Blue Hole in Ägypten

HIER liegt der gefährlichste Tauchspot der Welt

Blue Hole
Der Einstieg zum Blue Hole liegt direkt an der Küste des kleinen Ortes Dahab
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In der Tiefe lauert der Tod: In den letzten 15 Jahren haben etwa 150 Taucher ihren Besuch im Blue Hole in Ägypten mit dem Leben bezahlt. Zum Verhängnis wurde ihnen die Schönheit dieses Ortes – denn um sie zu erleben, gehen nicht Wenige unverantwortliche Risiken ein. Am Ende wird der eigene Körper zum Feind...

Die Todesgefahr lauert in etwa 52 Metern Tiefe, denn hier öffnet sich im Blue Hole eine Art Tunnel, ein Durchgang zum offenen Meer, durch den an guten Tagen das Sonnenlicht auf geradezu magische Art und Weise das Meer erleuchtet – kein Wunder, dass es viele verlockt, hier hindurch zu tauchen. Unerfahrene Taucher machen hier nicht selten einen fatalen Fehler, sie tauchen noch tiefer hinab. Was spätestens dann unweigerlich passiert, nennt man den Tiefenrausch – ein Gefühl, als wäre man beschwipst, nur mit potentiell tödlichen Folgen: Der Tiefenrausch kann zu Schwindelgefühl, Wahrnehmungsstörungen bis hin zu Halluzinationen und schließlich gar zur Bewusstlosigkeit führen, was unter Wasser den sicheren Tod bedeutet. Zudem wird ab einer Tiefe von 64 Metern der Sauerstoff toxisch, was verheerende Folgen haben kann.

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Ein Opfer filmte seinen eigenen Todeskampf

Der Tiefenrausch ist eine Folge der anderen Druckverhältnisse unter Wasser und ergibt sich dadurch, dass, anders als beim Ausatmen an Land, der in der Atemluft enthaltene Stickstoff nicht aus dem Körper entweicht, sondern sich im Gegenteil anreichert, so auch im Gehirn. Wie das Magazin „Faszination Wissen“ erklärt, wird dadurch die Kommunikation der Nervenzellen gestört und die Weiterleitung von Impulsen verhindert – die Folge sind erst euphorische Glücksgefühle, die dann in Panik und schließlich Kontrollverlust umschlagen. Das einzige Gegenmittel: Sofortiges Auftauchen, doch das ist im Tunnel des Blue Hole natürlich nicht möglich.

Blue Hole

Eine unvergleichliche Faszination – aber auch eine potentiell tödliche
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Traurige Berühmtheit erlangte der beliebte Tauchspot spätestens im Jahr 2000, als der Russe Iouri Lipski genau diesem Umstand zum Opfer fiel und seinen eigenen Todeskampf mit einer Unterwasserkamera filmte. Zum Verhängnis wurde ihm laut einem Bericht von BILD nicht nur sein Leichtsinn, sondern auch, dass seine Tauchweste, beim Versuch sie aufzupumpen, platzte – sie hätte ihm Auftrieb verliehen und ihn so vermutlich gerettet. Zum Gedenken an ihn und zahllose weitere Opfer stehen überall an der Küste von Dahab Tafeln mit den Namen der Verstorbenen – diese zu bergen ist die Aufgabe von Tarek Omar, den sie nur noch den „Totentaucher“ nennen. Er wisse mittlerweile selbst nicht mehr, wieviele Leichen er im Laufe der Jahre geborgen habe, zitiert ihn BILD.

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Viele Taucher bezahlten ihre Faszination auch deshalb mit dem Leben, weil sie sich, um Geld zu sparen, mit zwielichtigen Tauchfirmen in die Tiefe begäben, zudem in dem beliebten Badeort nicht selten in der Nacht vor einem Tauchgang noch feierten. Sporttauchern ist es ohnehin nicht gestattet, tiefer als 40 Meter zu tauchen – erste Effekte des Tiefenrauschs können allerdings schon ab 30 Metern einsetzen. Daher ist wohl zu befürchten, dass das Blue Hole noch nicht sein letztes Opfer gesehen hat.

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