Dunkle Bedrohung für „Mos Espa“-Kulisse

Tunesiens „Star Wars“-Dorf, das von der Sahara verschluckt wird

Tunesiens „Star Wars“-Dorf, das von der Sahara verschluckt wird
In „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ ist Mos Espa Weltraumbahnhof und Heimat von Anakin Skywalker, der später zu Darth Vader wird. Die Filmstadt liegt in der Wüste Süd-Tunesiens und zieht Fans aus aller Welt an
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Tunesiens „Star Wars“-Dorf, das von der Sahara verschluckt wird
Etwa 20 Gebäude stehen nordwestlich von Tozeur. Von außen sieht alles echt aus, hinter der Fassade erkennt man aber, dass alles recht sporadisch aus Pappmaché und Holz zusammengezimmert wurde. „Star Wars“-Fans haben sich in den letzten Jahren um die Restaurierung des alternden Filmsets bemüht – durch Wanderdünen droht jetzt aber erneute Zerstörung
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Tunesiens „Star Wars“-Dorf, das von der Sahara verschluckt wird
Wie auf einem anderen Stern fühlt man sich in der tunesischen Sahara. Das hat auch George Lucas erkannt und einen Großteil seiner „Star Wars“-Filme hier gedreht
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Tunesiens „Star Wars“-Dorf, das von der Sahara verschluckt wird
Übernachten wie Luke Skywalker: Das geht im umgebauten Höhlenhotel Sidi Driss in Matmata, in dem viele bedeutende Szenen aus „Krieg der Sterne“ entstanden sind
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Tunesiens „Star Wars“-Dorf, das von der Sahara verschluckt wird
Tataouine (in anderer Schreibweise als das Film-Tatooine) gibt es wirklich – allerdings liegt die Oasenstadt, die dem berühmten Wüstenplaneten ihren Namen lieh, rund 400 Kilometer weiter südlich in Tunesien
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Tunesiens „Star Wars“-Dorf, das von der Sahara verschluckt wird
Ein weiterer Drehort für „Star Wars“ war Ksar Hadada nördlich von Tataouine. Die früheren Kornspeicher dienten in Episode IV als Quartiere der Sklaven auf dem Wüstenplaneten. Auch hier können Fans und Neugierige heute übernachten
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Schon seit Jahren bangen eingefleischte „Star Wars“-Fans – denn Mos Espa, die legendäre Film-Heimat von Anakin Skywalker, droht im Sand zu versinken. TRAVELBOOK zeigt, wie Sie hinkommen und wo Sie sonst noch auf den Spuren der Sternenkrieger wandeln können.

Wie aus dem Nichts tauchen sie in der scheinbar endlosen Weite auf: Kleine Kuppeln, Tore und Mauern erheben sich aus dem Sand von Tunesiens Wüste, dazwischen ragt eine weiße Rakete in den Himmel. Merkwürdig still ist es hier – und unweigerlich fühlt man sich wie auf einem fremden Stern.

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So ähnlich muss es George Lucas ergangen sein, als er hier Mitte der 90er-Jahre den Wüstenplaneten Tatooine bei Dreharbeiten für Episode I seiner „Star Wars“-Filme zum Leben erweckt hat. Die etwa 20 Häuser der fiktionalen Stadt Mos Espa, Heimat von Anakin Skywalker – dem späteren Darth Vader –, stehen nordwestlich von Tozeur in der kargen Landschaft zwischen dem Salzsee Chott el Djerid und den Gebirgszügen Südtunesiens und ziehen bis heute „Star Wars“-Fans aus aller Welt an.

Wer noch selbst auf dem Wüstenplaneten landen will, sollte sich beeilen: Die Science-Fiction-Kulissen versinken nämlich allmählich im Sand, wie Geoforscher bereits 2013 warnten.

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Eine Attraktion, die vor dem Sand der Sahara geschützt werden muss

Eine Attraktion, die vor dem Sand der Sahara geschützt werden muss. Foto: Getty Images

Teure Rettung

Wanderdünen sind die dunkle Bedrohung für Mos Espa. Mit bis zu 15 Metern pro Jahr bewegen sich die Sandmassen auf die Filmstadt zu – einige der von Fans liebevoll restaurierten Gebäude wurden von den Elementen bereits erreicht und beschädigt. Bereits 2015 startete die tunesische Regierung daher einen Spendenaufruf, um Geld zur Rettung der Kulissen zu sammeln – stolze 140.000 Euro würden laut „Deutschlandfunk Nova“ dazu schätzungsweise benötigt.

Aber es gibt noch mehr Orte in Tunesien, die als Kulissen für die „Star Wars“-Episoden dienten: Im Höhendorf Matmata zum Beispiel kann man dort übernachten, wo Luke Skywalker einst wohnte. Das Hotel Sidi Driss besteht aus mehreren Höhlen, in denen man zwar nicht unbedingt komfortabel, dafür aber stilecht wie ein Weltraumheld logiert. Auch auf der Insel Djerba sind einige Szenen aus „Krieg der Sterne“ entstanden: Bereits 1977 wurden unter anderem in Sidi Jemour die Szenen der fiktiven Stadt Mos Eisley gedreht, die in „Star Wars IV – Eine neue Hoffnung“ zu sehen sind. Die noch vorhandenen alten Gebäude sind heute größtenteils bewohnt oder dienen anderen Zwecken.

Eine gute Nachricht für alle „Star Wars“-Anhänger zum Schluss: Darth Vaders Heimat Mos Espa wird nicht vollends untergehen. Irgendwann werden die Wanderdünen weiterziehen und die Gebäude wieder freigeben. Und auch dann werden sich fleißige Helfer finden, die Tatooine wieder zu neuem alten Glanz verhelfen.

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