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Mit Flüssigwasserstoff

Neues Flugzeug-Konzept soll emissionsfreies Fliegen möglich machen

Wasserstoff-Flugzeug
Das vom britischen Aerospace Technology Institute (ATI) vorgestellte Wasserstoff-Flugzeug soll emissionsfrei und nonstop von London nach San Francisco fliegen können.Foto: Aerospace Technology Institute

Emissionsfreies Fliegen? Sogar auf Langstrecken? Aktuell ist das lediglich eine Zukunftsvision, sind wir doch noch weit davon entfernt, klimaneutral zu fliegen. Doch in der Luftfahrt gibt es immer mehr Konzepte, die darauf abzielen, umweltverträgliches Fliegen zu ermöglichen. Nun haben Forscher in Großbritannien einen Entwurf für ein wasserstoffgetriebenes Flugzeug vorgelegt. Damit soll Fliegen schon bald ganz ohne CO₂-Ausstoß möglich sein.

„FlyZero“, so heißt das Forschungsprojekt des Aerospace Technology Institute (ATI) in Großbritannien, das die Regierung fördert. Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 eine kohlenstofffreie kommerzielle Luftfahrt zu realisieren. Im Rahmen des Projekts arbeitet ein Expertenteam an klimaneutralen Flugzeugen und hat ein Konzept eines Wasserstoff-Airliners entwickelt. Der Entwurf zeigt das enorme Potenzial von Flüssigwasserstoff für den Flugverkehr auf. So soll es etwa möglich sein, zwei beliebige Punkte auf der Erde mit maximal einem Zwischenstopp zu verbinden. Wie das gehen soll und welche Hürden es zu überwinden gilt – TRAVELBOOK gibt einen Überblick.

Wasserstoff-Airliner soll „grünes Fliegen“ ermöglichen

Größentechnisch rangiert das „FlyZero“-Wasserstoff-Flugzeug etwa zwischen einer Boeing 767 und einem Airbus A330. Bis zu 279 Passagiere könnten mit dem „grünen“ Flugzeug mit einer Spannweite von 54 Meter fliegen – mit derselben Geschwindigkeit und dem Komfort heutiger Langstreckenflugzeuge, aber eben ohne CO₂-Emissionen. Die meisten Flüge sollen sogar als Direktflug möglich sein, maximal benötige es eine Zwischenlandung.

Laut Webseite der britischen Regierung sieht „FlyZero“-Projektleiter Chris Gear in dem Wasserstoff-Flugzeug einen echten „Gamechanger“. Er spricht von einem „Neubeginn für die Luftfahrt ohne CO₂-Fußabdruck.“

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Das Flugzeug soll von zwei Turbofan-Triebwerken angetrieben werden. Wasserstoff, der auf mindestens minus 235 Grad Celsius heruntergekühlt wird, dient als Treibstoff. Und genau dieser verleiht dem Flugzeug die Optik eines „dicken Bauchs“. Zur Speicherung des Wasserstoffs dient ein Haupttank im hinteren Teil des Flugzeugs und zwei weitere kleinere Tanks im Bereich des Rumpfs, damit das Flugzeug das Gleichgewicht halten kann. Nähere Details wie Technologiepläne und Wirtschaftsberichte will das „FlyZero“-Expertenteam Anfang 2022 veröffentlichen.

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Auch Airbus plant Wasserstoff-Flugzeuge

Das auf Wasserstoff bauende Konzept für die Luftfahrt ist nicht neu. Airbus hat bereits im vergangenen Jahr drei neue Flugzeugmodelle vorgestellt, die ebenfalls mit Wasserstoff betrieben werden sollen. Der europäische Luftfahrtkonzern plant eine Inbetriebnahme im Jahr 2035. Dafür seien laut Airbus-Chef Guillaume Faury allerdings „entscheidende Maßnahmen des gesamten Luftfahrtökosystems“ notwendig, wie Airbus auf seiner Webseite berichtet. So bräuchte es neben der Unterstützung und Förderung der jeweiligen Regierungen etwa eine innovative Infrastruktur der Flughäfen für den Transport und das Auftanken des Wasserstoffs.

Ob und wann wir demnach mit Wasserstoff fliegen ist ungewiss und hängt trotz der vielversprechenden Konzepte von vielen weiteren Faktoren und Hürden ab.

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