11. Februar 2026, 17:45 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Mehrere Langlaufzentren in Italien schlagen Alarm: Urlauber sorgen zunehmend für Schäden auf den Loipen, die mühsam und mit hohem Aufwand präpariert werden. Für die Betreiber bedeutet das nicht nur mehr Arbeit – auch hohe Kosten und Sicherheitsrisiken fallen an. Ein Skizentrum in Norditalien sorgt nun mit einem öffentlichen Appell für große Aufmerksamkeit.
Die Betreiber des Skizentrums „Centro Fondo Alpe Coe“ in der Region Trentino-Südtirol berichten von Fußgängern und Schneeschuhläufern, die trotz klarer Verbote die frisch präparierten Langlaufpisten nutzen. Diese sind ausschließlich für Skilangläufer gedacht und werden somit beschädigt. Vielerorts in Italien wiederholen sich diese Situationen – und belasten nicht nur das Material, sondern zunehmend das Geduldsvermögen der Betreiber.
Appell der Betreiber: „Das tut wirklich weh“
In einem Facebook-Post wendet sich das Langlaufzentrum „Centro Fondo Alpe Coe“ eindringlich an Urlauber und bittet um die Einhaltung der Regeln auf den Loipen. Die Verantwortlichen sind am Ende ihrer Kräfte: „Wir bitten euch auf Knien: Benutzt die Loipen nicht mit Winterschuhen oder Schneeschuhen.“ Denn diese würden die Spuren irreparabel beschädigen und die Sicherheit der Langläufer gefährden.
„Wir haben spezielle Wege für Fußgänger und Schneeschuhläufer angelegt, die deutlich mit gelben Schildern markiert sind“, heißt es weiter. Diese Routen seien extra ausgewiesen worden, um Konflikte zu vermeiden. Trotzdem werden die Loipen immer wieder missachtet: Fußgänger hinterlassen Spuren im Schnee und zerstören damit die frisch präparierten Langlaufspuren. Das kostet nicht nur Zeit und Geld, die Loipen mehrfach am Tag neu zu präparieren, sondern auch Nerven: „Tickets an Langläufer zu verkaufen und dann von Gruppen unhöflicher und unaufmerksamer Fußgänger überrascht zu werden, die alles ruinieren und eine Gefahr für die Langläufer darstellen, tut wirklich weh.“
Die Kommentare zeigen Wut und Forderungen
In den Kommentaren unter dem Facebook-Post des Skizentrums „Centro Fondo Alpe Coe“ finden sich Entsetzen und Zuspruch für die Betreiber. Einige fordern mehr Kontrollen und Sanktionen: „Wenn sie anfangen würden, Bußgelder zu verhängen, würde sich das herumsprechen, und vielleicht würden bestimmte Vorfälle nicht wieder vorkommen.“ Strafzettel werden hier als Beispiel genannt, da es gesetzlich verboten ist, Skipisten mit anderen Mitteln als Skiern zu befahren. Die Lage wird als dramatisch angesehen: „Das ist ein Angriff auf die Natur und auf andere Sportler.“ Einige Kommentare berichten davon, dass viele Besucher offenbar nicht einmal wüssten, wo sie sich befinden. Sie benutzten die Loipen wie gewöhnliche Wanderwege, und wenn man sie darauf hinweise, reagierten sie häufig mit Unverständnis. „Die einzige Möglichkeit, diese Unannehmlichkeiten einzudämmen, besteht darin, Kontrollpunkte entlang der Pisten einzurichten und diejenigen zu bestrafen, die sie missachten.“
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Ein verbreitetes Problem in Norditalien
Die Vorfälle beschränken sich nicht auf einen einzelnen Ort. Aus mehreren Regionen Norditaliens berichten Betreiber über ähnliche Probleme – Ramponierungen, Fußspuren in klassischen Loipen und erhöhte Risiken. Besonders nachts, wenn Pistenfahrer die Loipen für den nächsten Tag präparieren, stehen ihnen Spaziergänger dann direkt vor den Fahrzeugen gegenüber – eine gefährliche Situation bei schlechter Sicht. Laut dem lokalen Bericht von „Il Dolomiti“ waren Pistenfahrer im Langlaufgebiet Campomulo auf dem Altopiano dei Sette Comuni erst kürzlich in einer solchen Situation. Ein besonders drastischer Vorfall ereignete sich im Ort Festiona, Region Piemont. Wie „Südtirol News“ berichtete, beschädigten Unbekannte nachts mit Fahrzeugen die frisch präparierten Loipen und platzierten zusätzlich Baumstämme zum Blockieren – und das kurz vor der Saisoneröffnung.
Die Betreiber bitten nicht nur um Respekt, sondern um ein Bewusstsein für Verantwortung und Sicherheit, da die Loipen für nicht skispezifische Nutzung streng verboten sind. In vielen Provinzen gelten gesetzliche Vorgaben, die dies unterstützen – doch die Durchsetzung bleibt schwierig und lückenhaft. Einige Betreiber haben bereits private Sicherheitsdienste engagiert, um die Loipen zu schützen und nachts Zugänge zu kontrollieren. Andere fordern mehr Bußgelder und eine strikte Durchsetzung der bestehenden Regeln, um die falsche Nutzung abschreckend zu bestrafen.