Der Salton Sea war einst ein Naturparadies

Warum Kaliforniens größter See heute nur noch ein stinkender Tümpel ist

Salton Sea
Der Salton Sea heute: Wo einst Yachten schipperten, ist heute nur noch Wüste
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Der Saltonsee war einst ein Naturparadies und ein beliebtes Ausflugsziel für Kaliforniens Schöne und Reiche – heute steht er für eine der größten ökologischen Katastrophen in den USA. Und die stinkt sprichwörtlich zum Himmel...

Zwei Jahre arbeitete man damals laut „BBC“ an einem Damm, um die unkontrollierte Überflutung einzudämmen. Dabei entstand, quasi nebenbei, ein Naturparadies, in dem hunderte von Vogel- und Fischarten heimisch wurden – 1985 erklärte eine Studie den Salton Sea gar zum ertragreichsten Fischgrund in ganz Kalifornien.

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Eine amerikanische Riviera

Die traumhafte Naturkulisse zog bald schon Immobilienmakler an, die den Salton Sea zu einer Riviera nach französischem Vorbild ausbauen wollten – inklusive teurer Yachten, Sommerhäuser, Hotels und Restaurants. 1,5 Millionen Urlauber kamen in den 50er und 60er Jahren an den Salton Sea, darunter auch Berühmtheiten wie die Band „Beach Boys“.

Salton Sea Kalifornien

Verlorenes Paradies: Eine solche Idylle gibt es am Salton Sea schon lange nicht mehr…
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Was dann folgte, ist bis heute eine der größten Umweltkatastrophen in Kalifornien, wenn nicht den gesamten USA: Der Salton Sea kippte um, da er über keinen Abfluss verfügt und aufgrund geringer Regenfälle in der Gegend kaum Frischwasser nachkam. Zudem wurde sowohl von Anwohnern als auch von der Landwirtschaft immer wieder das begehrte, weil äußerst knappe Wasser abgepumpt, im Gegenzug gelangten Düngemittel-Rückstände und Pestizide in den See. Dies ließ den Salzgehalt des Wassers steigen und die Fische sterben – heute ist der Salton Sea um 25 Prozent salziger als der Pazifische Ozean.

Folgen für Mensch und Tier

1970 dann verwüsteten verheerende Regenstürme die um den See liegenden Ortschaften, so dass immer mehr Menschen abwanderten und die Landschaft dem weiteren Verfall preisgaben. Doch damit nicht genug: Im Salton Sea entstand im Laufe der Jahre durch mangelnde Sauerstoffzufuhr und die Zersetzung von Pflanzenteilen durch Bakterien ein immens hoher Schwefelwasserstoff-Gehalt – laut „Spiegel“ wurden die Durchschnittswerte teilweise um das Fünffache überschritten.

Salton Sea, Kalifornien

Solche Schreckens-Bilder gehören heute leider zum Alltag…
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Aufgrund dieser Entwicklungen stinkt der Salton Sea mittlerweile sprichwörtlich zum Himmel, denn Schwefelwasserstoff riecht signifikant nach faulen Eiern – ein Gestank, den man zeitweise sogar im etwa 240 Kilometer entfernten Los Angeles habe riechen können. Der See verdunstet darüber hinaus immer mehr, hinterlässt mit Arsen und Pestiziden verseuchten Boden. Das hat dramatische Folgen für den Menschen: Die Asthma-Rate bei in der Umgebung des Sees lebenden Kindern sei bis zu dreimal höher als im Rest der USA.

Salton Sea, Kalifornien

Wo einst eine Riviera nach französischem Vorbild entstehen sollte, steht heute mehr oder weniger eine Geisterstadt…

Rettungsplan für den See

Um den Salton Sea doch noch zu retten, hat der Staat Kalifornien jetzt laut „BBC“ Hilfsmittel in Höhe von 383 Millionen Dollar (ca 337 Millionen Euro) bereit gestellt. Der Rettungsplan beinhaltet unter anderem, den See mit fast einer Milliarde Kubikmetern Wasser aus dem Colorado River aufzufrischen und Naturhabitate einzurichten, um die einst so blühende Tierwelt langfristig wieder anzusiedeln.

Salton Sea, toter Vogel

Kaum ein Tier überlebt hier derzeit, die Ufer sind von toten Seevögeln und Fischen gesäumt
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