Corona-Krise

Gute Nachrichten für Condor! Insolvenzverfahren kann abgeschlossen werden

Ein Flugzeug der Airline Condor hebt ab
Ein Kredit in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro hat den deutschen Ferienflieger Condor vor der Pleite gerettet
Foto: Getty Images

Für viele Fluggesellschaften weltweit sind die aktuellen Zeiten existenzbedrohend. Davon sind auch die deutschen Airlines wie Lufthansa oder Condor betroffen. Die Bundesregierung hat sie vor der Pleite gerettet. Gute Nachrichten für Condor: Der Ferienflieger kann das Insolvenzverfahren nun Ende November beenden.

Der Ferienflieger Condor kann das durch die Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook verursachtes Insolvenzverfahren bald endgültig abschließen. Die Gläubigerversammlung habe dem Restrukturierungsplan mehrheitlich zugestimmt, teilte Condor am Donnerstag in Frankfurt mit. Da keine Rechtsmittel dagegen mehr möglich seien, werde das Verfahren Ende November beendet. „Der Weg ist jetzt frei, dass der 1. Dezember für Condor ein Neustart als gesundes Unternehmen sein wird“, erklärte Airline-Chef Ralf Teckentrup. Finanziell hängt Condor damit weiterhin am Tropf der Staatsbank KfW, die dem Unternehmen mit einem Kredit über 550 Millionen Euro unter die Arme gegriffen hatte.

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Schutzschirmverfahren sollte schon im Frühjahr abgeschlossen werden

Die Airline war vor rund einem Jahr in den Strudel der Pleite von Thomas Cook geraten, galt aber als eigenständig überlebensfähig. Eigentlich sollte das Schutzschirmverfahren, eine Variante der Insolvenz für sanierungsfähige Unternehmen, schon im Frühjahr abgeschlossen werden. Doch das polnische Luftfahrtunternehmen PGL, die Muttergesellschaft der Airline LOT, sprang wegen der Corona-Krise als Käufer ab. Condor musste mit zusätzlichen staatlichen Krediten, für die der Bund und das Land Hessen als Heimatstandort gerade stehen, gestützt werden. Das Verfahren ging in die Verlängerung.

Keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2021

Mit dem Ende der Prozedur ist Condor – bis auf den KfW-Kredit – entschuldet. Die Gläubiger, die Milliardenforderungen angemeldet hatten, müssen sich mit 13 Millionen Euro begnügen, wie es in Verfahrenskreisen hieß. Sachwalter Lucas Flöther kann damit bald seine Arbeit bei Condor beenden. Unter der Aufsicht des Sanierungsexperten durchlief die Airline mit einst knapp 5000 Beschäftigten eine harte Restrukturierung. Dank Personalabbau, Einkommenseinbußen der Beschäftigten und den Umzug der Firmenzentrale senkte Teckentrup die Kosten. Bis Ende 2021 verpflichtete sich Condor zum Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

 

Investor wird wohl erst später gesucht

Bis der Ferienflieger einen neuen Anlauf zur Suche nach einem Käufer nehmen kann, dürfte es wegen der zweiten Welle der Corona-Pandemie, die sämtliche Airlines hart trifft, noch dauern. So lange hält ein Treuhänder aus dem Umfeld der Anwaltskanzlei Noerr, die SG Luftfahrtgesellschaft, pro forma die Anteile. „Es gibt keinen Zeitdruck bei der Suche nach einem Investor. Ich rechne in den nächsten zwölf Monaten nicht mit der Wiederaufnahme des Investorenprozesses“, hatte Teckentrup dem „Handelsblatt“ vor einem Monat gesagt.

Im September hatte Condor mit seiner auf rund 50 Flugzeuge geschmolzenen Flotte 25 bis 30 Prozent der geplanten Kapazität im Angebot. Condor betreibe aber keine defizitären Flüge, sagte Teckentrup der Zeitung. Für den Winter rechnete der Condor-Chef mit nur zehn bis 15 Prozent.

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