Berühmte Drehorte

Was wurde aus der Insel aus „Cast Away“?

Mit einem knallgelben Gummiboot, einem Rettungsboot aus dem Absturzflugzeug, unternimmt Noland einen ersten Fluchtversuch. Der am umgebenden Riff scheitert. Im Hintergrund gut zu sehen: das Vulkangestein Monurikis
Mit einem knallgelben Gummiboot, einem Rettungsboot aus dem Absturzflugzeug, unternimmt Noland einen ersten Fluchtversuch. Der am umgebenden Riff scheitert. Im Hintergrund gut zu sehen: das Vulkangestein Monurikis
Foto: dpa picture-alliance

Viele Orte dieser Welt kennen wir gut – ohne jemals dort gewesen zu sein. Wir haben sie in Filmen gesehen, malerische Kulissen, in denen wir zusammen mit den Helden gelebt, geliebt und gelitten haben. Was wurde aus den Drehorten berühmter Filme? Heute: „Cast Away – Verschollen“ mit Tom Hanks.

Während sein Bart und Kopfhaar immer länger wurden, magerte der Körper auf die Figur eines zähen Einsiedlers ab. Die moderne Robinsonade „Cast Away – Verschollen“ (2000) erzählt die Geschichte des einzigen Überlebenden eines Flugzeugabsturzes über der Südsee. Das Schicksal spült den Geschäftsmann Chuck Noland (Tom Hanks) an den  Strand einer unbewohnten Insel. Doch erst dort beginnt der wahre Überlebenskampf.

Das Ein-Personen-Drama geht vor allem durch Tom Hanks‘ überzeugende Darstellung nahe. Vier Jahre lang lebt der von ihm gespielte Workaholic in seiner erzwungenen Auszeit in völliger Isolation. Die paradiesische Insel wird sein Gefängnis, bis ihm schließlich ein Fluchtversuch mit einem selbst gebauten Floß gelingt.

Der weiße Sand, in den Noland (Tom Hanks) im Film einen verzwiefelten Hilferuf schreibt, ist heute bei Tagestouristen sehr beliebt

Der weiße Sand, in den Noland (Tom Hanks) im Film einen verzwiefelten Hilferuf schreibt, ist heute bei Tagestouristen sehr beliebt
Foto: dpa picture-alliance

Neben Chuck Noland selbst spült das Meer auch einige FedEx-Pakete aus der abgestürzten Maschine an. Die Überreste der Zivilisation erscheinen in der Wildnis zunächst absurd, sind aber bei näherer Betrachtung doch für Einiges gut zu gebrauchen: Die Bänder aus Videokassetten nutzt er zum Bauen des Fluchtfloßes, Schlittschuhkufen dienen zum Öffnen von Kokosnüssen – und nicht zuletzt ist da „Wilson“, der wohl berühmteste Ball der Filmgeschichte. Unvergesslich ist die innige Freundschaft, die Chuck Noland mit diesem Volleyball schließt, seinem persönlichen Freitag. Und gerade in dieser Beziehung wird seine Verzweiflung deutlich: Wie einsam muss ein Mensch sein, der einen Ball zum besten Freund nimmt?

Der Drehort

Die Suche nach dem perfekten Drehort, einem Südsee-Paradies, in welchem die Härte der Einsamkeit darstellbar ist, dauerte mehrere Monate. Nachdem jede Inselgruppe im Südpazifik inspiziert worden war, fiel die Entscheidung: Mit Monuriki, einer rauen tropischen Schönheit, hatten die Filmemacher den richtigen Ort gefunden. Ausschlaggebend für die Wahl dieser unbewohnten Vulkaninsel waren die charakteristische Spitze der Insel, ihr weißer Sandstrand und der kleine Kokospalmenwald.

Monuriki heißt die Südseeinsel, auf der Tom Hanks zu einem Robinson Crusoe mutiert. Die unbewohnte Insel gehört zu den Fidschis und ist mit ihrem Korallenriff, dem schroffen bewachsenen Gestein und feinem Sandstrand eine typische Tropenschönheit

Monuriki heißt die Südseeinsel, auf der Tom Hanks zu einem Robinson Crusoe mutiert. Die unbewohnte Insel gehört zu den Fidschis und ist mit ihrem Korallenriff, dem schroffen bewachsenen Gestein und feinem Sandstrand eine typische Tropenschönheit
Foto: Getty Images

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Im Film heißt es übrigens, das Robinson-Eiland liege 1000 Kilometer südlich der Cook-Inseln. Reine Fantasie, denn bis zur Antarktis gibt es südlich der Cook-Inseln keine Inseln mehr. Es sei denn, sie wurden noch nicht entdeckt.

Da sich Monuriki im Privatbesitz einer Fidschi-Familie befindet, setzte eine Dreherlaubnis sowohl formelle als auch zeremonielle Treffen zwischen Produktion und Inselbesitzern voraus. Dabei wurde auch ein Abkommen zum Umweltschutz auf der Insel getroffen. Während des Drehs wohnten auf der Insel bis zu 100 Filmmitarbeiter.

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Was wurde aus der Einsiedlerinsel?

Einsam ist die Insel heute nicht mehr – wenn auch nach wie vor unbewohnt. Monuriki wurde nach dem erfolgreichen Film zu einem wahren Touristenmagneten. Von den Nachbarinseln, wie etwa dem Touristenzentrum Malolo Lailai, landen Boote mit Tagesgästen an. Geführte Drehorttouren oder geführte Wanderungen durch die teils bizarre Natur der Insel sind ebenso möglich wie ein Sonnenbad am Puderzuckerstrand oder Schwimmen und Schnorcheln im Meeresschutzgebiet rund um die Insel mit seinen Korallenriffen.

Eine Monuriki-„Cast Away“-Tour hat zum Beispiel der Veranstalter Tokoriki Diving im Programm.

Für einen Bewohner ist die Einsamkeit auf der Insel geradezu lebensnotwendig: den Kammleguan. Vor wenigen Jahren war das Reptil kurz vor dem Aussterben, bis Tierschützer sich des einzigartigen Leguans annahmen, für den Monuriki der natürliche Lebensraum ist.

Um so wichtiger also, dass die berühmte Insel weiter unbewohnt bleibt.

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