6. August 2025, 12:23 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Das Great Barrier Reef ist ein einzigartiges Naturwunder. Doch das weltberühmte Korallenriff ist vor allem durch die Klimakrise stark gefährdet und immer wieder von Korallenbleiche-Ereignissen betroffen. Jetzt zeigen neue Erkenntnisse von Meeresforschern, wie schlimm es aktuell um die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Erde steht.
Korallenriffe leuchten normalerweise in den prächtigsten Farben. Doch durch steigende Wassertemperaturen bleichen die Nesseltiere zunehmend aus und sterben. Nach den massiven Korallenbleichen in den Jahren 2024 und 2025 hat das Great Barrier Reef laut dem jährlichen Bericht des Australian Institute of Marine Science (AIMS) sogar die größten Verluste an Korallenbedeckung seit Beginn der Aufzeichnungen erlitten.
„Im Vergleich zu 2024 ist die Korallenbedeckung in der nördlichen Region um ein Viertel gesunken (von 39,8 % auf 30 %), in der zentralen Region um 13,9 % (von 33,2 % auf 28,6 %) und in der südlichen Region um fast ein Drittel (von 38,9 % auf 26,9 %)“, heißt es in dem Bericht. Für die nördlichen und südlichen Regionen seien dies die größten jährlichen Rückgänge seit Beginn der Überwachung vor fast 40 Jahren. Die hohen Temperaturen hätten bei den Korallen für „beispiellosen Hitzestress“ gesorgt.
Korallenbleiche als Hauptursache für Korallensterben im Great Barrier Reef
Neben der Bleiche an sich haben laut AIMS im Sommer 2024 auch Zyklone, Überschwemmungen und Dornenkronenseesterne zu dem massiven Korallensterben beigetragen. Doch die Korallenbleiche sei definitiv die Hauptursache gewesen.
In einem auf Facebook geposteten Video erläutern die Meeresforscher ihre Ergebnisse und erklären auch, wie sie die Analysen durchgeführt haben:
Gefährdetes Naturwunder
Das Great Barrier Reef ist seit 1981 Weltnaturerbestätte. Bereits mehrfach hatte die UNESCO in den vergangenen Jahren gewarnt, das Riff wegen der Umweltschäden auf die Liste gefährdeter Welterbe-Stätten zu setzen. Denn seit 1998 kam es am Great Barrier Reef bereits zu insgesamt acht massiven Korallenbleiche-Ereignissen. Die australische Regierung konnte die Einstufung als gefährdete Welterbe-Stätten jedoch bislang verhindern. Bereits 2022 hatte Australiens damaliger Premierminister Scott Morrison angekündigt, dass die Regierung verstärkt in den Erhalt des Great Barrier Reef investieren wolle.
Forscher warnen jedoch angesichts der jüngsten Entwicklungen davor, dass die derzeitigen Schutzmaßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, um das Riff noch zu retten. Richard Leck, Leiter des Ozeanprogramms des WWF Australien, sagte, das verheerende Korallensterben erhöhe den Druck auf das Emissionsreduktionsziel Australiens für 2035, das in Kürze bekannt gegeben werden soll. „Die Nachweise im Bericht des AIMS schreien es von den Dächern: ‘Wir brauchen ein starkes Ziel für 2035.’ Der Klimawandel hat auf einen Schlag die ermutigende Erholung der Korallen der letzten Jahre zunichtegemacht.“