23. Dezember 2025, 12:59 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wenn zur Weihnachtszeit Millionen Menschen in Zügen unterwegs sind, wittern auch Diebe ihre Chance. Die Bundespolizei meldet Tausende Diebstähle jährlich – doch mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Worauf Reisende jetzt besonders achten sollten und wie man sich im Zug vor Diebstahl schützen kann.
Trotz eines leichten Rückgangs ist Diebstahl im Zug nach wie vor ein Problem. Laut Bundespolizei wurden in den ersten zehn Monaten des Jahres 8343 Diebstähle von Taschen und Handgepäck auf freier Strecke gemeldet – rund 1800 weniger als im gleichen Zeitraum 2024 (10.119 Fälle). Bereits damals war die Zahl rückläufig.
Gerade jetzt, wenn zur Weihnachtszeit über fünf Millionen Fahrgäste mit der Bahn reisen, steigt das Risiko erneut. Denn unter den vielen Reisenden befinden sich leider auch Kriminelle.
Übersicht
Tipps, wie man sich vor Diebstahl schützt
Wertsachen immer am Körper tragen
Die wichtigste Regel für Bahnreisende lautet: Wertgegenstände wie Handy oder Geldbörse sollten nie unbeaufsichtigt bleiben. „Wir empfehlen Reisenden, Wertgegenstände wie Portemonnaies oder Handys am Körper zu tragen und beim Verlassen des Sitzplatzes mitzunehmen“, so eine Bahnsprecherin.
Das gilt nicht nur beim Toilettengang oder dem Besuch im Bordbistro, sondern auch beim kurzen Einnicken. Ein Rucksack zwischen den Beinen oder ein Handy auf dem Nebensitz ist in solchen Momenten schnell verschwunden. Wer mag, kann auch Sitznachbarn bitten, ein Auge auf das Gepäck zu werfen.
Vorsicht auf kurzen Strecken in Ballungsräumen
Besondere Aufmerksamkeit ist auf kurzen Abschnitten zwischen Bahnhöfen in dicht besiedelten Gebieten geboten. Hier sind Täter oft besonders aktiv, wie die Bahnsprecherin erklärt.
Großes Gepäck? Sichtkontakt ist der beste Schutz
Fernreisende mit großen Koffern sollten darauf achten, ihr Gepäck im Blick zu behalten – auch wenn es nicht direkt am Sitzplatz verstaut werden kann. Die Bahn empfiehlt, bei der Sitzplatzreservierung auf bahn.de oder in der App DB Navigator gezielt Plätze zu wählen, von denen aus man die Gepäckablagen im Eingangsbereich oder in der Wagenmitte gut im Auge behalten kann.
Ideal sei es jedoch, wenn Gepäck über dem eigenen Sitz oder unter dem Platz verstaut werden könne.
Vorsicht vor allem auch am Bahnsteig
Auch die Bundespolizei mahnt zur Vorsicht – vor allem beim Ein- und Aussteigen sowie am Bahnsteig. Dort nutzen Diebe oft das Gedränge. Eine bekannte Masche: Ein Dieb rempelt das Opfer an und lenkt es so ab, der Zweite nutzt den Moment und greift das Smartphone aus der Hosentasche oder den Geldbeutel aus dem Rucksack.
Wertsachen gehören daher in eine verschließbare Innentasche – am besten in der Jacke – und sollten nie unbeaufsichtigt bleiben.
Richtig reagieren bei einem Diebstahl
Wer im Zug bestohlen wurde, sollte besonnen handeln. Zunächst empfiehlt die Bundespolizei, sich einen Überblick zu verschaffen: Was fehlt genau? Lässt sich etwa ein Smartphone orten? Anschließend gilt:
- Umgebung prüfen: Ist der Täter noch in der Nähe, sollte man sich sein Aussehen merken. Andere Fahrgäste können ebenfalls Hinweise geben. Wichtig: „Verfolgen Sie niemanden und gehen Sie kein unnötiges Risiko ein“, betont die Bundespolizei.
- Zugpersonal informieren: In jedem ICE und IC sind laut Bahnsprecherin Zugbegleiter an Bord, die im Ernstfall die Bundespolizei hinzuziehen können. Über die Lautsprecheranlage kann zudem nach mitreisenden Polizisten gefragt werden. Gibt es kein erreichbares Personal, hilft die Notsprechstelle im Zug weiter.
- Polizei kontaktieren: Der Notruf 110 steht auch im Zug zur Verfügung.
- Details notieren: Informationen wie Zugnummer, Strecke, Uhrzeit, Wagen- und Sitzplatznummer helfen der Polizei und sind bei der Sichtung möglicher Videoaufzeichnungen wichtig.
- Karten und Handy sperren: Wurden Bankkarten gestohlen, sollte sofort der Sperrnotruf 116 116 gewählt werden. Bei einem verlorenen Smartphone gilt es, die SIM-Karte sperren zu lassen und Passwörter zu Online-Diensten zu ändern. Auch gestohlene Ausweise müssen gemeldet werden – insbesondere bei aktiviertem Online-Ausweis, den man laut Bundespolizei so schnell wie möglich sperren lassen sollte.
So unangenehm ein Diebstahl auch ist – mit Aufmerksamkeit, Vorbereitung und schnellem Handeln lässt sich der Schaden begrenzen oder sogar ganz vermeiden.
Mit Material von dpa