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Insider verraten

Wetten, dass Sie diese Fakten über die DB-Bordgastronomie noch nicht kannten?

Fakten über die DB-Bordgastronomie
TRAVELBOOK hat einen spannenden Einblick hinter die Kulissen der DB-Bordgastronomie erhalten Foto: Getty Images
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Laura Pomer
Freie Autorin

5. August 2026, 10:50 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Es gibt Fahrgäste, die das gastronomische Angebot der Deutschen Bahn schätzen. Andere kritisieren die ihrer Meinung nach stark verarbeiteten Fertiggerichte, die an Bord lediglich erhitzt werden. Im Gespräch mit Mitarbeitern der Bordgastronomie hat TRAVELBOOK einige spannende Einblicke gewonnen – und unter anderem Kenntnis über die strengen Hygienestandards der Systemgastronomie erlangt, die zumindest etwaige Sorgen um die Bedenklichkeit der Speisen ausräumen können. Aber auch die anderen Fakten im Folgenden waren der Redaktion neu.

„Die Hygienevorschriften im DB-Restaurant sind wahnsinnig streng.“ Das versichert eine sogenannte Bordstewardess im TRAVELBOOK-Interview; sie möchte anonym bleiben. Wie sie berichtet, müssen sie und ihre Kollegen jederzeit mit Kontrollen durch den Chef rechnen – früher seien gar Lebensmittelkontrolleure vorbeigekommen.

Es gelten Hygienestandards nach der HACCP-Leitline, die eine lückenlose Dokumentation von Kühlketten und Lebensmittelsicherheit gewährleistet. Um darin fit zu sein, durchlaufen Mitarbeiter – wenn sie auch „nur fertig verpacktes Essen erhitzen“ müssen – eine zweijährige Ausbildung im Gastronomiebereich. Zusätzlich erhalten sie fortlaufend Schulungen zu Lebensmittelsicherheit sowie Hygiene.

Es handelt sich also um eine optimierte Systemgastronomie. Das kann man sich auf einer Reise bedenkenlos schmecken lassen! Und durchaus sind verschiedene Gerichte auf der Speisekarte bei Fahrgästen beliebt – manche ganz besonders. Welches vermuten Sie auf Platz 1 der Beliebtheitsskala? Wir wollen wetten, Sie haben auf die falsche Wurst gesetzt!

Das ist das beliebteste Gericht im Bordrestaurant

Sicherlich, die Currywurst ist ein Dauerrenner im DB-Bordrestaurant und -Bistro. Meist gebe es auf jeder Fahrt zumindest einen Fahrgast, der sie bestellt, erzählt die Mitarbeiterin. Doch wie Sie vielleicht mitbekommen haben, schafft die Bahn wegen neuer EU-Vorgaben zu Kältemitteln ihre Tiefkühlgeräte an Bord ab – und streicht deshalb die Pommes von den Menükarten. Darüber hat u. a. „Tagesschau“ berichtet. Gut möglich, dass dieser Einschnitt die Beliebtheit des Klassikers ein wenig mindern wird. Zuletzt hat sie in dieser Hinsicht ein anderes Gericht ohnehin abgehängt.

„Das beliebteste Gericht ist nun bereits seit einiger Zeit das Rote Thai Curry“, weiß die Bordstewardess. Es handelt sich um ein veganes Gericht aus Gemüse, Shiitake-Pilzen und Basmatireis. Ähnlich gern werde zuletzt auch das Hähnchen Tikka Masala bestellt. Das könne sie als Kennerin der indischen Küche allerdings nicht wirklich nachvollziehen …

Jede Schicht ist auch eine Reise ins Ungewisse

Hiermit ist nicht nur gemeint, dass den Mitarbeitern in der Bordgastronomie natürlich bei jeder Schicht die unterschiedlichsten Kunden begegnen können. Wie die Informantin TRAVELBOOK erklärt, gibt es keine Übergabe oder Ähnliches zwischen den Crews. In ihrem Job ist es daher so, dass die Teams erst beim Betreten der Bordküche (Galley) erfahren, ob Restaurant und Bistro über das vollumfängliche Angebot verfügen – oder überhaupt öffnen können.

Von der Stromversorgung über die Kühlung bis hin zur Kaffeemaschine: Liegt ein technischer Defekt vor, kann der Betrieb an Bord schnell eingeschränkt sein. Und manchmal geht es sogar um weit mehr als eine kaputte Kaffeemaschine. Wie die Bordstewardess verrät, kann etwa ein Defekt an der Spülmaschine dazu führen, dass die gesamte Galley unter Wasser steht. Dann heißt es für das schichthabende Team erst einmal: wischen. „Nicht selten müssen wir erst sauber machen, bevor wir überhaupt öffnen können.“

Fahrgäste brauchen also nicht vor dem geschlossenen Bistro den schichtleitenden Kollegen aufzulauern und sie direkt mit der Frage zu überfallen, wann und was es zu essen gibt. Denn dies erfahren selbst die Mitarbeiter erst, wenn sie die Bordküche betreten und sich ein Bild von der Situation machen können.

In der Bordgastronomie darf nicht telefoniert werden

Diesen Fakt könnten Sie eigentlich kennen – schließlich hängen laut der Bordstewardess überall im Gastronomiewagen Schilder mit Handy-Verbotszeichen. Seit 2024 ist die Nutzung von Mobiltelefonen im Bordrestaurant offiziell nicht mehr erwünscht. In der Praxis sehen es die meisten Mitarbeiter der Bordgastronomie jedoch nicht ganz so streng: Kurze Gespräche, die andere Gäste nicht stören, würden meist geduldet.

Was dagegen seit einiger Zeit offiziell erlaubt ist, obwohl es zuvor untersagt war, ist das Arbeiten am Laptop im Bordrestaurant. Die Deutsche Bahn hat die entsprechende Regel gelockert – warum, ist nicht bekannt. „Dabei finden die meisten Kollegen das viel nerviger als Telefonate“, plaudert die TRAVELBOOK-Informantin aus. „Wenn Menschen mit Laptop dort sitzen, wirkt es ungemütlich und ist laut einigen Mitarbeitern umsatzschädigend.“

Wunschgericht ausverkauft? Nächste Station vielleicht nicht mehr

Die DB-Gastronomie weiß nie mit Sicherheit, wie viele Gäste sie auf einer Fahrt bewirten wird. Um dennoch möglichst gut vorbereitet zu sein, wird die Grundausstattung etwa alle 48 Stunden aufgefüllt. Dabei orientiert sich die benötigte Menge an den bisherigen Verkaufszahlen, erklärt die DB in einem YouTube-Video.

Gehen bestimmte Produkte schneller zur Neige als erwartet oder sind einzelne Gerichte komplett ausverkauft, kann das Personal eine Nachlieferung veranlassen, erklärt unsere Informantin. Dafür nimmt sie Kontakt zu einem der insgesamt neun DB-Logistikzentren auf. Die benötigten Artikel können anschließend an einem geeigneten Nachlieferbahnhof bereitgestellt und dort an Bord gebracht werden.

Bedeutet: Falls Sie Lust auf zum Beispiel das begehrte Thai Curry haben, das aber ausverkauft ist, könnten Sie eventuell – abhängig von der Dauer Ihrer Mitfahrt natürlich – bei einer nächsten Station doch noch in den Genuss kommen.

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Viele Mitarbeiter im DB-Restaurant waren mal Flugbegleiter

… oder in der klassischen Gastronomie tätig – so wie unsere Insiderin. Was sie in den Zug verschlagen hat? Die Corona-Pandemie. Wie auch Sie sich bestimmt noch erinnern, mussten im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen gastronomische Betriebe zeitweise geschlossen bleiben. „Ein alter Kollege gab mir damals den Tipp, mich bei der Deutschen Bahn zu bewerben. Dort würden immer Mitarbeiter gesucht.“

Doch wenn sie schon einmal in der „richtigen“ Gastronomie gearbeitet hat: Taugt ihr dann der Job im Bordrestaurant, den manche Kollegen abfällig als „Aufwärmer“ bezeichnen? „Und wie! Die Arbeitszeiten sind viel besser. Und ich kann zwischendurch sitzen. Das wäre in meinem früheren Job nicht möglich gewesen.“ Auch mit ihrem Gehalt ist die Bordstewardess nach eigener Aussage mehr als zufrieden.

Auch die Luftfahrtbranche war bekanntlich von den Folgen der Corona-Maßnahmen hart getroffen. Airlines strichen Flüge, Beschäftigte gingen in Kurzarbeit oder verloren ihre Jobs. Für Flugbegleiter und andere Beschäftigte aus der Luftfahrt wurde die Deutsche Bahn damit zu einer interessanten Alternative. Zumal die vorhandenen Erfahrungen gut zum Job passen.

Mitarbeiter der DB-Gastronomie dürfen sich nicht überarbeiten

Was die Bordgastronomie der Deutschen Bahn deutlich von der Gastronomie jenseits der Gleise unterscheidet, sind die engen Grenzen, innerhalb derer sich die Arbeitszeiten der Crew bewegen.

Zum Verständnis. Bei der Deutschen Bahn verläuft bekanntlich nicht immer alles nach Fahrplan – Züge haben Verspätung, Anschlüsse werden verpasst und gelegentlich fällt eine Fahrt sogar komplett aus. Das ist für Reisende ärgerlich, und kann auch Konsequenzen für die Mitarbeiter an Bord haben.

Eine Schicht dauert normalerweise rund acht Stunden. Verspätungen oder andere Störungen können den Dienst verlängern. Doch für die Crew gelten gesetzliche Grenzen bei der Arbeitszeit und vorgeschriebene Ruhezeiten. Im Extremfall kann das bedeuten, dass die Bordgastronomie während einer laufenden Fahrt schließen muss, weil die Mitarbeiter ihren Dienst beenden müssen. Und daran ändert sich auch nichts, ob Fahrgäste eigentlich noch gern etwas zu essen oder ein Getränk bestellt hätten.

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