Legendäre Stadt in Äthiopien

Liegt in dieser Kapelle in Axum die verschollene Bundeslade?

Kapelle der Kirche der Heiligen Maria von Zion in Axum
In der alten Kapelle der Kirche der Heiligen Maria von Zion in Axum soll angeblich die Bundeslade mit den zehn Geboten liegen
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Kaum ein Ort in Afrika hat die Fantasie von Archäologen und Forschern so beflügelt wie Axum. Denn hier vermuten Experten die mythische Bundeslade. Tatsächlich wird hier eine Truhe streng bewacht.

Die Zeit scheint stillzustehen in Axum. Bauern bestellen mit Ochsenkarren ihre Felder. Dutzende Gläubige pilgern in weißen Gewändern an Kamelen vorbei in eine orthodoxe Kirche. Als am Ende einer langen mit Kopfsteinstraße zwei riesige Stelen am Horizont auftauchen, ist der Zeitsprung perfekt.

Magische Aura: Vor dem berühmten Stelenfeld im Zentrum von Axum zieht eine Prozession entlang

Magische Aura: Vor dem berühmten Stelenfeld im Zentrum von Axum zieht eine Prozession entlang
Foto: dpa picture alliance

Die heute eher unscheinbare Stadt im Hochland im Norden Äthiopiens hat eine bedeutende Vergangenheit, ihr Name weckt bei Archäologen und Weltreisenden Fantasien von religiösen Mysterien.

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„Axum ist eine heilige Stadt“

Menelik, der Sohn der Königin von Saba und des Königs Salomon, soll die wertvolle Truhe einst aus Jerusalem mitgebracht haben. „Gott hat diesen Ort auserwählt. Axum ist eine heilige Stadt“, erklärt denn auch der örtliche Diakon Zemikael Brhane.

Diakon Zemikael Brhane in der neuen Kirche der Heiligen Maria von Zion in Axum neben einem alten religiösen Buch

Diakon Zemikael Brhane in der neuen Kirche der Heiligen Maria von Zion in Axum neben einem alten religiösen Buch
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Derzeit heißt er Abba Gebre Meskel und lebt seit mehr als 30 Jahren auf dem Gelände der kleinen Kapelle, in der die Lade angeblich liegt.

„Manche Touristen warten stundenlang, nur um einen Blick auf ihn zu erhaschen“, sagt der Geschichtsexperte und Reiseführer Ephrem Brhane. Weil die Kapelle nicht betreten werden darf, kann niemand die angebliche Bundeslade selbst sehen – sie ist ohnehin stets mit einem Tuch abgedeckt.

Gläubige bei einer Zeremonie in Axum, bei der eine Kopie der Bundeslade („Tabot“) aus einer Kapelle getragen wird

Gläubige bei einer Zeremonie in Axum, bei der eine Kopie der Bundeslade („Tabot“) aus einer Kapelle getragen wird
Foto: dpa picture alliance

Hier soll die Königin von Saba gelebt haben

Aber eigentlich begann alles mit Makeda, der sagenumwobenen Königin von Saba. Sie wird im alten Testament erwähnt, soll wunderschön und sehr reich gewesen sein. Zehn Autominuten außerhalb von Axum liegt Experten zufolge ihr Palast – oder was davon übrig ist. Gut ist noch der Grundriss zu erkennen. „Es wurden Münzen mit dem Bild der Königin und Tonwaren gefunden, die darauf hindeuten, dass die Königin wirklich hier gelebt hat“, sagt Brhane.

Höhepunkt eines Trips nach Axum ist das Stelenfeld in der Stadt, wo wichtige Persönlichkeiten des Reiches begraben liegen. Bis heute weiß niemand, wie die gigantischen Obelisken dorthin gebracht und aufgestellt wurden. Die größte Stele, die 33,5 Meter hoch war und 520 Tonnen wog, ist schon vor langer Zeit umgestürzt.

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Das Stelenfeld aus dem alten aksumitischen Reich ist eines der Mysterien der Erde. Man vermutet, der umgestürzte Pfeiler sei der Grabstein von Makeda

Das Stelenfeld aus dem alten aksumitischen Reich ist eines der Mysterien der Erde. Man vermutet, der umgestürzte Pfeiler sei der Grabstein von Makeda
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Erst 2005 kam der gestohlene Obelisk zurück nach Axum

Die zweitgrößte Stele hat eine bewegtere Geschichte: Sie war 1937 unter italienischer Besatzung im Auftrag von Benito Mussolini mit einem Schiff nach Rom gebracht worden. Es scherte den Diktator nicht, dass die mit Hieroglyphen bedeckte Säule als Nationalsymbol Äthiopiens gilt – 65 Jahre zierte sie einen Platz im Zentrum Roms in der Nähe des Zirkus Maximus.

Erst 2005 wurde sie in russischen Antonov-Maschinen – zerlegt in drei massive Blöcke – zurück nach Axum gebracht. Die 30 Meter hohe Stele wieder an ihrem Originalstandort zu sehen, erfüllt die Äthiopier mit Stolz. Sie ist ein unauslöschliches Zeichen für die großartige Historie des später durch so viele Dürren und Konflikte gebeutelten Landes am Horn von Afrika.

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