Corona-Krise

Eine halbe Milliarde Euro Staatskredit! Condor gerettet

Ein Flugzeug der Airline Condor hebt ab
Der deutsche Ferienflieger Condor hat einen großen Kredit bewilligt bekommen
Foto: Getty Images

Für viele Fluggesellschaften weltweit sind die aktuellen Zeiten existenzbedrohend. Davon sind natürlich auch die deutschen Airlines wie Lufthansa oder Condor betroffen. Die Bundesregierung will sie vor der Pleite retten. Gute Nachrichten für Condor: Ein neuer Kredit ist genehmigt.

550 Millionen Euro – mehr als eine halbe Milliarde! Die EU-Kommission hat den neuen Kredit für Condor genehmigt. Damit kann der Ferienflieger aufatmen und ist vor der Pleite gerettet.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU):  Die EU-Kommission betonte, dass die Corona-Krise ein „außergewöhnliches Ereignis“ darstelle und somit die Sondermaßnahmen der EU-Staaten rechtfertige. Die Staatshilfen für Condor glichen wohl nur einen Teil des entstandenen Verlusts aus, was auf der Grundlage der Gewinn- und Verlustrechnung für 2020 überprüft werde. Es bestehe keine Gefahr, dass die Airline mehr Staatshilfe erhält als ihr zustehe.

Lange Laufzeit des neuen Condor-Kredits

Condor war während der Corona-Pandemie immer tiefer in die Krise gerutscht. Denn die polnische Luftfahrt-Holding PGL hatte eine Übernahme am Ende doch abgesagt – obwohl sie diese im Januar noch zugesagt hatte. Und aufgrund der Pleite von Thomas Cook im vergangenen Jahr war Condor bereits im September 2019 in ein Schutzschirm-Verfahren gegangen und vorübergehend saniert worden. Damals hat die Fluggesellschaft einen Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro bekommen, der im April zurückgezahlt hätte werden müssen. An die Stelle dieses Kredits tritt nun eine auf elf Jahre befristete Finanzierung, teilte eine Unternehmenssprecherin nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. Vom alten Kredit seien nur 256 Millionen Euro abgerufen worden.

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Ein neuer Verkaufsprozess für das Unternehmen werde gestartet, wenn die Auswirkungen der Corona-Krise überwunden seien, heißt es bei der dpa weiter. Einen exakten Zeitpunkt könne man dazu nicht nennen. Als Tourismusanbieter könne man aber eine schnellere wirtschaftliche Erholung erwarten als Anbieter von Geschäftsflügen. Das Schutzschirmverfahren wolle man so schnell wie möglich verlassen.

 

Wie geht es mit Lufthansa weiter?

Unklar ist, wie es mit der deutlich größeren Airline Lufthansa weitergeht. Dabei geht es um eine Finanzierung in Höhe von zehn Milliarden Euro. Eine Rettung beider Airlines liege eindeutig im Interesse Deutschlands und auch der deutschen Flughäfen, erklärte der Präsident des Flughafenverbandes ADV und Frankfurter Flughafenchef Stefan Schulte nach dpa-Angaben. Lufthansa hatte einen ersten Milliardenverlust ausgewiesen und weil der Flugbetrieb aktuell fast komplett stillsteht hatte die Airline erklärt, sich nicht mehr aus eigener Kraft retten zu können.

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