Pauschalreisen, Flüge, Hotels

Thomas Cook ist pleite: Diese Rechte haben Urlauber jetzt

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Der Tourismus-Konzern Thomas Cook ist pleite
Foto: dpa picture alliance

Aus für die Thomas Cook Group – am Ende waren alle Verhandlungen vergebens. Weltweit sind von der Insolvenz aktuell wohl etwa 650.000 Reisende betroffen, die nun in Ihren Urlaubsorten festsitzen. Welche Rechte Sie als Betroffener jetzt haben.

Wer wegen der Pleite einen über Thomas Cook gebuchten Urlaub nicht antreten kann, hat ein Anrecht auf Schadenersatz und bekommt zusätzlich den Reisepreis zurück erstattet. Wer sich bereits im Urlaub befindet, sollte den Kontakt zum Reiseleiter suchen.Thomas Cook selbst schrieb auf seiner Internetseite, dass man von Anrufen in den Call Centern absehen solle. Wer einen Pauschalurlaub bei Thomas Cook gebucht hat, ist von der sogenannten ATOL-Regelung geschützt, die garantiert, dass man für alle verhinderten Reisen entschädigt wird und kostenfrei nach Hause gelangt.

Sicherungsschein als Garantie für Entschädigung

Auch wer eine sogenannte verbundene Reiseleistung gebucht hat, ist laut dem seit 2018 geltenden Reiserecht gegen eine mögliche Insolvenz abgesichert – unter dem Begriff versteht man die Buchung mindestens zweier Leistungen an einem Tag bei einem Unternehmen, zum Beispiel Flug und Unterkunft. Auch ein Rücktransport ins Heimatland gehört bei beiden Fällen zu den abgesicherten Leistungen, auf die Urlauber ein Anrecht haben. Über den Reisesicherungsschein, den jeder Urlauber nach Abschluss seiner Buchung erhält, kann man seine Rechte geltend machen – Unternehmen wie Thomas Cook müssen sich gegen eventuelle Zahlungsunfähigkeit entweder durch den Abschluss einer Versicherung oder über eine Bankgarantie versichern, wie die „Berliner Morgenpost“ schreibt.

Bucht man jedoch nur einen Flug bei dem Unternehmen, hat man diese Garantie laut der „Daily Mail“ nicht.

Auch deutsche Tochterfirmen von Pleite betroffen

Betroffen von der Pleite sind auch die Tochterunternehmen von Thomas Cook, so unter anderem Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature. Das Unternehmen teilte mit, man könne auch über diese Unternehmen gebuchte Reisen nicht gewährleisten. Aktuell lote man letzte Optionen aus, sehe sich aber im schlimmsten Fall gezwungen, für die Thomas Cook GmbH und die dazu gehörigen Gesellschaften Insolvenz anzumelden.

Gehen auch die deutschen Tochterfirmen von Thomas Cook in die Insolvenz, greift zunächst eine spezielle Versicherung, die jedoch auf 110 Millionen Euro begrenzt ist – ob der Größe von Thomas Cook und der Zahl der gebuchten Urlaube ist aber längst nicht klar, ob diese Summe ausreicht, um sämtliche Betroffenen zu entschädigen. Die deutsche Fluggesellschaft Condor, eine Thomas Cook-Tochter, versicherte unterdes, dass der Flugbetrieb weitergehe.

Britische Regierung arbeitet an Notfallplan

Unterdessen droht unzähligen Angestellten der Verlust ihrer Jobs. Laut Informationen der „Daily Mail“ arbeitet die britische Regierung derzeit unter dem Namen „Operation Matterhorn“ an der Ausarbeitung eines Planes, um die zahlreichen Gestrandeten in die Heimat zurückzuführen: Dies wäre die größte Rückführungs-Aktion des Landes in Friedenszeiten.

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Als Gründe für den Bankrott vermuten Finanzexperten ein jahrelanges Missmanagement. Auch der drohende Brexit soll sich negativ auf die finanzielle Situation des Unternehmens und ihre Verhandlungen mit den Banken ausgewirkt haben. Nun verhandelt die Firma mit ihren beiden größten Gebern und Gläubigern: Der Royal Bank of Scotland und der Lloyds Bank. Bereits im März hatte die Firma von diesen 300 Millionen Pfund Notfallfonds erhalten.