Die dramatische Wahrheit, die sich hinter diesen Fotos verbirgt
Canadian Photographer Edward Burtynsky
WATER
Photographs 2009 – 2013
Die Erde von Oben
NUR ZUM ANTEASERN VON TRAVELBOOK!!!! Foto: Edward Burtynsky, Courtesy Nicholas Metivier / Galerie Röpke & Galerie Springer
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TRAVELBOOK Redaktion
23. Juni 2017, 10:19 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Der kanadische Künstler Edward Burtynsky wurde mit großformatigen Fotografien von Industrielandschaften bekannt. In seinem Projekt „Water“ hat sich Burtynsky einem anderen Thema gewidmet: den Wasserressourcen der Erde. Herausgekommen sind faszinierende Aufnahmen, hinter deren Ästhetik sich jedoch ein dramatischer Aspekt verbirgt: die Ausbeutung der lebenswichtigen Ressource Wasser durch den Menschen.
Türkisblau leuchtend schlängeln sich die Kanäle durch eine bunt parzellierte Landschaft. Ein Bild von erhabener Schönheit, aufgenommen in der Bucht von Cádiz in Spanien, wo sich unzählige Salinenfelder zur Salzgewinnung mehrere Kilometer weit ins Landesinnere erstrecken. Das Foto verdeutlicht, wie durch die Interaktion zwischen Mensch und Wasser die Landschaft geformt und verändert wird.
Die beeindruckende Aufnahme ist Teil des Projekts „Water“, mit dem der kanadische Künstler Edward Burtynsky das Bewusstsein der Menschen für die Bedeutung der Ressource Wasser schärfen will. „Meine Hoffnung ist, dass diese Bilder zum Nachdenken über etwas anregen, das für uns überlebenswichtig ist; etwas, das wir oft als selbstverständlich hinnehmen – bis es verschwunden ist.“
Dass genau das schon an vielen Orten auf der Erde der Fall ist, zeigt der Künstler mit Aufnahmen, auf denen das Wasser gänzlich fehlt oder fast nicht mehr vorhanden ist. Die ausgetrockneten Flussadern des Colorado-Deltas in Mexiko zum Beispiel, die sich filigran wie das Geäst eines Baums in die Wüste gebrannt haben. Schuld sind die Bewässerungsanlagen des Imperial Valley in Kalifornien, mit denen Wüste in Ackerland verwandelt wurde. Gleichzeitig raubt das ausbeuterische System den Bewohnern am Delta die Lebensgrundlage, denn Fische leben hier längst keine mehr. Am Ende gerät das ganze Bio-System aus dem Gleichgewicht.
Allen Bildern gemein ist eine Ästhetik, die im krassen Kontrast zu ihrem eigentlichen Zustand steht. So hat die Ölpest im Golf von Mexiko im Jahr 2010 das Meer bizarr verfärbt, was von oben betrachtet aller desaströsen Folgen zum Trotz auf eine gewisse Art faszinierend wirkt. In einem Interview mit dem kanadischen Magazin „The Walrus“ sagt Edward Burtynsky dazu: „Die Landschaften, die ich abbilde – ob der Betrachter diese als wunderschön oder monströs wahrnimmt oder als eine seltsame Kombination aus beidem – sind ganz klar keine Ausblicke auf eine unerschöpfliche, nachhaltige Welt.“
Der kanadische Künstler Edward Burtynsky. Foto: dpa Picture Alliance
Für die Realisierung der Aufnahmen aus der Vogelperspektive ist der Künstler auf Kräne geklettert oder hat aus dem Helikopter heraus fotografiert und gefilmt.
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