Zum Inhalt springen
logo Deutschlands größtes Online-Reisemagazin
Europa Italien Alle Themen
Alte Fischerstege statt Amalfi-Trubel

Italiens unbekannte Adria-Küste ist rau, aber authentisch

Costa dei Trabocchi Küste Geheimtipp Italien Adria
Die typischen Fischerstege, dank denen die Costa dei Trabocchi ihren Namen hat, sind der geheime Star an der italienischen Adria Foto: Getty Images
Artikel teilen
Lena Braun
Redaktion TRAVELBOOK

31. August 2026, 17:13 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Amalfi-Küste gehört zu den bekanntesten Reisezielen Italiens – und zu den am stärksten besuchten. Wer stattdessen nach ursprünglicheren Küstenlandschaften, historischen Fischerstegen und entspannten Badebuchten sucht, findet an der Adria eine überraschende Alternative: Die Costa dei Trabocchi ist noch angenehm unentdeckt, rauer und weniger inszeniert als ihre berühmte Schwester am Mittelmeer – und wahrscheinlich ist genau das ihr größter Luxus.

Die Amalfi-Küste ist zweifellos schön. Doch wer im Sommer dorthin reist, teilt den berühmten Blick auf steile Felsen und pastellfarbene Häuser mit sehr vielen anderen. Die Straßen sind voll, Unterkünfte teuer, und selbst für ein Foto ohne fremde Köpfe braucht es Geduld. Vom italienischen Lebensgefühl bleibt zwischen Reisebussen, Staus und Warteschlangen manchmal erstaunlich wenig übrig.

Dabei gibt es in Italien eine Küste, die mindestens genauso eindrucksvoll ist, aber noch immer unter dem Radar vieler Urlauber liegt. Nicht im bekannten Westen, sondern an der Adria, in den Abruzzen. Die Costa dei Trabocchi wird gerne als „vergessene Küste“ bezeichnet. Manche nennen sie sogar „das Bali Italiens“. Ein Vergleich, der zunächst groß klingt, beim Anblick ihrer ungewöhnlichen Bauten im Meer aber plötzlich Sinn ergibt.

Costa dei Trabocchi Italien
Ein alter Trabocco, heller Kiesstrand und eine Trasse, auf der Fahrräder und Spaziergänger ungestört genießen können – die Adria Küste hat alles, was man für einen entschleunigten Urlaub braucht Foto: Getty Images

Die Costa dei Trabocchi zieht sich über rund 70 Kilometer durch die Provinz Chieti, südlich von Pescara. Statt schicker Promenaden und herausgeputzter Küstenorte prägen kleine Buchten, helle Kiesstrände und grüne Hügel die Landschaft. Das Wasser der Adria ist hier oft überraschend klar, an manchen Stellen leuchtet es fast türkis.

Auch interessant: Die Pontinische Küste ist ein Geheimtipp in Italien

Neue Restaurants auf alten Fischerstegen

Die Hauptrolle spielen jedoch die Trabocchi. Die historischen Fischfang-Anlagen stehen auf Pfählen über dem Wasser und sind über schmale Holzstege mit dem Land verbunden. Lange Ausleger ragen über das Meer hinaus. An ihnen wurden früher große Netze hinabgelassen, sodass die Fischer ihren Fang einholen konnten, ohne mit einem Boot hinausfahren zu müssen. Die ersten dieser Anlagen sind bereits für das Jahr 1627 belegt.

Instagram Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Heute wird in den meisten Trabocchi nicht mehr gearbeitet. Viele beherbergen Restaurants, in denen sich fast alles um Fisch und Meeresfrüchte dreht. Gegessen wird nur wenige Meter über der Adria, während sich unter den Holzdielen die Wellen bewegen.

Spontan sollte man einen solchen Abend allerdings nicht planen. In der Hochsaison sind die wenigen Tische häufig lange im Voraus vergeben. Eine Reservierung wenige Wochen vor dem Besuch ist daher sinnvoll.

Mehr zum Thema

Naturstrände statt Liegenreihen

Auch abseits der Trabocchi wirkt die Küste angenehm unaufgeregt. Rund um Vasto liegt mit Punta Aderci eines ihrer schönsten Naturgebiete. Vom Kap reicht der Blick über die Adria, bei klarer Sicht bis zu den Bergen im Hinterland.

Unterhalb führen Wege zu offenen Stränden und kleinen Buchten. Punta Penna ist weitläufig und sandig, Mottagrossa und die Spiaggia dei Libertini sind von Kieseln geprägt. Strandbars, dicht gestellte Liegen und laute Musik sucht man hier vielerorts vergeblich. Dafür gibt es Platz, klares Wasser und das Gefühl, an der italienischen Adria noch etwas selbst entdeckt zu haben. Mehrere Strandabschnitte tragen zudem die „Blaue Flagge“, die für eine gute Wasserqualität vergeben wird.

Mit dem Fahrrad immer am Meer entlang

Besonders gut lässt sich die Region mit dem Fahrrad erkunden. Die Via Verde verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse, ohne Autoverkehr direkt an der Küste, und ist Teil der 131 Kilometer langen Route „Bike to Coast“. Unterwegs tauchen immer wieder Strände, kleine Orte und Trabocchi am Wasser auf.

Mapcreator Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Der Reiz liegt dabei weniger darin, möglichst viele Kilometer zu schaffen – viel schöner ist es, einfach loszufahren, zwischendurch ins Meer zu springen und dort anzuhalten, wo gerade ein freier Tisch oder eine stille Bucht wartet.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.