Zum Inhalt springen
logo Deutschlands größtes Online-Reisemagazin
Südafrika Alle Themen
TRAVELBOOK-Autorin vor Ort

„Wie ich mich auf meiner Südafrika-Reise in Kapstadt verliebt habe“

Eine Autorin berichtet über ihre Erfahrung in Kapstadt
Endlich hat es TRAVELBOOK-Autorin Melanie Hoffmann nach Kapstadt geschafft – und sie wurde nicht enttäuscht! Foto: Getty Images, Melanie Hoffmann; Collage: TRAVELBOOK
Artikel teilen
Melanie Hoffmann
Melanie Hoffmann Redakteurin BOOK family

22. September 2025, 11:39 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Gebirge, Meer, Traumstrände, Kultur, Musik, Geschichte sowie unglaubliches Essen – all das und noch einiges mehr zog TRAVELBOOK-Autorin Melanie Hoffmann bei ihrem ersten Besuch in Kapstadt in den Bann – eine echte Erfahrung! In Kapstadt begann ihre Reise durch Südafrika und ihre Liebe für Stadt, Land und Leute.

Europa, Amerika, Asien und Australien – mein Fernweh trieb mich bereits auf alle Kontinente, nur Afrika fehlte noch auf meiner Liste. Wobei, so ganz stimmt das eigentlich nicht, hatte ich doch bereits Marokko und Ägypten bereisen dürfen. Also genauer: Ein Trip ins südliche Afrika stand noch aus und ganz oben auf meiner To-do-Liste. Jetzt (im Februar 2025) war es endlich so weit. Ich reiste nach und durch Südafrika und hätte mir keinen besseren Einstieg wünschen können als vier Tage in Kapstadt. Von Berlin ging es über Frankfurt nach Kapstadt und ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass ich bereits bei der Ankunft am Flughafen ahnte: Kapstadt (und Südafrika) wird eine mega Erfahrung.

Musik, Fröhlichkeit und eine erste Robben-Sichtung

Nach einem anstrengenden Langstreckenflug inklusive Umstieg und Warten in Frankfurt war ich endlich in Kapstadt angekommen. In Berlin, bei knapp fünf Grad Celsius gestartet, empfingen mich in Südafrika bei meiner Ankunft am frühen Nachmittag herrliche 25 Grad Celsius. Und noch ein Unterschied zum kalten Deutschland fiel mir sofort auf: Bin ich am Flughafen in Berlin eher mürrische Gesichter und ruppige Sätze gewohnt, wirkten die Flughafen-Mitarbeiter des Cape Town International Airport fast schon froh, uns Ankömmlingen den Weg weisen zu können. Während ich in der Schlange vor der Passkontrolle wartete, vernahm ich Gelächter und kurzes Anstimmen von Liedern. Ein erster Vorgeschmack darauf, wie ich im Verlauf meiner Erfahrung in Kapstadt und Südafrika generell viele Menschen erlebte.

Da das Treffen mit der internationalen Reisegruppe, der ich mich anschließen würde, erst am Abend stattfand, hatte ich einige Stunden, die ich mir nach dem Einchecken im Hotel alleine vertreiben konnte. Wie ich feststellte, befand sich meine Unterkunft fußläufig von der „Waterfront“, einem beliebten Hafenviertel in Kapstadt. Hafen, Meer, Shopping und Restaurants? Nichts wie los, dachte ich mir.

Blick von der „Waterfront“ in Kapstadt
Von der „Waterfront“ aus hatte man einen tollen Blick auf den Tafelberg Foto: Melanie Hoffmann

Den vor blauem Himmel leicht wolkenverhangenen Tafelberg im Rücken – was mich veranlasste, mich immer wieder umzudrehen und einige Minuten bewundernd zu verharren – suchte ich mir meinen Weg zur Waterfront. Wohl etwas orientierungslos wirkend, erlebte ich erneut die Zuvorkommenheit der Kapstadt-Bewohner: Ohne aktiv fragen zu müssen, wies man mir im Vorbeigehen die Richtung. Je näher ich meinem Ziel kam, umso mehr fröhliches Stimmengewirr, musikalische Klänge und Meeresrauschen drangen an meine Ohren. Kaum an einer der kleinen Brücken, die Teil der Promenaden-Konstruktion sind, angekommen, versüßte mir eine auf- und abtauchende Robbe den Anblick auf das blaue Wasser. Weiter schlendernd traf ich auf die erste – von vielen im Verlauf der Reise – Darbietungen einer traditionellen Gesangs- und Tanzgruppe. Geschäfte mit internationaler sowie afrikanischer Mode, mit Kunst und Souvenirs lockten genauso wie schicke Restaurants und Sitzgelegenheiten am Wasser. Schöner konnte der erste Eindruck in einem neuen Land nicht sein.

Auch interessant: Die besten Sehenswürdigkeiten in Kapstadt

Stürmische Aussichten

Was Kapstadt so attraktiv macht, sind die Outdoor-Möglichkeiten. Eingerahmt vom Meer auf der einen Seite und dem Tafelberg (sowie dem Kap-Halbinsel-Gebirge, von dem der Tafelberg ein Teil ist) auf der anderen, sieht Kapstadt nicht nur wunderschön aus, es bietet gleichzeitig sowohl den Stadt liebenden Menschen als auch den Naturliebhabern viele Attraktionen.

Seine Lage macht Kapstadt zu einem stürmischen Ort. An einigen Abenden konnte man, auf einer Terrasse stehend, quasi spüren, wie der Wind regelrecht durch die Stadt kreiste, in Minuten die Richtung wechselte und sogar fast Leute umriss. Unsere geplanten Wanderungen auf den Tafelberg mussten erst einmal warten. Verhangen von Wolken sah er zwar reizvoll aus, doch auf dem Berg würde man nun kaum die Hand vor Augen sehen können, wie man uns versicherte.

Als es endlich so weit war, wurde unser Kletterabenteuer von unglaublichen Ausblicken auf die Stadt und das Meer belohnt. Aber aufgepasst: Tückische Windböen waren nicht ungefährlich, gut festhalten war geboten.

Kapstadt und der Tafelberg
Auch umhüllt von Wolken war der Blick auf den Tafelberg und Kapstadt atemberaubend – übrigens wortwörtlich aufgrund starken Windes Foto: Melanie Hoffmann

Schnorcheln im eisigen Atlantik

Vom Berg ging es zum Schnorcheln. Ich liebe Schnorcheln und habe es schon an wundervollen Orten, wie den Philippinen und am Great Barrier Reef machen können. In Kapstadt erwartete die Schnorchelgruppe aber kein Korallenriff, sondern ein Kelpwald. Das ist ein Algenwald unter Wasser in Küstennähe. Stadt klarer Sicht erwartet einen also ein Unterwasserwald, der zugleich wunderschön und je nach Dichte etwas unheimlich aussah. Sehr lange konnten wir uns dort nicht aufhalten, da das Wasser – zur Erinnerung, wir schwammen im Atlantik und das im Februar – eisig war. Von Kopf bis Zehen in Neopren verpackt hielt man es dennoch nicht länger als eine Stunde im Wasser aus und das auch nur, wenn man sich die ganze Zeit über bewegte.

Übrigens war der Plan eigentlich, genau an der Stelle zu schnorcheln, an dem der Dokumentarfilm „Mein Lehrer, der Krake“ gedreht worden war, weil es dort neben dem Kelpwald auch eine größere Wahrscheinlichkeit gegeben hätte, Oktopusse zu sehen. Aufgrund der zuvor beschriebenen stürmischen Wetterbedingungen war dort die Sicht aber nun so schlecht, dass das Schnorcheln in eine andere Bucht vor Kapstadt verlegt wurde. Ein Abenteuer war es so oder so!

Kelpwald
Unter Wasser durch Algen schnorcheln –ein kleiner Nervenkitzel Foto: Getty Images
Mehr zum Thema

So schmeckt Kapstadt

Kapstadt ist eine bunte Stadt, auch, wenn es um die Kulinarik geht. Für Foodies (zu denen ich mich jetzt nicht unbedingt zähle) ist Kapstadt eine Erfahrung für sich, denn die Stadt hat viel zum Ausprobieren zu bieten. Von Streetfood bis zu Gourmet-Küchen findet man in der trubeligen Küstenstadt jede Menge Speisen für anspruchsvolle Gaumen. Die südafrikanische Küche, oder speziell die Kapstadt-Küche zu beschreiben, ist gar nicht so leicht. Denn es gibt einfach so viel. Unser Guide erklärte, die Kapstädter seien Meister der Fusionsküche, also der Kombination unterschiedlicher Esskulturen und Kochkünste. Einflüsse gibt es in Kapstadt dafür viele: aus benachbarten afrikanischen Ländern genauso wie aus Asien und Europa.

Ein üppig gedeckter Tisch
Selbst italienisches Essen meistern die Kapstädter auf eine Weise, wie ich es in Europa noch nicht geschmeckt habe Foto: Melanie Hoffmann

Ein heimischer Guide, der seine Stadt liebt

Zur besonderen Atmosphäre, die meine erste Kapstadt-Erfahrung hatte, trug definitiv auch unser Guide bei. Er kommt aus Kapstadt und hatte ein großes Vergnügen daran, uns seine Stadt in all ihren Facetten zu zeigen. Von weißen Sandstränden mit Luxusanwesen, in das geschichtliche Herz zur Nelson-Mandela-Statue, durch Stadtparks, hoch hinauf auf den Tafelberg und raus zur Bucht und der von Freunden geleiteten Tauchschule – er war voller Tatendrang, hatte unendliches Wissen über Kapstadt und Südafrika (wie wir im weiteren Verlauf der Reise merkten) zur Hand und freute sich, uns vor allem abseits typischer Touri-Wege erste Einblicke in seine Heimat zu geben. Fun Fact: an zwei Abenden musste er früher heim, um in seiner Nachbarschaft Schlangen aus Häusern zu entfernen. Er war nämlich ausgebildeter und offizieller „Snake Wrangler“.

Nach vier Tagen hatte mich die Magie der Stadt am Kap der Guten Hoffnung vollends gepackt. Als es weiterging, konnte ich einerseits die nächsten Destinationen kaum erwarten, andererseits wollte ich eigentlich noch gar nicht weg. Mir war in dem Moment klar – und so denke ich auch jetzt noch – Kapstadt, wir sehen uns wieder!

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.