13. August 2025, 17:18 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Ob an der Nordsee oder an Frankreichs Atlantikküste: Küstenerosionen sind längst keine Seltenheit mehr und machen inzwischen auch vor dem Gardasee keinen Halt. Besonders stark betroffen ist der Corno-Strand, auch bekannt als Spiaggia al Corno. Dort droht die beliebte Bucht sogar bald vollständig zu verschwinden. TRAVELBOOK erklärt, was dahintersteckt.
Jedes Jahr zieht es zahlreiche Urlauber an den Gardasee. Zu den beliebten Orten zählt dabei auch die Spiaggia al Corno, die zwischen dem Zentrum von Garda und der Halbinsel Punta San Vigilio liegt. Doch für Besucher könnte es in Zukunft immer schwerer werden, einen Platz an dem immer mehr schwindenden Strand zu finden. Eine Bürgerbewegung macht dafür einen ganz bestimmten Auslöser verantwortlich.
Übersicht
Schiffsverkehr unter Verdacht
Der Kiesstrand Spiaggia al Corno kämpft seit einiger Zeit mit massiven Erosionen. Die Lega Navale Italiana, ein gemeinnütziger, Verband, der in Italien den Wassersport und den Schutz der Küsten fördert, sowie eine örtliche Oppositionsgruppe haben sich deshalb bereits an die Gemeinde und das Schifffahrtsunternehmen „Navigarda“ gewandt. Sie machen die täglich verkehrenden Ausflugsschiffe verantwortlich. Durch ihre hohe Geschwindigkeit sollen sie einen starken Wellengang verursachen, der die Abtragung des Strandes deutlich beschleunigt. Wie „Südtirol News“ berichtet, sind dabei nicht nur Teile der Uferlandschaft bedroht, sondern auch Segelkurse für Kinder in der Bucht sowie kleine Boote. Die Menschen könnten durch die hohen Wellen getroffen und ernsthaft verletzt werden.
Wie das Nachrichtenportal „InItalia Virgilio“ berichtete, forderte der Präsident der Lega Navale Italiana in einem Schreiben gezielte Maßnahmen gegen den Wellengang – darunter durch Bojen markierte Schifffahrtskorridore und die Einhaltung von Tempolimits. Außerdem kritisierte er die hohe Frequenz der Navigarda-Fahrten, die die Bucht von Garda bis zu 27 Mal täglich anlaufen.
Das Unternehmen streitet die Vorwürfe allerdings ab und verweist darauf, dass öffentliche Linienschiffe von Regeln zu Uferabständen, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Navigationsverboten ausgenommen seien. Jetzt plant die Gemeinde ein Gespräch mit den Beteiligten. Eine Einigung, wie der Erosion an dem beliebten Strandabschnitt entgegengewirkt werden kann, ist bislang allerdings nicht in Sicht.