9. Oktober 2025, 17:28 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Die „Via Transilvanica“ ist kein gewöhnlicher Wanderweg. Auf 1600 Kilometern führt sie durch dichte Wälder, wilde Berge, artenreiche Flusstäler. Wer hier unterwegs ist, trifft auf Bären, Wölfe, Luchse – und entdeckt die unberührte Natur Rumäniens. Jetzt hat der Deutsche Reiseverband (DRV) das Projekt im Rahmen seines jährlichen Hauptstadtkongresses mit der EcoTrophea 2025 ausgezeichnet – einem der wichtigsten Preise für Umwelt- und Sozialverantwortung im Tourismus.
Die Route, initiiert von der rumänischen Organisation Tășuleasa Social Association, schlängelt sich durch mehr als 400 Ortschaften und bringt über 20 ethnische Gemeinschaften zusammen. Ein Symbol für ein respektvolles Miteinander – von Mensch, Tier und Natur.
„Die Via Transilvanica zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie nachhaltiger Tourismus die biologische Vielfalt bewahren kann“, sagt Prof. Dr. Harald Zeiss, Vorsitzender des DRV-Ausschusses Nachhaltigkeit. „Durch respektvolles Management kann Tourismus Lebensräume schützen und gleichzeitig Menschen für die Bedeutung von Vielfalt sensibilisieren“, so Zeiss weiter. Das Projekt sei „ein leuchtendes Beispiel für gelebte Verantwortung im Tourismus.“
Via Transilvanica – ein Wanderweg mit Botschaft
Die Biodiversität stand in diesem Jahr im Mittelpunkt des Wettbewerbs. Genau damit überzeugte die Via Transilvanica die Jury – gegen starke Finalisten aus Nepal und Ecuador. Zeiss lobt: „Der Weg verbindet Menschen, Kulturen und Natur. Reisende können Biodiversität nicht nur erleben, sondern aktiv bewahren.“ Und: Von Deutschland sei die Strecke bequem und umweltfreundlich mit der Bahn erreichbar.
Anna Szekely, Vizepräsidentin des Vereins Tășuleasa Social, freute sich über die Auszeichnung: „Die Via Transilvanica ist weit mehr als nur ein Wanderweg – sie ist ein Symbol für die Harmonie zwischen Mensch und Natur und ein herausragendes Beispiel für verantwortungsvollen Tourismus.“
Die EcoTrophea wird seit 1987 vom DRV vergeben. Ausgezeichnet werden Projekte, die Tourismus nachhaltig gestalten – sozial wie ökologisch. Der Fokus lag dieses Mal auf dem Schutz der Artenvielfalt.
Das war der DRV-Hauptstadtkongress
Der DRV gab im Zuge des Hauptstadtkongresses auch einen Ausblick auf die bevorstehende Wintersaison und zog eine erste Bilanz für die Sommersaison 2025.
Die wesentlichen Ergebnisse: Immer mehr buchen ihre Winterferien weit im Voraus – und am liebsten dorthin, wo es warm ist. Ob Südostasien, Afrika oder die Trauminseln im Indischen Ozean: Fernreisen boomen wie selten zuvor. Der DRV sieht hier einen klaren Trend: „Noch mehr Deutsche als in den Jahren zuvor wollen den Sommer auch in der dunklen Jahreszeit in fernen Ländern verlängern“, sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig. Besonders gefragt: Afrika (plus 25 Prozent), Südostasien (plus 16 Prozent), der Indische Ozean und der Nahe Osten. Zusammen machen sie fast drei Viertel des Umsatzes bei Fernreisen aus.
Reiseziele in der Karibik, Mittel- und Südamerika bleiben beliebt, aber ohne große Zuwächse. Anders die USA – hier brechen die Buchungen ein: 27 Prozent Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahreswinter.
Auf der Mittelstrecke ziehen Kanaren, Türkei und Ägypten mit jeweils 10 Prozent Umsatzplus an. Der ägyptische Tourismusminister Sherif Fathi sagte: „Wir hoffen, dieses Jahr 1,75 Millionen deutsche Touristen zu begrüßen.“ Das wären so viel wie nie.
Auch das Geschäft mit Kreuzfahrten brummt: 8 Prozent mehr Umsatz – jede dritte Winterreise wurde bereits als Kreuzfahrt gebucht. Ebenfalls immer beliebter sind Pauschalreisen.
So war der Reisesommer 2025
Die Sommersaison 2025 lief bislang gut für die Reisebranche. Zwar ist die Saison offiziell erst Ende Oktober vorbei – doch schon jetzt zeigt sich: 6 Prozent Umsatzplus im Vergleich zum Sommer 2024, die Gästezahlen stiegen um 1 Prozent.
Urlaub am östlichen Mittelmeer war der große Renner – Griechenland, Türkei und Co. machen fast die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Fernreisen legten ebenfalls um 6 Prozent zu. Spanien und Kreuzfahrten verzeichneten jeweils 3 Prozent Plus.

