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5 Dinge, die mich in Taiwan überrascht haben

Taiwan Erfahrungsbericht
TRAVELBOOK-Autorin Doris Tromballa war kürzlich in Taiwan und konnte dort einige Eindrücke sammeln Foto: Getty Images/ privat/ Collage TRAVELBOOK
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Doris Tromballa
Freie Autorin

29. Dezember 2025, 13:11 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Taiwan ist unter den asiatischen Ländern noch ein Tourismus-Geheimtipp: Während es die Reiselustigen zunächst vor allem nach Thailand, Japan und China zieht, ist die kleine Inselrepublik für allem bei europäischen Urlaubern noch nicht richtig auf dem Radar. Zu Unrecht! Denn Taiwan hat spektakuläre Wanderwege, vibrierendes Großstadtleben und eine Küche für Abenteuerlustige zu bieten. Und eine Menge echter Überraschungen. Travelbook-Autorin Doris Tromballa hat es selbst erlebt.

Warum Taiwan? Das haben mich viele vor meiner Reise gefragt. Und ehrlich gesagt, das konnte ich gar nicht so richtig beantworten. Ja, ich wollte die Taroko-Schlucht sehen, auf dem Taipei 101 stehen und auf einem Nachtmarkt mal so richtig mutig zugreifen. Und dahingehend hat Taiwan alle meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Aber was wäre ein echtes Reiseabenteuer ohne die Dinge, auf die man sich nicht vorbereitet hatte?

1. Taiwan – Das „Land der 1000 Schmetterlinge“

Wandern gehört zu meinen festen Urlaubsbedingungen: Wo ich hinfahre, wird irgendein Berg erklommen, ein Kamm überquert oder eine Schlucht durchlaufen. Für Wanderbegeisterte ist Taiwan ein wahres Paradies: Man kann sich auf den fast 4000m hohen Jadeberg (Mount Yushan) wagen oder einen der 267 anderen Gipfel erklimmen, die über 3000m aufsteigen. Wer es ruhiger angehen will, startet zum Beispiel mit dem Sandiaoling Waterfall Trail: Genau das habe ich gemacht. Und schon nach wenigen Schritten fiel mir auf: Wie viele Schmetterlinge gibt es hier eigentlich?? Zwischen den Büschen und Bäumen flatterte es in allen Farben, wie ich es nur aus Schmetterlingsparks in Kuala Lumpur oder Singapur kannte. Aber hier waren hunderte Schmetterlinge um mich herum – in der freien Natur. Tatsächlich, so erfuhr ich später, wird Taiwan als „Königreich der Schmetterlinge“ bezeichnet, wegen seiner hohen Biodiversität: Mehr als 400 Arten sind hier zu finden, einige nur hier, wie der Hoppo-Pfau oder der Aurora-Schwalbenschwanz. Alle Schmetterlinge in Taiwan sind streng geschützt, der Bestand wird von den Naturschutzbehörden genau überwacht. Auf allen Wanderungen in Taiwan war ich umschwirrt von der Farbenpracht der Schmetterlinge – unvergesslich!

Taiwan
Taiwan wird auch als „Königreich der Schmetterlinge“ bezeichnet Foto: Doris Tromballa

2. Mit dem E-Bike am Sun Moon Lake entlang? Geht leider nicht.

Ich hatte es mir so schön vorgestellt: Ein E-Bike ausleihen und dann am berühmten Sun Moon Lake die Uferstraße entlangstrampeln. Doch als ich einem Mitarbeiter eines Fahrradverleihs vor Ort meinen Plan schilderte, winkte er ab: E-Bikes dürfen in Taiwan nur mit Nummernschild und persönlicher Versicherung auf regulären Straßen gefahren werden. Man konnte zwar auf einer kurzen, extra angelegten Uferpromenade mit dem E-Bike entlangzuckeln, aber nicht auf einer „richtigen“ Straße. Das geht nur, wenn man eben eine entsprechende Zulassung und Versicherung für das E-Bike hat. Für Touristen ist eine Tour damit leider nicht möglich. Überrascht, aber nicht abgeschreckt, lieh ich mir also ein „analoges“ Fahrrad für die 35-Kilometer-Tour um den See. Im Nachhinein kann ich sagen: Das ist wirklich nur was für Radler mit eiserner Kondition. Die Strecke am See ist zweifelsohne wunderschön (auf Stelzen über den See), geht aber zeitweise extrem steil bergauf (schieben!). Nach sechs Stunden habe ich mein analoges Fahrrad halbwegs entkräftet wieder beim Verleih abgegeben.

3. Wanderwege, die eigentlich nur aus Treppen bestehen

Wie schon gesagt: Ich liebe Wandern, überall. Aber es gibt da immer dieses klitzekleine Unwohlsein, dass ich mich verlaufen könnte. Deswegen bin ich ein großer Fan von verlässlichen Wander-Apps und gut ausgeschilderten Wegen. Am besten noch ein bisschen angelegt. In Taiwan hat man sich offenbar auf solche Bedürfnisse vorbereitet: Denn die Wanderwege waren alle hervorragend und unmissverständlich gekennzeichnet – Verlaufen unmöglich. Allerdings: Nachdem in Taiwan oft rapide Höhenunterschiede zu bewältigen sind, sind die Wege nicht selten sehr steil. Um die Natur dennoch für viele unkompliziert zugänglich zu machen, hat man sich an vielen Orten einfach damit beholfen, die Wege in Form von Treppen (mit Geländern!) anzulegen. Das habe ich auf dem „Dekalun Trail“ in der Taroko- Schlucht erlebt: Nach einem sanft ansteigenden Wanderweg durch den Wald begannen die Treppen zum Aussichtspunkt. Was ich nicht wusste: Der Weg wird auch „Stairway to Heaven“ (Treppen bis zum Himmel) genannt. Und das aus gutem Grund: Bis nach oben sind es mehr als 1.800 Stufen! Ich habe ganz schön geschnauft, aber die gigantische Aussicht über das Liwu-Flussdelta war es allemal wert. Auch an vielen anderen Wanderwegen hat man diesen „Baustil“ angewendet. Also: Vielleicht im heimischen Fitnessstudio vor dem Taiwan-Wanderurlaub schon mal auf dem „Stairmaster“ entsprechend Kondition aufbauen.

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4. „Taiwans Schweiz“ im Hehuan-Gebirge

Die Taroko-Schlucht gehört zu den großen Naturwundern Taiwans. Schon seit 1937 ist das Gebiet ein Nationalpark, der älteste des Landes. Und somit auch schon lange ein Urlauber-Magnet. Nicht nur wegen seiner vielen Wanderwege (die hoffentlich nach dem verheerenden Erdbeben von 2024 bald wieder eröffnet werden können), sondern auch, weil man im angrenzenden Hehuan-Gebirge in diversen Wellness-Resorts danach so richtig entspannen kann. Verwunderlich nur: Offenbar sind viele Hoteliers und Urlaubs-Unternehmen hier glühende Alpen-Fans. Ausladende Giebeldächer, verzierte Holzbalkons und Gartenzwerge entlang der Parkbuchten! Als ich am „H2-Café“ ausstieg, begrüßte mich ein anderer Tourist lachend mit „Welcome to Switzerland!“. Tatsächlich hat die Gegend den Spitznamen „Taiwans Schweiz“, wegen seiner dramatischen Bergkulisse und der romantischen Ausblicke zu Sonnenuntergang. Und ja, es gibt auch Käsefondue, wenn man möchte.

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Das „H2-Café“ erinnert an ein Schweizer Lokal Foto: Doris Tromballa

5. Gehwege in Taipeh – Abenteuer für Spaziergänger

Taipeh, die Hauptstadt von Taiwan, hat es mir wirklich angetan. Die Mischung aus Moderne (der Wolkenkratzer „Taipei 101“ misst stolze 508 m) und Tradition (Architektur aus dem 19. Jahrhundert in der Dihua Street) ist berauschend! Mit großen Augen bin ich über die Prachtstraßen des Xinyi District gewandert und habe mich durch die engen Gassen in Ximending gedrückt. Aber ich habe etwa zwei Tage gebraucht, um nicht mehr dauernd zu stolpern! Denn die Fußgängerwege in Taipeh gehen ständig eine Stufe rauf, eine runter. Sehr unvermittelt.

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Augen auf bei den Fußgängerwegen! Foto: Doris Tromballa

Den Blick auf herausgeputzte Fassaden oder skurrile Schaufenster gerichtet, führte das nicht selten dazu, dass ich an einer Stufe mit den Füßen eingefädelt habe und ein paar Meter vor mich hingetaumelt bin. Gehen will gelernt sein! Die Locals in Taipeh scheinen die Wege auch mit geschlossenen Augen unfallfrei bewältigen zu können. Aber Touristen wie mir sei gesagt: Auf fast allen Treppen steht ein kleines Warnschild am Boden, das auf die Stufe hinweist. Also: Ab und zu einfach mal nach unten gucken kann in Taipeh sehr nützlich sein.

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