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DB-Mitarbeiter der Bordgastronomie: »Das sind die nervigsten Fahrgäste

Nervige Fahrgäste sind in der DB-Bordgastronomie keine Seltenheit
Im Bordrestaurant wird nicht nur gegessen und getrunken: Regelmäßig sorgen nervige Fahrgäste für Ärger, wie Insider TRAVELBOOK berichten Foto: picture alliance / FotoMedienService | Ulrich Zillmann
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Laura Pomer
Freie Autorin

6. August 2026, 10:45 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

„Ich bin Fahrgast, Sie sind nur Mitarbeiter“ – Angestellte der Deutschen Bahn müssen sich mitunter Unmögliches anhören. Wie eine Bordstewardess aus der DB-Gastronomie und ihr Kollege im Gespräch mit TRAVELBOOK berichten, haben sie gelernt, bei derartigen Sprüchen auf Durchzug zu schalten. Trotzdem verraten sie, welche Art Fahrgäste besonders nervig sind, wie sie die Geduld der Crew strapazieren – und wann ihr Verhalten sogar Grenzen überschreitet.

DB-Bordstewards beschreiben die nervigsten Fahrgäste

Ein Besuch im Bordrestaurant oder Bordbistro der Deutschen Bahn kann sich für Fahrgäste in vielerlei Hinsicht lohnen: Sie werden meist mit einem freundlichen Lächeln begrüßt, können die Fahrt für einen Moment unterbrechen und sich die Zeit an Bord angenehmer gestalten. Und vor allem können sie sich dort verpflegen. Auf der Speisekarte stehen warme Gerichte, Snacks sowie heiße und kalte Getränke. Meistens zumindest.

Wie regelmäßigen Bahnfahrern bekannt sein dürfte, kann es auf Verbindungen vorkommen, dass die Gastronomie ganz außer Betrieb oder zumindest nicht vollständig ausgestattet ist. Ursachen dafür gibt es verschiedene. Manchmal fällt die Belieferung mit Speisen und Getränken aus, manchmal führen technische Defekte – etwa an der Kühlung, der Kaffeemaschine oder der Stromversorgung – zu Einschränkungen. Ebenso können kurzfristige Fahrzeugwechsel oder Probleme in der Logistik dazu führen, dass das Angebot limitiert ist.

„Wir selbst erfahren das auch erst, wenn wir das Bistro betreten“, erklärt eine Bordstewardess im TRAVELBOOK-Interview; es gibt keine Übergabe oder ähnliches durch die Vorgänger-Crew. Doch noch bevor das Team, dessen Einsatz bevorsteht, sich überhaupt einen Überblick verschaffen kann, ist es bereits dem ersten Typus nerviger Fahrgäste begegnet …

1. Fahrgäste, die einen schon vor der Öffnung belagern

„Auf jeder Fahrt gibt es mindestens zwei Fahrgäste, die uns direkt fragen, wann das Bistro öffnet“, berichtet die Mitarbeiterin der DB-Gastronomie, „noch bevor wir überhaupt richtig im Zug angekommen sind.“

Dabei hat sie in diesem Moment noch keinerlei Informationen darüber, ob Bordrestaurant und -bistro in vollem Umfang betrieben werden können – beziehungsweise ob überhaupt. Möglicherweise ist die Spülmaschine defekt, der Boden muss noch gewischt werden oder die Vorgänger-Crew hat den Arbeitsplatz nicht vollständig vorbereitet. Geschweige denn kann sie vor der Schicht beantworten, ob Currywurst und Co. verfügbar sind oder ob die Kaffeemaschine überhaupt funktioniert.

Fahrgäste, die nun direkt eine konkrete Antwort erwarten, setzen das Serviceteam zusätzlich unter Druck. Zumal es bei einer negativen Auskunft – also wenn das Bistro geschlossen bleibt oder bestimmte Produkte fehlen – schnell zu Frust bei hungrigen Passagieren kommen kann. Und den bekommen dann die Mitarbeiter ab. „Ich habe ehrlicherweise wenig Verständnis für diese Situation“, verrät die Informantin. „Ich denke mir dann immer: Haben Sie nicht gerade ausreichend Zeit am Bahnhof verbracht? Gab es dort nichts zu essen oder zu trinken?“

Grundsätzlich freue sie sich über alle Gäste, die sich im Bordrestaurant oder Bistro verköstigen lassen möchten. Doch wenn der erste Kontakt wie beschrieben abläuft, kann das die Freude ein wenig trüben.

2. Später ähnlich: Gäste, die eine Schließung nicht akzeptieren

Ähnlich nervig sei es, wenn Fahrgäste nicht verstehen, warum Restaurant und Bistro plötzlich geschlossen werden, obwohl die Mitarbeiter noch an Bord sind. „Dieser Fall hängt mit den gesetzlichen Ruhezeiten zusammen, auf die die Deutsche Bahn sehr achtet“, erklärt die Bordstewardess.

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Die Arbeitszeit der Crew ist klar geregelt. Eine Schicht dauert normalerweise etwa acht Stunden, kann sich durch Verspätungen oder andere Störungen aber verlängern. Doch die gesetzlichen Ruhezeiten müssen eingehalten werden. Deshalb kann es dazu kommen, dass die Bordgastronomie während einer laufenden Fahrt geschlossen werden muss – unabhängig davon, ob Fahrgäste etwas essen oder trinken möchten.

Für manche Passagiere ist das schwer nachzuvollziehen: Sie fragen wiederholt nach den Gründen, schildert die Informantin, oder reagieren verärgert – manchmal auch in einem unangemessenen Ton.

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3. Lärmende Passagiere

Wussten Sie, dass Telefonieren im Bordrestaurant und -bistro der Deutschen Bahn nicht erwünscht ist? „Da hängen überall entsprechende Schilder“, sagt die Bordstewardess. Tatsächlich störe es sie aber gar nicht grundsätzlich, wenn Gäste sich mit anderen am Telefon austauschen. Wobei es natürlich wünschenswert sei, wenn sie dabei Rücksicht nehmen und nicht übermäßig laut sprechen.

Viel schlimmer seien dagegen größere Gruppen, die sich lautstark unterhalten – möglicherweise auch nach dem ein oder anderen alkoholischen Getränk. „Im Restaurant und Bistro darf man auch gar keinen Lärm machen“, erklärt sie. Der Grund dafür ist nicht nur, dass andere Fahrgäste und das Serviceteam gestört werden könnten. Vor allem müssen die Mitarbeiter die Durchsagen des Zugchefs verstehen können, etwa wenn es Informationen zu Störungen oder Änderungen im Betriebsablauf gibt. Werden die Durchsagen übertönt, bekommen sie im Zweifelsfall nicht mit, was los ist.

Mitarbeiter im Bordbistro leidet unter nervigen Fahrgästen
Im Bordbistro ist meistens viel los. Wenn dann noch nervige Fahrgäste herumgrölen, können die Mitarbeiter wichtige Durchsagen schnell nicht mitbekommen. Foto: Getty Images
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4. »Kollegen würden sagen: 1.-Klasse-Fahrgäste sind die nervigsten

Die beiden selbst würden es nicht pauschal unterschreiben – schließlich gibt es in jeder Wagenklasse freundliche und unfreundliche Fahrgäste. Doch ihre Erfahrungen haben sie durchaus schon einmal zu diesem Eindruck gebracht. Die Bordstewardess berichtet: „Viele Kollegen unterscheiden zwischen Fahrgästen der ersten und zweiten Klasse. Manche Reisende in der ersten Klasse treten demnach so auf, als stünden sie über den Mitarbeitern.“

Ein Beispiel. Einmal sei die Wagenreihung eines Zuges anders gewesen als angekündigt. Die Gastro-Crew musste deshalb durch den gesamten Zug laufen – so auch eine Passagierin, die sich am Bahnsteig gezielt so positioniert hatte, dass sie direkt in den 1.-Klasse-Wagen hätte einsteigen können. Dieser befindet sich neben dem Restaurant. Verärgert über den zusätzlichen Weg habe sie ihrem Unmut Luft gemacht. Die Bordstewardess habe versucht, die Situation zu beruhigen: „Wir müssen ja alle auf die andere Seite des Zuges laufen.“ Die Reaktion der Frau sei deutlich gewesen, und ziemlich herablassend: „Aber ich bin Fahrgast. Sie sind nur eine Mitarbeiterin.“

Auch ihr Kollege kennt solche Momente. Manche Fahrgäste würden auftreten, als hätten sie durch das Ticket in der höheren Reiseklasse automatisch mehr Bedeutung. Aussagen wie „Wer sind Sie überhaupt? Sie haben mir gar nichts zu sagen“ und „Wissen Sie eigentlich, mit wem Sie sprechen?“ seien ihm dabei im Gedächtnis geblieben.

5. Passagiere, die eigenes Essen ins Restaurant mitbringen

Auch die Art nervige Fahrgäste, die der Crew auf jeder Fahrt begegnen: Sie setzen sich ins Bordrestaurant oder Bistro und verzehren mitgebrachte Speisen. Zwar ist das nicht ausdrücklich verboten, aber vom Personal nicht gern gesehen – auch dann nicht, wenn die betreffenden Personen zumindest Getränke bestellen und bezahlen.

„Ich muss wirklich jedes Mal diskutieren“, erzählt die Bordstewardess. „Ich erkläre den Fahrgästen, dass sie einen Platz belegen, den andere Gäste nutzen könnten, die etwas aus der Karte essen möchten.“ Rausschicken lässt sie die betreffenden Personen meistens nicht. Außer natürlich, sie werden aggressiv, was allerdings selten vorkomme. Das übliche Verhalten sei eher eine Art stoische Sitzblockade – und für Crew sowie mitunter auch andere Fahrgäste ein Ärgernis.

„Einmal ist eine andere Passagierin mir zur Seite gesprungen und hat einem Mann erklärt, wie unmöglich sie sein Benehmen finde. Sie sagte, sie selbst sei froh gewesen, in einem vollen Zug noch einen Platz im Restaurant ergattert zu haben – und würde dort nun auch gern etwas konsumieren.“ Der Mann blieb trotzdem sitzen. Der Frau habe die Stewardess anschließend aber einen Kaffee ausgegeben, „und das herzlich gern“.

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