25. November 2025, 20:06 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Korsika, die größte Mittelmeerinsel Frankreichs, ist ein besonders vielseitiges Urlaubsziel. Neben hohen Bergen, schönen Naturparks und traumhaften Stränden gibt es auf Korsika aber auch einige interessante Städte zum Entdecken. TRAVELBOOK zeigt vier Städte, die Sie nicht verpassen sollten.
Übersicht
Bastia – wo das Herz Korsikas schlägt
Für viele Touristen, die mit der Fähre nach Korsika kommen, ist Bastia lediglich Ankunftsort. Dabei ist die am Fuß einer Bergkette im Nordosten Korsikas gelegene Stadt mit etwa 50.000 Einwohnern selbst reich an Sehenswürdigkeiten. Spuren einer bereits 1500 v. Chr. einsetzenden Besiedlung sind zu finden. Auch die Römer hatten sich niedergelassen. Besonders auffällig sind aber die architektonischen Zeugnisse der Genuesen, die die Festungsstadt ausbauten.
Sehenswürdigkeiten in Bastia
Ob für Einheimische oder Touristen: Der prächtige palmengesäumte Place Saint-Nicolas mit seiner Promenade, Denkmälern, Restaurants und Cafés das unumstrittene Zentrum des gesellschaftlichen Lebens in Bastia. Sonntags wird hier ein Flohmarkt veranstaltet, für Kinder sind Karussells aufgebaut. Und wenn einmal ein Fußball in Richtung der riesigen, den Platz dominierenden Skulptur von Frankreichs Kaiser Napoleon Bonaparte in Cäsarenpose fliegt, stört das niemanden.
Südlich des als repräsentatives Entrée Bastias fungierenden Platzes führen Wege und Straßen zum Alten Hafen mit seinen Fischerbooten, Jachten, mittelalterlichen Kais und hübschen Leuchttürmen. Auf dem Felsvorsprung darüber kann man durch die Terra-Nova, die Altstadt mit ihren schmalen Gassen und der barocken, im 17. Jahrhundert gebauten Kirche Saint-Jean Baptiste schlendern. Auch der täglich (außer montags) von Gemüse-, Fisch- und Käsehändlern frequentierte Place du Marché ist hier zu finden.
Oberhalb des Alten Hafens ist auch die von den Genuesen im Mittelalter erbaute Zitadelle zu sehen. Sie ist ebenso eine attraktive Sehenswürdigkeit wie auch das Palais des Gouverneurs, in dem das Museum zur Stadtgeschichte untergebracht ist.
Der Boulevard Paoli, benannt nach dem korsischen Widerstandskämpfer Pascal Paoli, ist die wichtigste Einkaufsstraße. Dort und in dem gesamten umliegenden Zentrum mit Seitenstraßen und kleinen Fußgängerzonen, finden sich schicke Boutiquen und Läden wie an der Côte d’Azur, aber auch Antiquariate und Spezialitätengeschäfte für Gourmets. Hier unterscheidet sich Bastia kaum von anderen Küstenstädten Südfrankreichs wie Cannes, Toulon oder Marseille.
Bonifacio – die spektakuläre Hafenstadt
Eigentlich hat Bonifacio nur knapp 3000 Einwohner. Doch im Sommer erhöhen Besucher der mit Abstand spektakulärsten Hafenstadt an der Südspitze Korsikas diese Zahl um ein Vielfaches. Denn die im Jahr 828 auf Initiative des toskanischen Grafen Bonifacio gegründete Stadt könnte kaum attraktiver sein. Das merkten auch schnell die Genuesen. Bereits 1187 eroberten sie den korsischen Hafen und prägten mit ihrem eigenwilligen Baustil bis 1768 das Geschehen in Bonifacio, das heute zum Department Corse-du-Sud in Frankreich gehört.
Sehenswürdigkeiten in Bonifacio
Oben auf den Felsen wurden die malerischen Häuser der fast 1200 Jahre alten Altstadt Bonifacios gebaut. Die erreicht man vom Naturhafen aus zu Fuß über einen etwa 200 Meter langen Kopfsteinpflasterweg. Besucher werden mit einem grandiosen Blick auf die Steilküste, die Altstadt auf dem Kalksteinplateau wie auch auf die Nachbarinsel Sardinien belohnt.
Weiter geht es über eine ursprünglich zu einer Zitadelle gehörende Zugbrücke und durch einen Tunnel in die oberhalb des Hafens thronende Altstadt. Dort lässt es sich durch die engen Gassen mit den bis zu fünf Stockwerke hohen Bürgerhäusern schlendern. Diese sind prächtiger und schöner als die relativ kargen Trutzburgen der etwa 100 Kilometer entfernten Gebirgsstadt Corte.
An der Hafenpromenade von Bonifacio warten zahlreiche Ausflugskapitäne auf Kundschaft. Sie fahren mit ihren kleinen Passagierschiffen zu den zahlreichen in die Kreidefelsen gewaschenen Grotten. Nur vom Boot aus sichtbar ist beispielsweise auch die Treppe des Königs von Aragon. 187 Stufen wurden hier im 15. Jahrhundert während einer Belagerung der Stadt als Fluchtweg in den Fels gehauen.
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Corte – einstige Hauptstadt in den Bergen
Die bedeutendste Stadt in Korsikas Bergland ist Corte. Die auf einem Hochplateau in etwa 450 Metern Höhe prangende Altstadt mit ihren engen Gassen ist eine der Top-Attraktionen für Touristen auf dem Archipel.
Lange bevor Corte im 13. Jahrhundert von Genua eingenommen wurde, hatten die nordafrikanischen Mauren dort als erste Häuser gebaut. Sie errichteten auf dem Gipfel in der Oberstadt eine beeindruckende militärische Festung. Erst seit den 1980er-Jahren können Touristen die Zitadelle besichtigen. Denn bis 1983 war hier die französische Fremdenlegion stationiert.
Jahrhundertelang stritten sich Genuesen und Franzosen um die Vorherrschaft auf der vor der Küste Italiens gelegenen Mittelmeerinsel. Aber auch die Korsen kämpften stets für die Eigenständigkeit ihrer Heimat. Mit einer demokratischen Verfassung versehen, war Corte unter Pascal Paoli, einem Freund Jean-Jacques Rousseaus, für 14 Jahre Hauptstadt.
Sehenswürdigkeiten in Corte
Die Geschichte Korsikas ist in dem kleinen Städtchen allgegenwärtig. Im korsischen Völkerkundemuseum in der Zitadelle sowie in Korsikas einziger Universität in der Altstadt können sich Besucher detailliert über Cortes Bedeutung informieren.
Der Cours Paoli ist die größte Einkaufsstraße Cortes mit Geschäften, Restaurants und Hotels. Weitere zentrale Plätze mit hübschen Straßencafés, Restaurants und Pensionen sind die Place du Duc de Paduque, die Place Paoli oder auch die hoch gelegene Place Gaffori.
Von Corte aus bieten sich auch wunderschöne Wanderungen durch das Tal des Flusses Restonica zum Lac de Melo oder auch zum Lac de Capitello an. Im Sommer lässt es sich bei mediterranen Temperaturen im kühlen Fluss angenehm baden. In mehr als 1000 Metern Höhe führt eine weitere Wandertour zum Lac del’Oriente. Auch durch das Tal des zweiten nach Corte führenden Flusses, des Tavignano, führen gleich mehrere Routen.
Ajaccio – die aktuelle Hauptstadt
An der malerischen Südwestküste Korsikas ist Ajaccio, die Hauptstadt der französischen Mittelmeerinsel mit ihren etwa 75.000 Einwohnern zu finden. Damit ist die Stadt größer als Bastia, die wirtschaftlich wichtigste Stadt der Insel. Wegen seiner traumhaft schönen Strände und der attraktiven Wanderrouten gehören Ajaccio und seine Umgebung im Südwesten Korsikas zu den beliebtesten Zielen von Korsika-Urlaubern. Aufgebaut haben die Stadt, wie so vieles auf Korsika, die Genueser im 15. Jahrhundert.
Sehenswürdigkeiten in Ajaccio
In der Stadt selbst gibt es eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen die mittelalterliche Zitadelle, das alte Rathaus, das heute als Museum ausgebaute Geburtshaus von Frankreichs Kaiser Napoleon Bonaparte (1769–1821) und die Kathedrale Notre-Dame-de l’Assomption.
Auch die Altstadt Ajaccios mit dem barocken Charakter vieler Gebäude ist sehenswert. Zentrale Plätze zum Flanieren mit vielen Straßencafés und Restaurants sind der Place Foch, der Place de Gaulle sowie die Hafenpromenade.
Textmitarbeit: Jasch Zacharias