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TRAVELBOOK-Redakteurin

7 Dinge, die mich bei meinem ersten Azoren-Besuch überrascht haben

Azoren erster Besuch
Der Blick über die Vulkanlandschaft der Azoren ist einzigartig. Hier im Foto: der Riesenvulkan Sete Cidades mit seinen Kraterseen. Foto: Getty Images
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Angelika Pickardt
Co-Redaktionsleiterin

24. April 2026, 13:06 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

TRAVELBOOK-Redakteurin Angelika Pickardt hatte im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung des Deutschen Reiseverbands (DRV) die Gelegenheit, zum ersten Mal die Azoren zu besuchen, genauer: die Hauptinsel São Miguel. Wie ihr erster Eindruck war und was sie besonders überrascht hat.

Als ich Freunden und Bekannten erzählte, dass ich für eine viertägige Dienstreise auf die Azoren fliegen würde, war die erste Reaktion meist ein „Wow!“ oder „Super!“. Nach einer kurzen Pause dann die häufige Nachfrage: „Hm, aber wo ist das nochmal genau? Kommt da nicht dieses Wetter-Hoch her?“ Richtig, und hier komme ich gleich zu Punkt 1 und 2 meiner Liste an Dingen, die mich bei meinem ersten Azoren-Besuch überrascht haben.

So wahnsinnig weit weg sind die Azoren nicht

Auf der Landkarte sind die Azoren winzig kleine Punkte mitten im Atlantik, und fast scheint es, als bräuchte man Tage, um dort hinzukommen. Tatsächlich war ich dann überrascht, dass das zu Portugal gehörende Archipel vom portugiesischen Festland gar nicht mal so weit entfernt ist. Rund zwei Stunden dauert der Flug ab Lissabon, und auch die Zeitverschiebung ist mit zwei Stunden überschaubar.

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Eine Überraschung beim Landeanflug

Durch Zufall saß ich im Flugzeug auf genau der richtigen Seite, um beim Landeanflug die Küste der Insel São Miguel von oben zu sehen. Allein das war aufgrund der spektakulär vulkanisch geformten Landschaft mit Kraterseen und zerklüfteten grünen Berghängen schon beeindruckend. Als wir dann aber auch noch direkt über ein weiteres Naturwunder vor der Küste hinwegflogen, über das ich selbst vor Jahren schon mal für TRAVELBOOK geschrieben habe, hätte ich beinahe gejubelt vor Freude. Die Rede ist vom Inselchen Ilhéu de Vila Franca do Campo. Es handelt sich dabei quasi um einen Mini-Vulkanschlot, der aus dem Meer ragt – und in dessen Krater befindet sich ein fast perfekt runder See, in dem man im Sommer sogar schwimmen kann. Niemals hätte ich gedacht, dass ich dieses atemberaubende Fleckchen Erde mal „in echt“ sehen würde, und dann auch noch von oben.

Ilhéu de Vila Franca do Campo
Blick auf die Ilhéu de Vila Franca do Campo von oben Foto: ​ Getty Images/Manuel Espana

Auf den Azoren herrscht alles andere als immer gutes Wetter

Vom Azorenhoch hat bestimmt jeder schon gehört. Während uns dieses auf dem europäischen Festland vor allem im Sommer häufig eine stabile Wetterlage mit Wärme und Sonnenschein beschert, ist es auf den Azoreninseln selbst eher wechselhaft. Bei meinem Besuch Mitte April war an einem einzelnen Tag von Sonnenschein, Nieselregen, heftigen Regenschauern und starkem Wind alles dabei. Die Temperaturen blieben dennoch angenehm mild, bei tagsüber um die 17 Grad.

Auch aufgrund des milden Klimas war ich überrascht, dass – bis auf einige pinkfarbene Azaleen am Wegesrand – bei meinem Besuch noch kaum Pflanzen blühten. Tatsächlich ist die Hauptblütezeit von Ende Juni bis September, mit einem Höhepunkt im Juli und August, wie unser Guide berichtete. Dann würden vor allem Hortensien die Inseln in ein blau-violettes Blütenmeer verwandeln – perfekt für Landschaftsfotos.

Leben in einem gigantischen Vulkankrater

Den oben beschriebenen Mini-Vulkankrater mit See darin gibt es auf den Azoren auch mehrfach in gigantischen Ausmaßen. Besonders beeindruckend fand ich den Riesenvulkan Sete Cidades, der die Zwillingslagunen Lagoa Verde und Lagoa Azul beherbergt (siehe auch großes Foto oben). Diese sind nur durch eine Brücke voneinander getrennt und gelten als eines der sieben Naturwunder Portugals. Vom Aussichtspunkt Mirador do Rei sieht man die eine Lagune grün schimmern und die andere blau. Das Besondere zudem: Im Inneren des Riesenvulkans befindet sich das gleichnamige Städtchen Sete Cidades. Die etwa 700 Einwohner leben quasi im Inneren dieses gigantischen Kraters. Dort am Wasser zu stehen, umgeben von den steilen Kraterhängen, ist einfach unbeschreiblich.

Beinahe vom Winde verweht: TRAVELBOOK-Redakteurin Angelika Pickardt im Inneren des Vulkans Sete Citades
Beinahe vom Winde verweht: TRAVELBOOK-Redakteurin Angelika Pickardt im Inneren des Vulkans Sete Citades Foto: Marcel Kautz

Einziger Ort in Europa, wo Ananas wächst

Wegen ihres vulkanischen Ursprungs und der Lage weitab vom Festland werden die Azoren häufig auch als europäisches Hawaii bezeichnet. Aber es gibt noch eine weitere Assoziation, die nur wenigen bekannt ist: Die Azoren sind heute der einzige nennenswerte Ort in Europa, wo Ananas angebaut wird. Dies geschieht auf speziellen Plantagen in Gewächshäusern, wo die Pflanzen in einem mehrstufigen, aufwändigen Verfahren großgezogen werden.

Die Azoren-Ananas ist durch eine geschützte Ursprungsbezeichnung (DOP/g.U.) zertifiziert und ist kleiner, süßer und aromatischer als Importware. Zudem werden verschiedene Produkte daraus hergestellt, wie Likör, Wein, Seifen und mehr.

Eine Baby-Ananas auf einer Plantage bei Ponta Delgada
Eine Baby-Ananas auf einer Plantage bei Ponta Delgada Foto: Angelika Pickardt
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Kühe, wohin man auch sieht

Ebenfalls überrascht war ich von der Vielzahl an Kühen, die man überall auf den sattgrünen Wiesen grasen sieht. Auf der Hauptinsel São Miguel gibt es wahrscheinlich ungefähr so viele Rinder wie Menschen, wenn nicht mehr. Das Besondere: Aufgrund des milden Klimas sind sie das ganze Jahr über draußen, und das sieht man ihnen auch an.

Traditionelles Essen wird unter der Erde gekocht

Apropos Kühe: Ihr Fleisch ist ein unverzichtbarer Teil des traditionellen Gerichts Cozido das Furnas. Dieses wird noch heute mit vulkanischer Erdwärme gekocht. Hierzu werden die Zutaten in einen gusseisernen Topf gegeben, der dann in geothermischen Löchern vergraben wird, wo er etwa sechs Stunden lang gart. Sehen und probieren kann man im Vulkansystem Furnas, das auf der Ostseite der Insel liegt. Dass der Vulkan aktiv ist, merkt man, sobald man in den gleichnamigen Kurort gelangt. Denn das Städtchen, das mitten in den Krater eingebettet ist, ist vor allem wegen seiner natürlichen Heilquellen bekannt – und die sprudeln nicht nur mitunter kochend heiß, es liegt auch ein deutlicher Schwefelgeruch über dem gesamten Ort.

Azoren Erdloch
In solchen Erdlöchern im Vulkangebiet wird das traditionelle Gericht stundenlang gegart Foto: Angelika Pickardt

Das fertige Schmorgericht Cozido das Furnas fand ich persönlich vom Geschmack ein wenig gewöhnungsbedürftig. Neben Rind kommen noch diverse weitere Fleischsorten sowie Wurst und Gemüse dazu, und alles hat – verständlicherweise – eine vor allem sehr rauchige Note. Andere Reiseteilnehmer fanden den Eintopf dagegen einfach nur köstlich. Man sollte ihn also unbedingt selbst mal probieren, wenn man auf diese spektakuläre Inselgruppe reist.

Ich kann einen Besuch der Azoren jedenfalls eindeutig empfehlen und werde definitiv selbst wieder dorthin zurückkehren, um auch die anderen Inseln zu erkunden. Und um einmal im Leben im Naturpool meines Lieblings-Mini-Vulkans mitten im Meer zu schwimmen.

Die Reise auf die Azoren fand im April 2026 anlässlich der Jahrestagung Deutschen Reiseverbands (DRV) und in Kooperation mit VisitAzores und VisitPortugal statt. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit

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