Nach 50 Jahren wieder aufgetaucht

Dieser Ort gilt als das „Stonehenge von Spanien“

Dolmen de Guadalperal
Das Stonehenge von Spanien steht in der Region Extremadura
Foto: Rubén Ortega Martín

Der mysteriöse Kreis aus Hinkelsteinen ist über 4000 Jahre alt und war 50 Jahre lang unter der Wasseroberfläche verborgen. Nun hat eine Dürre sie freigelegt. Ein örtlicher Kulturverein will das Monument schützen – und zu einer Touristenattraktion machen.

Die Spanische Region Extremadura ist für ihre extreme Hitze und Trockenheit in den Sommermonaten bekannt. Dieses Jahr herrscht eine besonders heftige Dürre – die nun ein Wasserreservoir in der Nähe des Ortes Peraleda de la Mata völlig ausgetrocknet hat. Doch die Dürre hat auch einen unglaublichen archäologischen Fund zu Tage gebracht, der 50 Jahre unter Wasser verborgen war: Ein Kreis von 144 bearbeiteten Steinen, die man Megalithen nennt, aber in Deutschland vor allem unter dem Begriff „Hinkelstein“ kennt.

Franco begrub die Ruinen unter Wasser

Laut der englischsprachigen, spanischen Zeitung „The Local“ sollen die Steine zu einem vorchristlichen Sonnentempel gehört haben, eine weitere Gemeinsamkeit mit dem britischen Stonehenge. In Spanien heißt die Ruine: „Dolmen de Guadalperal.“ Entdeckt wurde die Formation schon 1925 von einem deutschen Priester, der sich in Spanien als Hobby-Archäologe betätigte. Doch Franco entschied in den 1970er Jahren das Tal, in dem die mysteriösen Steine stehen, mit Wasser zu überfluten um einen Damm zu errichten. Dadurch versanken die Tempelruinen und gerieten in Vergessenheit.

Die Hinkelsteine in Extremadura

Einige der Steine sind bis zu zwei Meter hoch
Foto: Ana García Pedraza

Durch die Dürre wurden die Steine nun das erste mal wieder sichtbar. Doch schon der nächste Starkregen kann sie wieder unter sich begraben. Eine Gruppe von Anwohnern will genau das verhindern: Der Kulturverband „Raíces de Peralêda“ will die Steine an einen dauerhaft trockenen Ort bringen, wo sie gepflegt und wissenschaftlich untersucht werden können. Wie „The Local“ weiter berichtet, möchten die Initiatoren dafür die lokale Regierung dazu bewegen, den Transport zu finanzieren und die Steine innerhalb von zwei Wochen umzusetzen. Ein Sprecher der Gruppe sagte der Zeitung, dass er sich von der Aktion vor allem auch erhoffe, Touristen in die von internationalen Reisenden wenig beachtete Region von Extremadura zu locken : „Das könnte der entscheidende Anfang sein, um Tourismus in die Region zu bringen.“

Wo der Ort liegt:

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