die sich in den Mittelgebirgs- und Tiefland-Buchenwäldern bildet, ist Grund für diesen Titel. Inzwischen werden viele dieser Wälder als gefährdet eingestuft. Grund ist der Raubbau in den Regionen. Die deutschen Buchenwälder sind laut WWF-Experte Albert Wotke aber nicht gefährdet.

Die Regenwälder von Atsinanana, Madagaskar

gefährdete UNESCO-Welterben. Atsinanana

Auch die Vielfalt Atsinananas, einer Region in Madagaskar, ist gefährdet
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Seit 2007 zählen die Regenwälder Atsinananas zu den UNESCO-Welterben. Die einzigartige Flora und Fauna Madagaskars macht die Regenwälder aus. Zum Beispiel sind die Lemuren nur in Madagaskar und einigen umliegenden Inseln beheimatet. Die illegale Jagd auf die gefährdeten Tiere ist auch einer der Gründe, warum die Insel zum Welterbe erklärt wurde. Inzwischen ist das Erbe gefährdet. Trotz Verbotes werden weiterhin Wälder gerodet und Holz exportiert.

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