Flavor Graveyard

Auf diesem Friedhof liegt das „verstorbene“ Eis von „Ben & Jerry's“

Ben & Jerry's Flavor Graveyard
Liebevoll gestaltete Grabsteine zieren den Friedhof der Eissorten. Foto: Flickr/Doug Kerr / CC BY-SA 2.0

In den USA gibt es einen Friedhof für Eiscremesorten: Grabsteine mit lustigen Gedichten erinnern an Geschmacks-Kreationen der Firma „Ben & Jerry's”, die nicht mehr hergestellt werden. Und es gibt auch Zombies ...

„Crème Brûlée – 2007-2012“ lautet die Inschrift eines Grabsteins auf einem Gottesacker im US-Bundesstaat Vermont. Dazu steht ein lustiges Gedicht, das an die „verstorbene“ Eiscremesorte erinnert. Willkommen auf dem wohl süßesten Friedhof der Welt: dem „Flavor Graveyard“ der berühmten Eiscremefirma „Ben & Jerry’s“ in Waterbury, USA.

Eiswaffeln mit Engelsflügeln

Wer durch das fliederfarbene Tor des Friedhofs tritt, findet sich in einer bizarren Gräber-Landschaft wieder. Mehr als 30 Eissorten haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. Jede hat ihren eigenen Grabstein, verziert mit einer Eiswaffel mit Engelsflügeln.

Die Inschrift besteht aus Namen und Beschreibung der „verstorbenen“ Sorte, Geburts- und Todesjahr sowie einem vierzeiligen, lustigen Gedicht. Der Friedhof, auf dem auch gelacht werden darf, existiert seit 1997.

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Blumen und Gebete

Die meisten Besucher kommen nach einer geführten Tour durch die Eiscreme-Manufaktur auf den Friedhof, um den Geschmacksrichtungen zu huldigen. Oft werden bei Klang vertrauter Eiscremesorten-Namen schöne Erinnerungen an vergangene Zeiten wach. „Manchmal sieht man Besucher, die Blumen am Grabstein ihrer Lieblingssorte niederlegen“, zitiert der amerikanische Onlinedienst „The FW” einen Sprecher der Eiscremefirma. „Oder sie gedenken ihr auf Knien vor dem Grab.“

Einige der Eissorten, die auf dem Friedhof ruhen, waren über viele Jahre sehr erfolgreich, andere wurden noch nicht einmal ein Jahr alt. Die Sorte „Ethan Almond“ gehört zu den kurzlebigsten und stand keinen einzigen Tag im Supermarktregal: Das Vanilleeis mit Schoko-Mandeln wurde 1989 nur für die Eröffnung eines Museums hergestellt. Manchmal sterben die Besten jung.

Auferstehung der Zombie-Eiscremes

Manche Gedichte auf den Grabsteinen enden mit der Hoffnung einer Auferstehung von den Toten, so auch das für die Eissorte „Crème Brûlée“: „We also swear we don’t know when / The Crème de la Crème will rise again.“ Eine Hoffnung, die gar nicht so absurd ist. Denn Eiscreme-Fans können auf dem Friedhof nicht nur Blumen niederlegen oder still um ihre Lieblings-Sorte trauern: Die Firma ruft Besucher auch dazu auf, über ein Internet-Auferstehungs-Kontaktformular ihre Wiederbelebung einzufordern.

Wenn genügend Stimmen für eine „verstorbene“ Geschmacksrichtung eingehen, verspricht Ben & Jerry’s, die Sorte wieder „auszugraben“ und erneut auf den Markt zu bringen. Als Zombi-Eiscreme sozusagen. Einige Male hatte der Schrei nach Auferstehung schon Erfolg, zum Beispiel bei der Sorte „White Russian“: 1996 wurde die Sorte eingestellt, aber nicht aus Mangel an Erfolg, sondern weil das Kahlua-Aroma zu teuer für die Produktion geworden war. Doch die Fans ließen nicht locker und bestürmten die Eiscremehersteller so lange, bis sie wieder zum Leben erweckt wurde.

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(mgr)

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