27. Mai 2026, 18:11 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ein Land, das nicht mal halb so groß wie Brandenburg ist, zieht in den vergangenen Jahren immer mehr Aufmerksamkeit auf sich. Die Rede ist von Montenegro. TRAVELBOOK-Redakteurin Katharina Regenthal hat Europas beliebtestes Trendreiseziel besucht und zieht ein Fazit.
Zum ersten Mal wurde beim diesjährigen TRAVELBOOK Sundowner das beste aufstrebende Reiseziel gekürt. Im Rennen waren Zypern, Montenegro und Albanien. Mehr als 15.000 Leser stimmten ab und die meisten Stimmen gingen dabei an Montenegro. Das kleine Balkanland wurde somit mit dem TRAVELBOOK Special Award als Rising Star 2026 gekürt. Aber was macht das Land eigentlich so besonders und zum schönsten Trendreiseziel? Um das herauszufinden, bin ich für ein langes Wochenende runtergeflogen. Und so viel kann ich Ihnen schon verraten: Drei oder vier Tage reichen bei Weitem nicht aus, um die Vielfalt dieses Landes kennenzulernen.
Meer, Berge, Natur – Montenegro hat alles
Obwohl Montenegro nicht besonders groß ist – wie bereits erwähnt, ist Brandenburg mehr als doppelt so groß –, hat es wahnsinnig viel zu bieten. Egal, ob Sommer- oder Winterurlaub, am Strand liegen oder mitten in der Natur wandern: In Montenegro ist all das möglich.
Wenn man in der Hauptstadt Podgorica ankommt, dann hat man schon vom Flieger aus einen tollen Blick auf den Skadarsee. Er bildet den flächenmäßig größten Nationalpark Montenegros und besteht überwiegend aus der Wasserfläche des Sees. Von oben bekommt man schon einen ganz guten Eindruck – am Boden lohnt sich dann definitiv ein Besuch. Ich selbst konnte leider nur einen kurzen Stopp einlegen, aber selbst der war beeindruckend. Weiter ging es dann aber ans Meer.
Montenegro liegt direkt an der Adria. Dort gibt es sowohl Kiesel- als auch Sandstrände. Das Wasser ist kristallklar und strahlt türkisblau. So richtig einsame, naturbelassene Strände habe ich selbst auf meiner Reise nicht entdeckt. Besonders ist die Küste aber trotzdem: Denn dahinter ragen dicht bewachsene Hügel und Berge empor. Dieses Panorama ist einzigartig schön.
Der erste Stopp meines Kurztrips brachte mich nach Budva, ein beliebter Küstenort mit einer wunderschönen Altstadt. Der Ort selbst ist speziell. Etwas verbaut, viele Kräne (zumindest als ich dort war) und viele Baustellen. Man merkt aber auch, dass sich etwas tut. Dass das Land bereit ist, Urlauber und Reisende zu empfangen. Ein absolutes Muss in Budva ist die Altstadt, die von einer dicken Stadtmauer umgeben ist. Innen schlängelt man sich durch enge Gassen, überall duftet es nach Essen und es gibt kleine Souvenirläden.
Italienisches Feeling im Balkanland
So richtige Italien-Vibes habe ich in Kotor bekommen. Die Stadt liegt an einer Fjord-ähnlichen Bucht, umgeben von steilen Bergen. Palmen, Nadelbäume und in allen Farben blühende Blumen sorgen für Urlaubsfeeling. Besonders beeindruckend sind aber nicht nur Lage und Natur, sondern auch die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Altstadt aus dem Mittelalter. Ähnlich wie in Budva ist sie von einer breiten Stadtmauer umgeben und innen wandelt man durch enge Gassen. In einem kleinen, eher unscheinbaren Lokal habe ich so gute Pasta gegessen – ich dachte wirklich kurz, ich sei in Italien.
Dass Montenegro und insbesondere die Küste und Orte wie Kotor italienisch geprägt sind, hat einen Grund. Denn vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert standen Teile des Landes lange unter venezianischem Einfluss bzw. unter direkter venezianischer Herrschaft. Das prägte nicht nur die Küche, sondern eben auch die Architektur und Kultur.
Warum Sie dieses Land in Europa unbedingt besuchen sollten
Der perfekte Roadtrip durch Montenegro
Gebirgsketten und die tiefste Schlucht Europas
Wer Lust auf Winter- oder Wanderurlaub hat, der ist im Norden bzw. Nordosten Montenegros richtig. Dort befinden sich die meisten Nationalparks und die höchsten Berge des Landes. Was mir vor meiner Reise gar nicht bewusst war: Montenegro ist insgesamt sehr bergig. Mehr als die Hälfte des Landes liegt höher als 1000 Meter.
Zum Abschluss machte ich einen Stopp in Žabljak, eine Kleinstadt im Zentrum des Durmitor-Nationalparks. Bei meiner Ankunft war ich total überrascht – irgendwie hatte ich so gar nicht mit Bergen gerechnet, die teils sogar noch schneebedeckt waren. Die Stadt ist der perfekte Ausgangspunkt, um entweder im Nationalpark zu wandern oder einen Ausflug zur Tara-Schlucht zu machen. Aber Achtung: Sowohl bei der Fahrt nach Žabljak als auch in der Umgebung ist die Autofahrt dank Serpentinen nicht immer etwas für schwache Nerven.
Genauso der Blick in die Tara-Schlucht, denn sie ist mit einer Tiefe von bis zu 1333 Metern die tiefste Schlucht Europas. Ganz unten schlängelt sich die grün-blau schimmernde Tara durch die Felsen. Wer Nervenkitzel liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Mir hat schon der Blick von der Đurđevića-Tara-Brücke gereicht, um Bauchkribbeln zu bekommen. Für echte Adrenalin-Junkies gibt es aber mehrere Zip-Lines und es werden Rafting- und Canyoning-Touren angeboten.
Mein Fazit
Beim TRAVELBOOK Rising Star 2026 hatten die meisten Leser für Montenegro als das schönste Trendreiseziel abgestimmt. Und nach meinem kurzen Besuch ist mir völlig klar, warum das so ist. Montenegro bietet eine wahnsinnige Vielfalt. Schneebedeckte Berge, kristallklares Meer und dazwischen ganz viel Geschichte. Das Land bietet für jeden Urlaubstyp etwas. Und ich weiß jetzt schon: Ich komme auf jeden Fall zurück, denn die Zeit war viel zu kurz, um auch nur im Ansatz in das Montenegro-Feeling eintauchen zu können.