1. Dezember 2025, 19:34 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein märchenhaftes Bild zieht Millionen Menschen in seinen Bann: ein stimmungsvoll beleuchteter Weihnachtsmarkt, eingerahmt von Buden, Lichterketten und einem prachtvollen Baum – direkt vor dem weltberühmten Buckingham Palace. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasant in sozialen Netzwerken. Doch wer sich von dieser Kulisse zur Reise nach London verleiten ließ, wurde bitter enttäuscht. Denn diesen Weihnachtsmarkt gibt es gar nicht.
Hype um angeblichen Weihnachtsmarkt am Buckingham Palace
Wie BILD berichtet, sorgten die angeblichen Fotos eines festlich geschmückten Weihnachtsmarkts vor dem Sitz des britischen Königs seit Tagen für Begeisterung auf Plattformen wie TikTok, Instagram und Facebook. Besonders die Kulisse machte neugierig: Ein Weihnachtsmarkt direkt vor dem Buckingham Palace – zentraler und königlicher könnte die Adventsstimmung kaum sein.
In einigen Beiträgen war sogar von konkreten Terminen die Rede. Zwischen dem 14. November und dem 5. Januar solle der Markt stattfinden, hieß es dort. Doch das war frei erfunden. Wer sich auf den Weg machte, stand enttäuscht vor dem Palast. Kein Glühwein, kein Lichterglanz, keine Buden – nur die nüchterne Realität eines leeren Platzes.
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BBC deckt KI-Fälschung auf
Wie die britische Rundfunkanstalt „BBC“ berichtet, handelt es sich bei den viralen Aufnahmen um eine komplette Fälschung. Die Bilder seien mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt worden. Tatsächlich gibt es vor dem Buckingham Palace keinerlei weihnachtliche Dekoration, keinen Markt, keine Verkaufsstände.
Auch vermeintliche Erfahrungsberichte in sozialen Medien, in denen Nutzer vom angeblichen Markt schwärmen, sind laut „BBC“ ebenfalls künstlich erzeugt. Damit fielen nicht nur private Nutzer, sondern auch bekannte Freizeit- und Reiseprofile auf den Schwindel herein und verbreiteten die täuschend echten Bilder weiter.
Die „BBC“ sprach sogar mit mehreren Touristen, die eigens angereist waren, um den angeblichen Weihnachtsmarkt zu besuchen – und vor Ort feststellen mussten, dass es ihn nie gegeben hat. Die Enttäuschung war groß.
Königlicher Shop sieht sich zu Klarstellung gezwungen
Die Bilder erreichten so viele Menschen, dass sich schließlich sogar das britische Königshaus gezwungen sah, einzugreifen. Ein offizieller Hinweis wurde auf der Website des Royal Mews Christmas Shop veröffentlicht – eines temporären Weihnachtsgeschäfts innerhalb der königlichen Stallungen.
Dort ist zu lesen: „Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem Royal Mews Christmas Shop um ein Pop-up-Geschäft handelt, in dem festliche Produkte des Royal Collection Trust in den bestehenden Geschäftsräumen der Royal Mews verkauft werden, und nicht um einen Weihnachtsmarkt.“ Und noch klarer: „Im Buckingham Palace wird es keinen Weihnachtsmarkt geben.“
Ein eindrücklicher Beleg dafür, wie realitätsnah KI-generierte Bilder sein können – und wie schnell sie selbst erfahrene Nutzer in die Irre führen.