28. Juli 2025, 10:35 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
An Norwegens Westküste führt eine der berühmtesten und schönsten Straßen der Welt entlang: Die Rede ist von der Atlantikstraße. TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal hat einen Roadtrip durch Norwegen gemacht und ist dabei auch einmal die acht Kilometer lange Panoramastrecke entlanggefahren.
Übersicht
Fahrt über die Atlantikstraße stand auf der Kippe
Vor der Reise habe ich natürlich ein wenig recherchiert: Was will ich unbedingt sehen in Norwegen, was ist möglich in drei Wochen mit dem Camper und an welchen Attraktionen kann ich vielleicht getrost vorbeifahren? Schon lange bevor ich wusste, dass es dieses Jahr in den Norden geht, wollte ich auf jeden Fall die berühmte Atlantikstraße sehen und entlangfahren. Dem einen oder anderen wird sie zumindest optisch bekannt sein: Auf der Strecke wurden Szenen für den James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ aus 2021 gedreht.
Doch fast wäre nichts aus meinem Vorhaben geworden, denn bei meiner Reiseplanung bin ich auf einige nicht ganz so positive Kommentare über die Atlantikstraße gestoßen. Da hieß es, dass es sich einfach nur um eine Straße handele, nichts besonderes – und die Architektur würde man sowieso nicht sehen, weil man ja nicht von oben raufschaue, sondern drüberfahre.
Da wir aber die kleine Stadt Kristiansund sowieso als höchsten Punkt unserer Norwegen-Route ausgemacht hatten, war für mich klar, dass wir auf jeden Fall über die Atlantikstraße fahren – und so viel kann ich verraten: Ich habe es auf keinen Fall bereut!
Acht Brücken auf acht Kilometern
Das Besondere an der Atlantikstraße ist, wie der Name es auch schon verrät, dass sie direkt über den Atlantik führt. Der Untergrund ist allerdings nicht durchgängig – auf einer Strecke von rund acht Kilometern gibt es acht Brücken, die direkt übers Meer führen und Kristiansund und Molde miteinander verbinden. Dazwischen befinden sich kleinere Inseln, mal bewohnt, mal unbewohnt.
Der Geschichte nach sollte auf dieser Strecke ursprünglich mal eine Eisenbahn fahren. Die Pläne wurden allerdings irgendwann verworfen und später entstand die Straße, die damit eine Fährverbindung ersetzte. Im Juli 1989 wurde die Atlantikstraße, die im Norwegischen Atlanterhavsveien heißt, eröffnet. 2005 wurde sie von der Bevölkerung Norwegens zum Bauwerk des Jahrhunderts gekürt.
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Ein Spaziergang direkt am Meer
Bei der Fahrt über die Straße wird einem schnell klar, warum sie diesen Titel erhalten hat. Ich hatte vorher ein wenig Sorge, dass das ganze Ausmaß dieses besonderen Straßenabschnitts eigentlich nur aus der Vogelperspektive so richtig zu sehen ist – so wie man es von den meisten Bildern kennt. Aber das ist nicht der Fall. Selbst aus dem Auto heraus ist der Weg einfach nur beeindruckend.
Links und rechts das Meer, Felsen und unbewohnte Inseln. Und zwischendrin immer wieder Möglichkeiten, um anzuhalten und zu genießen. Man hat wirklich gut bedacht, dass die Menschen natürlich auch mal anhalten und aussteigen wollen. An einer Stelle, direkt bei der Storseisund-Brücke, der längsten und höchsten, unter der auch Schiffe durchfahren, gibt es eine tolle Möglichkeit zum Stopp.
Denn dort befindet sich nicht nur ein kleines Café, sondern auch der Svevestien. Dabei handelt es sich um einen etwa 550 Meter langen Weg, der extra zum Spazieren direkt am Meer errichtet wurde. Man scheint dabei über die Felsen und das Wasser zu schweben. Aber nicht nur der Blick in die Ferne ist besonders, man hat auch eine wunderbare Sicht auf die Storseisund-Brücke. Das ist die, die meistens auf Fotografien abgebildet ist, weil sie einfach auf ganz besondere Art und Weise gebaut wurde.
Mein Fazit zur Atlantikstraße in Norwegen
Unbedingt machen, wenn man die Möglichkeit hat! Dadurch, dass man wirklich immer wieder die Chance zum Anhalten hat, kann man die Strecke so richtig genießen. Und ja, natürlich ist die Atlantikstraße mit rund acht Kilometern nicht besonders lang, aber die Fahrt lohnt sich. Man rast nicht einfach drüber, sondern muss das Ganze genießen – an einer Sehenswürdigkeit würde man ja schließlich auch nicht einfach flott vorbeifahren. Für die Atlantikstraße sollte man sich ein wenig Zeit nehmen, immer mal aussteigen, den Blick in die Ferne schweifen lassen und dabei die Straße bestaunen, die sich über das Meer und die Felsen schlängelt. Und wenn’s zu schnell rumgeht, kann man ja einfach nochmal zurückfahren und den Weg noch einmal genießen!

