30. Oktober 2025, 16:16 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Italien hat wunderschöne Strände zu bieten. Doch in nicht allzu ferner Zukunft könnten einige von ihnen verschwinden. Das zeigt ein aktueller Bericht. Demnach ist jeder fünfte Strand Italiens gefährdet.
Die Società Geografica Italiana hat ihren Jahresbericht „Versunkene Landschaften“ veröffentlicht. Darin machen die Autoren deutlich, wie es um die Strände in Italien in Zukunft steht. Und das Ergebnis ist alarmierend! Denn rund 20 Prozent der Strände könnten bis 2050 einfach verschwunden sein – bis 2100 sogar bis zu 45 Prozent! Dem Bericht zufolge hängt der Rückgang von der zukünftigen Entwicklung und passenden Gegenmaßnahmen ab.
Gründe für das Strand-Sterben sind vielfältig
Die Gründe für das Verschwinden der Strände Italiens sind vielfältig. Unter anderem gibt es klimatische Ursachen. So rechnen die Autoren mit einem deutlichen Anstieg des Meeresspiegels, wodurch Strände einfach dauerhaft unter Wasser stehen würden. Aber es gibt auch menschengemachte Ursachen, die das Problem noch verschärfen. Die Betonierung der Ufer hat dazu geführt, dass die Küsten ihre natürliche Anpassungsfähigkeit verloren haben. Auch der Sandabbau aus Flussbetten und Staudämme haben laut Bericht die natürliche Bewegung von Erde, Sand oder Steinen verringert.
Auch touristische Angebote sind ein Problem. Viele Hotels konzentrieren sich auf die Küstenregionen, wodurch der Druck auf diese Bereiche erhöht wird.
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Diese Regionen sind besonders betroffen
In dem Bericht wird auch erläutert, welche Strände und Regionen Italiens besonders gefährdet sein werden. Besonders hart könnte es Kampanien treffen und damit auch die Amalfiküste. Auch die nördliche Adria-Küste, Latium, Küstenabschnitte der Toskana und die Gargano-Halbinsel in Apulien sind betroffen. Und auch die für ihre traumhaften Strände bekannten Inseln Sizilien und Sardinien müssen in Zukunft mit starken Veränderungen rechnen. Ferner sind auch das Po-Delta und die Lagune von Venedig laut dem Bericht besonders gefährdet.
Folgen für Natur und Bewohner
Die Autoren des Berichts kommen nicht nur zu dem Schluss, dass das Verschwinden der Strände Italiens ein enormes ökologisches, sondern auch ein soziales und wirtschaftliches Problem darstellt. Ein großer Teil der Bevölkerung arbeitet im Tourismussektor, der wiederum eng verknüpft ist mit den Stränden. Es könnten Tausende Arbeitsplätze an den Küsten wegfallen – etwa in der Gastronomie, Hotellerie, Vermietung oder in Strandbetrieben. Aber auch der Hafenbetrieb in zahlreichen Regionen könnte gefährdet sein, wenn Häfen immer wieder überflutet werden. Außerdem müssten Hunderttausende Menschen umgesiedelt werden.
Die Autoren schlagen auch einige Maßnahmen vor, um das Strand-Sterben in Italien doch noch zu verhindern. So fordern sie eine Renaturierung, um die natürlichen Prozesse an den Küsten wiederherzustellen. Zudem könnten Strände wieder aufgeschüttet werden und Flüsse wieder an Küstenabschnitte angebunden werden.