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Was der „Midsommar“-Horrorfilm nicht erzählt

So feiert man Mittsommer in Schweden wirklich

Mittsommer Fest Schweden
Kein Land feiert den längsten Tag des Jahres so sehr wie Schweden Foto: Vince Reichardt/Getty Images
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Karoline Schweers
Lena Braun
Karoline Schweers,

19. Juni 2026, 16:47 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Mittsommer ist in Schweden fast bedeutender als Weihnachten und es gibt zahlreiche Traditionen, mit denen der längste Tag des Jahres zelebriert wird. TRAVELBOOK verrät, wie man in Schweden die Sommersonnenwende feiert und weshalb der Horror-Film den Midsommar-Vibe perfekt einfängt.

Bei der Sommersonnenwende bleibt es (fast) den ganzen Tag hell, und das zelebrieren die Schweden gebührend: Beim Mittsommerfest wird getanzt, geschmückt und gesungen, um den längsten Tag des Jahres zu empfangen. Die Feierlichkeiten, auch bekannt als die weißen Nächte, werden jedes Jahr am Samstag zwischen dem 20. und dem 26. Juni abgehalten. In diesem Jahr fällt der Mittsommertag auf den 21. Juni 2026.

Schönster Tag des Jahres statt Folk-Horror

Vermutlich hat das Mystery-Horror-Drama „Midsommar“ von Regisseur Ari Aster dazu beigetragen, dass das nordische Sommerfest auch außerhalb Skandinaviens deutlich bekannter geworden ist. Seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2019 erlebt der Film rund um den längsten Tag des Jahres regelmäßig einen Hype. Erzählt wird die Geschichte einer fiktiven schwedischen Kommune, die ein Mittsommerfest mit verstörenden Ritualen begeht. Mit der Realität haben diese Praktiken allerdings wenig gemein.

Was der Film hingegen erstaunlich treffend einfängt, ist die typische Mittsommer-Ästhetik. Weiße Kleidung, Blumenkränze, üppig geschmückte Wiesen und der Tanz um den sogenannten Midsommarstång gehören tatsächlich zu den bekanntesten Elementen des schwedischen Sommerfests. Gerade diese authentische Kulisse verleiht der Geschichte wahrscheinlich ihre besondere Wirkung: Der Film verbindet vertraute Bilder eines realen Brauchtums mit zunehmendem Schrecken am helllichten Tag – und wirkt dadurch umso verstörender.

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Echte Mittsommer-Traditionen und Kulinarik

Statt mystische Rituale zu pflegen, von denen viele heute kaum noch bekannt sind, verbringen die meisten Schweden das Wochenende im Kreis von Familie und Freunden. Im Mittelpunkt stehen gemeinsames Essen, lange Sommerabende und das Feiern des wohl schönsten Tages des Jahres.

Eingelegter Hering und Erdbeeren

Das traditionelle Menü bietet eine Vielzahl landestypischer Köstlichkeiten. Dazu gehört vor allem der eingelegte Hering, welchen es in den Geschäften in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Traditionell wird er mit Kartoffeln, roten Zwiebeln und saurer Sahne serviert. Das alles wird mit einem Schluck Schnaps (Aquavit) heruntergespült, der beim Singen traditioneller Schnapslieder getrunken wird.

Dazu passen auch andere traditionelle Gerichte wie gebeizter Lachs, Fleischbällchen (Köttbullar) und Knäckebrot mit Käse und Butter. Als krönender Abschluss dürfen frische schwedische Erdbeeren mit Schlagsahne oder der klassische Erdbeerkuchen, jordgubbstårta, nicht fehlen.

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Blumenkranz und Maibaum

Mittsommer wird gerne in der Natur gefeiert, mit langen Spaziergängen, Schwimmen im See und geselligem Zusammensein im Garten. Traditionell schmückt man gemeinsam einen Maibaum mit Birkenblättern und Wildblumen, stellt ihn auf und tanzt anschließend darum, während man singt und sich an den Händen hält. Frauen tragen dabei häufig weiße und geblümte Kleider oder traditionelle Trachten und Blumenkränze im Haar. Diese sind ein altes Symbol für Wiedergeburt und Fruchtbarkeit. Der Legende zufolge müssen die Blumen schweigend gepflückt und einige davon unter das Kopfkissen gelegt werden. Dann erscheint unverheirateten Frauen ihr zukünftiger Ehemann in der Mittsommernacht im Traum.

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Neben dem klassischen Tanz um den Maibaum, bei dem man sich an den Händen hält, gibt es auch den Tanz der „kleinen Frösche“, auf Schwedisch „Små grodorna“. Dabei tanzen die Teilnehmer zur Melodie eines traditionellen Liedes, das von kleinen Fröschen ohne Ohren und Schwänze handelt. Die Tänzer hüpfen und machen mit ihren Händen Bewegungen, die Froschohren und Schwänze imitieren. Diese Tradition ist besonders beliebt bei Kindern, aber auch Erwachsene nehmen daran teil.

Gäste zur Sommersonnenwende herzlich willkommen

Mittsommer ist das ultimative schwedische Fest und ein Höhepunkt im kulturellen Jahreskalender eines jeden Schweden. Die meisten planen ihr Fest oft monatelang im Voraus. Gewöhnlich verbringt man Mittsommer mit Freunden und Familie in einem Sommerhaus. Schweden hat laut „CNN“ mehr Sommerhäuser pro Kopf als die meisten Länder. Meist handelt es sich dabei um kleine, rot gestrichene Häuser auf dem Land oder an der Küste.

Auch Gäste sind bei den Mittsommer-Festen herzlich willkommen. Auf Plattformen wie „A Slice of Swedish Hospitality“ oder „Meet the Locals“ kann man nach Einheimischen suchen, die Reisende bei ihren privaten Feiern begrüßen. Selbstverständlich gibt es auch öffentliche Mittsommerfeste, bei denen sowohl Einheimische als auch Besucher zusammenkommen.

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