Miete, Lebensmittel, Restaurantbesuche

Die 10 teuersten Länder weltweit zum Leben

Hamilton, Bermuda
Hamilton ist die Hauptstadt von Bermuda, des derzeit teuersten Landes der Welt
Foto: Getty Images

Die Datenbank „Numbeo“ hat, basierend auf den Angaben von mehr als 200.000 Nutzern weltweit, ein Ranking mit den teuersten Ländern zum Leben erstellt. Wo die Lebenshaltungskosten am höchsten sind und in welchen Ländern man besonders günstig leben kann – der Überblick.

Das Land, das derzeit als das teuerste der Welt gilt, ist den meisten wohl eher als Namensgeber jenes mysteriösen Seegebiets im Atlantik bekannt, in dem in der Vergangenheit zahlreiche Schiffe und Flugzeuge spurlos verschwanden: das Bermuda-Dreieck. Die idyllischen Inseln, aus denen das Britische Überseegebiet Bermuda etwa 1000 Kilometer vor der US-amerikanischen Ostküste besteht, haben mit Unglücken egal welcher Art indes in der Realität wenig zu tun.

Vielmehr genießen die Einwohner von Bermuda ein recht sorgenfreies Leben, die Arbeitslosenquote geht gen Null, es gibt weder eine Einkommen-, noch eine Mehrwertsteuer. Unter anderem hierin liegt wohl begründet, weshalb die Verbraucher- und Mietpreise auf den Bermuda-Inseln zu den höchsten der Welt zählen. Das jedenfalls hat der internationale Vergleich der globalen Datenbank Numbeo ergeben. In den Preisindex fließen unter anderem die Kosten für Lebensmittel, Restaurantbesuche, Nahverkehr, Benzin, Strom, Heizung, Wasser und Internetzugang mit ein, sowie für einen Kleinwagen und die Wohnungs- bzw. Hausmiete. Auf den Bermuda-Inseln, wo reiche US-Amerikaner gerne ihren Urlaub verbringen und zahlreiche Luxusjachten vor Anker gehen, ist all das hochpreisig.

Im Teuer-Ranking folgen New York (96,08), Island (90,19) und Japan (86,22). Deutschland rangiert mit einem Index von 66,34 in dem insgesamt 135 Länder umfassenden Ranking auf Platz 30 – man lebt also hierzulande deutlich günstiger als in New York.

Die 10 teuersten Länder laut Numbeo im Überblick:

  1. Bermuda (147,77)
  2. Schweiz (125,69)
  3. Norwegen (96,80)
  4. Island (90,19)
  5. Japan (86,22)
  6. Dänemark (85,02)
  7. Luxemburg (84,38)
  8. Bahamas (84,25)
  9. Israel (82,52)
  10. Singapur (81,13)

Das beste Land zum Auswandern ist …

Wo es besonders günstig ist

Am preiswertesten ist das Leben in Indien, das mit einem Wert von 15,06 laut Numbeo das günstigste Land der Erde wäre. Dort zahlen die Menschen für die ausgewählten Güter, Dienstleistungen und die Miete im Schnitt knapp 85 Prozent weniger als in New York. Ähnlich günstig ist das Leben in Nepal (15,64) und Pakistan (16,11).

Die 10 günstigsten Länder zum Leben im Überblick:

  1. Pakistan (21,00)
  2. Indien (24,12)
  3. Kirgisistan (24,70)
  4. Afghanistan (26,71)
  5. Syrien (27,04)
  6. Usbekistan (27,37)
  7. Tunesien (27,93)
  8. Nepal (28,17)
  9. Kosovo (28,42)
  10. Kolumbien (29,02)

Das gesamte Ranking mit allen 122 Ländern finden Sie hier.

Kritik an den Zahlen

Die Zahlen von Numbeo sind mit Vorsicht zu genießen. Zum einen muss auch die Kaufkraft in den jeweiligen Ländern berücksichtigt werden, möchte man aus den Preisen wirklich Rückschlüsse auf die tatsächlichen Bedingungen ziehen. Auch ist bei der Ermittlung der Verbraucherpreise der Warenkorb entscheidend, der berücksichtigt wird. Hier fließen auch immer Faktoren ein, die einen länderübergreifenden Vergleich schwierig machen.

Beispiel: Da Alkohol im Iran verboten ist und dessen Konsum harte Strafen zur Folge haben kann, spielt der Kauf von Alkohol im Alltag der Iraner eine viel geringere Rolle als etwa in Deutschland. Dennoch taucht Bier im Warenkorb von Numbeo auf und wird mit einem Preis beziffert. So kostet es im Iran, wie die Datenbankabfrage zeigt, zwischen 4,32 Euro (importiert) und 6,92 Euro (iranisch) – was in etwa den Schwarzmarktpreisen entspricht – und ist damit laut Numbeo zwischen rund 44 und 130 Prozent teurer als in Deutschland. Allerdings macht es wenig Sinn, Güter miteinander zu vergleichen, die in einem Land verboten sind und entsprechend wenig konsumiert werden, und in dem anderen Land – in diesem Fall Deutschland – ein Nationalgetränk darstellen.

Ein weiteres Problem stellt die unglaubliche Masse an Daten dar, die bei Numbeo erfasst wird, und die im Detail nicht überprüfbar ist. Weltweit kann jeder die Datenbank mit Preisinformationen füllen. Parallel dazu greift die Webseite auf Shop-Daten oder ähnliches zurück. Mithilfe von Filtern werden die Zahlen bereinigt und Durchschnittswerte errechnet. Problematisch ist hier jedoch, dass die Datenlage für einige Regionen und Länder besser ist als bei anderen. Je weniger Nutzer Preise eingeben, desto höher ist die potenzielle Fehlerquote. Um möglichst aktuell zu bleiben, greift Numbeo nur auf Zahlen zurück, die nicht älter als 18 Monate sind.