23. Juni 2026, 10:12 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Eine Reise nach Lateinamerika klingt aufregend – aber für manche auch gefährlich. TRAVELBOOK-Autorin Julia Mähl war für sechs Wochen in Kolumbien unterwegs und hat ihre Tipps gesammelt – und fasst zusammen, was sie auf keinen Fall dort tun würde.
Noch nie hat man mich vor einer Reise so oft besorgt angeschaut oder gewarnt wie vor diesem Backpacking-Trip durch Kolumbien. „Pass bloß auf“ und „Hast du dich auch gut informiert?“ waren vermutlich die Sätze, die am häufigsten gefallen sind. Und obwohl ich mich vor Beginn des Urlaubs mit Reisemagazinen, dem Auswärtigen Amt und Tipps aus dem Bekanntenkreis schlau gemacht hatte, sorgte diese immer wiederkehrende Besorgnis irgendwann auch bei mir für ein mulmiges Bauchgefühl.
Wer in ein neues Land oder, wie in meinem Fall, sogar auf einen komplett unbekannten Kontinent reist, weiß selbstverständlich erstmal noch nicht, worauf er oder sie sich dabei einlässt. Deswegen kommen hier neun Tipps meinerseits, die man auf einer Reise durch Kolumbien befolgen sollte, um unangenehme oder gefährliche Situationen zu vermeiden.
1. Mit dem Handy in der Hand herumlaufen
Wir kennen es von zu Hause: Mal kurz einen Ort auf Google Maps eingeben und dann mit Blick aufs Smartphone zum Ziel. Oder man möchte eben noch einen Anruf erledigen und spaziert mit dem Handy am Ohr durch die Straßen. Doch was sonst so selbstverständlich erscheint, ist in Lateinamerika nicht unbedingt die beste Idee. Denn gerade, wenn man abgelenkt ist, kann es passieren, dass einem das Handy kurz mal aus der Hand geklaut wird. Besser ist es daher, sich zum Beispiel die Route von Google Maps einzuprägen und nur gelegentlich aufs Handy zu schauen. Oder es generell nur dann aus der Tasche zu holen, wenn man es wirklich braucht.
2. Ein Taxi nehmen
Vorweg: Sich von einem Ort zum anderen fahren zu lassen, ist in Kolumbiens Großstädten eigentlich eine gute Idee. So kommt man gut durch die Stadt, ohne sich in gefährliche Situationen zu begeben. Und gerade abends ist es immer sicherer, als zu Fuß zu gehen. Doch ich würde davon abraten, in ein beliebiges Taxi zu steigen oder sich – zum Beispiel am Flughafen – direkt in eines lotsen zu lassen. Das kann nämlich zur Folge haben, dass man einen deutlich höheren Preis bezahlt und keine Kontrolle darüber hat, ob man am Ende wirklich dort landet, wo man hinwollte. Die bessere Alternative ist deswegen, sich ein Uber zu bestellen. Dann wird man von einem verifizierten Fahrer gefahren und kann in der App die Strecke mitverfolgen.
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3. Schmuck oder Uhren tragen
In Kolumbien gibt es ein Sprichwort: „¡No dar papaya!“ (auf Deutsch: „Gib keine Papaya“). Das bedeutet so viel wie: Zeig deinen Wohlstand nicht offen und sei auf der Hut. Oft wird es in Verbindung mit Touristen gebracht, die in der Öffentlichkeit auffälligen Schmuck oder Uhren tragen und sich so zum leichten Ziel machen. Wer „Papaya gibt“, der zeigt, dass sich hier ein Diebstahl lohnt. Deswegen haben wir auf unserer Reise auch stets auf große Ohrringe, auffällige Ketten oder Uhren verzichtet. Sicher ist sicher.
4. Nachts alleine durch die Gegend laufen
Wie schon bei Punkt zwei beschrieben, ist es in Lateinamerika immer sicherer, sich bei Nacht oder Dunkelheit ein Uber zu bestellen. Menschen wie mir, die am liebsten alles laufen, was man in einer Spanne von bis zu 30 Minuten erreichen kann, mag das am Anfang übertrieben vorkommen – ist es aber nicht. Manchmal lohnt es sich schon, kleine Strecken von unter einem Kilometer mit dem Auto zu fahren, wenn man sich dafür die eine oder andere dunkle Gasse spart.
5. Weite Strecken zu Fuß gehen
Manche Gegenden sind allerdings nicht nur abends, sondern auch tagsüber zu meiden. Es gibt Viertel, zum Beispiel „La Candelaria“ in Bogotá oder „Getsemaní“ in Cartagena, die sind rein auf Touristen und Reisende ausgelegt. Und wer neue Gegenden am liebsten zu Fuß erkundet, kann sich hier komplett austoben. Doch manchmal grenzen solche Viertel auch an welche, die man besser nicht besuchen sollte. Deswegen mein Tipp: Weite Strecken über mehrere Kilometer würde ich immer mit dem Uber, mit Bus oder Bahn zurücklegen. So kann es einem nicht passieren, dass man versehentlich an der falschen Ecke landet.
6. Bargeld abheben und in der Hand behalten
Ja, in Kolumbien kann man in vielen Läden mit Karte bezahlen. Doch leider nicht überall. Deswegen kommt man um etwas Cash nicht herum. Sichere Banken zum Abheben sind unter anderem „Bancolombia“ und „Davivienda“. Ein kleiner Tipp von mir an der Stelle: Am besten ist es, das Geld noch an Ort und Stelle sicher zu verstauen. Oftmals sind die Geldautomaten in kleinen Vorräumen. Wer ebenfalls abheben möchte, wartet draußen. Ich habe die Scheine deswegen immer schon in diesem Raum eingepackt.
7. Alles im selben Geldbeutel verstauen
Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich für die Zeit in Kolumbien auch ein zweites, altes Handy und einen zweiten Geldbeutel einpacken. Sollte es nämlich mal zum Äußersten kommen und man wird tatsächlich ausgeraubt, kann man das Ersatzhandy und den zweiten Geldbeutel weggeben. Im besten Fall hat man natürlich alle wichtigen Dokumente und Karten im „echten“ Geldbeutel und lediglich etwas Bargeld im anderen.
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8. Auf eigene Faust wandern, ohne sich zu informieren
Ganz klar: Kolumbien ist ein fantastisches Ziel für alle, die gerne wandern gehen. Dschungel, Kaffeeplantagen, Berge – hier gibt es einiges zu sehen. Doch wie ich selbst erfahren musste, ergibt es Sinn, sich vor dem Trip genau über die Route zu informieren. Denn sonst kann es auch mal passieren, dass man Ärger mit der Polizei bekommt. Reiseblogs und Magazine sind dafür toll, doch die lokale Touristeninformation und auch die Hotelmitarbeitenden vor Ort haben oft deutlich aktuellere Informationen. Gerade wenn sich, wie bei uns, wegen eines Feiertags kurz mal die Regeln ändern …
9. Ohne Spanisch-Basics reisen
Ich sage es ehrlich: Wer ohne Spanischkenntnisse durch Kolumbien reist, ist aufgeschmissen. Viele Menschen, auch in den großen Städten, sprechen kein Englisch, und wenn man nicht gerade die Übersetzer-App parat hat und jede Kleinigkeit nachschauen will, kommt man schnell mal ins Straucheln. Sollte man sich für eine Reise nach Kolumbien entscheiden, dann lohnt sich ein kleiner Spanischkurs im Vorhinein auf jeden Fall.