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Die Kanalisation von Barcelona ist eine Touristenattraktion

Sie stammt teils noch aus der Römerzeit

Die Kanalisation von Barcelona – eine ungewöhnliche Touristen-Attraktion

Kanalisation von Barcelona
Die Kanalisation in Barcelona ist die wohl ungewöhnlichste Touristen-Attraktion der Stadt. Einige der Kanäle stammen noch aus der Römerzeit.Foto: Getty Images

Spaniens wohl ungewöhnlichste geführte Tour führt unter die Straßen einer der meistbesuchten Städte der Welt. Sie zeigt Besuchern die Kanalisation von Barcelona. Diese stammt zum Teil noch aus der Römerzeit und ist eines der wenigen noch kaum bekannten Tourismus-Highlights der katalanischen Metropole.

Man darf wohl mit Recht behaupten, dass Barcelona bei Touristen weltweit eine der beliebtesten Städte überhaupt ist. Attraktionen wie die Kirche Sagrada Familia, der Park Güell und die Prachtstraße La Rambla locken jedes Jahr Millionen von Menschen in die katalanische Metropole. Die meisten von ihnen ahnen jedoch nicht, dass es hier noch eine weitere, kaum bekannte Attraktion gibt. Und das direkt unter ihren Füßen. Die Rede ist von der Kanalisation von Barcelona.

Diese besteht laut „Atlas Obscura“ bereits seit der Römerzeit, als Barcelona noch eine römische Kolonie war und Barcino hieß. Die Besatzer führten demnach damals ein durch ihre berühmten Aquädukte versorgtes Abwassersystem ein – die erste Kanalisation von Barcelona. Dies war nötig, da bei Regen die Stadt zuvor regelmäßig überschwemmt wurde. Dieses System funktionierte offenbar so gut, dass es erst im 14. Jahrhundert erweitert wurde.

Nach Jahrhunderten immer noch funktionsfähig

Ab 1886 ließ dann der Lokalpolitiker Pere García Faria die erste, damals moderne Kanalisation von Barcelona bauen. Diese sollte zunächst vor allem dazu dienen, den noblen Vorort Eixample zur versorgen. Durch konstanten Ausbau wuchs sie und verband sich irgendwann mit den Teilen der Kanalisation, die man bereits zu früheren Zeiten gebaut hatte. Und so unglaublich es klingt, sind zahlreiche der teils jahrhundertealten Kanäle noch heute in Benutzung.

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Einige davon kann man heute dank der Institution „La Fàbrica del Sol“ besuchen. Diese befasst sich damit, Interessierte über umweltbezogene Bestrebungen der Stadt aufzuklären. Hier muss man vorab auch zwingend eine Tour buchen, um Zugang zur Kanalisation von Barcelona zu bekommen. Im Rahmen des Programmes „Wie funktioniert Barcelona?“ finden regelmäßig unterirdische Touren für mindestens 10 und maximal 14 Gäste statt. Auch Einzelpersonen können dabei aber eine Gruppe bilden.

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Touren unter der Stadt

Bislang sind die Touren jedoch nur auf Katalanisch oder Spanisch verfügbar. Einen Übersetzer muss sich jede Gruppe daher gegebenenfalls selbst organisieren. Dafür ist der Eintritt in die Kanalisation von Barcelona aber sehr erschwinglich, kostet pro Person laut dem Veranstalter nur 1,86 Euro. Willkommen sind sowohl Erwachsene als auch Eltern mit Kindern.

Die Tour führt Besucher beim Passeig de Sant Joan in die Kanalisation von Barcelona. Freiwillige leiten durch die Unterwelt und erklären den Besuchern ihre Funktionsweise sowie deren Geschichte. Und während sich oben auf den Straßen überall die Touristen drängen, hat man diesen Ort mehr oder weniger exklusiv für sich. Auch in einer der meistbesuchten Städte der Welt gibt es eben immer noch etwas Neues zu entdecken.

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