23. August 2025, 6:45 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Die ungarische Hauptstadt Budapest ist berühmt für ihre Thermalquellen – mehr als 120 sprudeln dort aus dem Boden und haben der Metropole den Beinamen „Stadt der Bäder“ eingebracht. Damit ist sie weltweit einzigartig: Keine andere Hauptstadt hat eine so hohe Dichte an heißen Quellen. Weniger bekannt ist jedoch, dass sich unter der Stadt auch zahlreiche Höhlensysteme befinden. TRAVELBOOK stellt einige davon vor.
Budapest wird von vielen Urlaubern für seine beeindruckende Architektur, die zahlreichen Thermalquellen und die kulinarische Vielfalt geschätzt. Weniger bekannt, aber ebenso faszinierend, sind die unterirdischen Höhlen, die sich unter der Stadt befinden. Wer Budapest einmal „von unten“ erleben möchte, hat inzwischen die Möglichkeit dazu – manche Höhlen sind leicht zugänglich, andere lassen sich nur mit Tauchschein erkunden.
Übersicht
Die Höhlen von Budapest
Budapest hat neben seinen Thermalquellen eine Vielzahl an unterirdischen Höhlen. Die meisten befinden sich dabei auf der Buda-Seite der Donau, also im Westen der Stadt. So befindet sich unter Buda eine große Menge an Kalk- und Karstgestein. Dieses wurde im Laufe der Jahre durch das Thermalwasser ausgewaschen, wodurch ein dichtes Netz an Höhlen entstand.
Auf der östlichen Seite (Pest) gibt es hingegen kaum Höhlen, da die Region hier vergleichsweise flach ist. Mittlerweile finden sich laut der Website „Budapest Besuchen“ über 200 verschiedene Höhlen unter den Straßen und Gebäuden auf der Buda-Seite der Stadt. Hiervon ist allerdings nur ein kleiner Teil für Besucher erschlossen, der Rest dient weiterhin zur Forschung. Die meisten (begehbaren) Höhlen befinden sich unter dem Rosenhügel (Rózsadomb), dem Budaer Burgberg (Várhegy) sowie im Thermal-Karstgebiet von Buda, das vor allem die Bezirke II und XI umfasst.
Pál-völgyi-Höhlen
Das längste Höhlensystem unter Budapest bilden die Pál-völgyi-Höhlen. Sie liegen in den Budaer Bergen, nahe des Rózsadomb (Rosenhügel). Besucher können rund 500 Meter des insgesamt 32 Kilometer langen Tunnelsystems erkunden, während der Rest der Höhle geschlossen bleibt. Laut der Website „Budapestinfo“ führt der begehbare Teil über mehr als 400 Stufen und ist ab einem Alter von 5 Jahren und einer Körpergröße von 115 cm zugänglich. Auch wenn die Höhle vergleichsweise „geräumig“ ist, sollten Besucher trotzdem gut zu Fuß sein. Im Inneren angekommen können zwischen verschlungenen Gängen und verschiedenen Ebenen Tropfsteine und glänzende Kalzitkristalle entdeckt werden. Im angrenzenden Besucherzentrum gibt es zudem Einblicke in die Welt der Fledermäuse, die ebenfalls in der Höhle leben.
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Szemlő-hegyi-Höhle
Eine weitere leicht zugängliche Höhle unterhalb des Rosenhügels (Rózsadomb) ist die Szemlő-hegyi-Höhle. Sie wurde 1930 entdeckt und wird bis heute wegen ihrer Tropfsteine und Kristallformationen wissenschaftlich erforscht. Seit 1986 ist sie auch für Besucher geöffnet. Auf ihrer Website trägt sie den Beinamen „unterirdischer Blumengarten Budapests“, inspiriert von den weißen Kristallbildungen an den Wänden, die wie Blüten wirken. Bekannt ist die Höhle außerdem für ihre besondere Luftqualität: Im Inneren herrschen konstant rund 12 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Deshalb wird sie seit einigen Jahren auch für Atemtherapien genutzt und gilt als Heilhöhle.
Für Besucher sind etwa 250 Meter erschlossen. Breite Gänge und befestigte Wege machen die Szemlő-hegyi-Höhle auch für Familien oder Menschen ohne Höhlenerfahrung geeignet.
Molnár-János-Höhle
Ein weiteres spektakuläres Höhlensystem verbirgt sich unterhalb des Rosenhügels: die Molnár-János-Höhle. Sie liegt direkt neben dem Lukács-Thermalbad am westlichen Donauufer, in einer Gegend, die früher als „Felhévíz“ bekannt war. In diesem Teil Budapests wurden zahlreiche thermische Karsthöhlen entdeckt – oft eher zufällig bei Bauarbeiten. Entstanden sind sie laut der Website „mjcave“ durch heißes, mineralreiches Wasser, das aus der Tiefe aufstieg und über Jahrtausende hinweg den Kalkstein aushöhlte.
Besonders einzigartig ist ihre Lage: Die Höhle erstreckt sich direkt unter einem Wohngebiet und ihr unscheinbarer Eingang befindet sich hinter dem Thermalbad „Lukács fürdő“. Früher wurde sie zur Nutzung von Mehl‑ und Schießpulvermühlen genutzt, danach diente sie als Quelle für das nahliegende Thermalbad.
Während es sich bei den anderen beiden um trockene Karsthöhlen handelt, ist die Molnár-János-Höhle eine geflutete Thermalwasserhöhle, die vollständig im Wasser liegt. Aus diesem Grund kann sie nur mit entsprechender Tauchausrüstung und Erfahrung erkundet werden. Erfahrene Taucher können hier bei Wassertemperaturen von bis zu 27 Grad durch unterirdische Hallen tauchen.
Anreise nach Budapest
Von Deutschland aus erreicht man Budapest am bequemsten mit dem Flugzeug. Zielflughafen ist der Budapest Liszt Ferenc International Airport, der größte Flughafen Ungarns. Von dort gelangt man mit dem Auto oder Taxi in rund 30 Minuten ins Stadtzentrum. Alternativ fahren regelmäßig Shuttlebusse, die den Flughafen direkt mit der Innenstadt verbinden. Wer lieber mit dem Zug reist, kann von Deutschland aus beispielsweise über Wien nach Budapest fahren.

