20. Oktober 2025, 6:54 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Es gibt in Tschechien schöne und weniger schöne Städte. Tábor, mit der Bahn bequem von Prag aus zu erreichen, ist eine Überraschung – wunderschön und liebevoll restauriert. TRAVELBOOK verrät, was die Stadt so besonders macht.
Die etwa 35.000 Einwohner zählende Stadt, 90 Kilometer südlich von Prag entfernt, präsentiert sich dem Besucher mit ihren verwinkelten Gassen und restaurierten Bürgerhäusern in reizender Schönheit. Die Stadt Tábor gehört dank ihrer reichen Geschichte, ihrer architektonischen Sehenswürdigkeiten und der interessanten Lage zu den touristisch attraktiven Orten in der Tschechischen Republik.
Übersicht
Auf den Spuren der Hussiten durch Tábor
In das südböhmische Tábor kommt man vor allem, um auf den Spuren der Hussitenbewegung unterwegs zu sein. Auf dem Marktplatz vor der Kirche erinnert ein übermannshohes Denkmal an den legendären Hussitenführer Jan Žižka von Trocnov (1360 bis 1424). Im Rathaus gibt es ein überregional bekanntes Hussitenmuseum. Bei der Besichtigung erfährt man viel Wissenswertes über den Beginn und die Entwicklung des Hussitentums und über den im Böhmischen liebevoll als Meister verehrten Reformator Jan Hus. Auch im Museum gibt es verschiedene Denkmale für Jan Žižka. Er gilt auch als Anführer der Taboriten, eine der radikalsten hussitischen Bewegungen.
Žižka besiegte bereits 1420 das kaiserliche Kreuzfahrerheer am Vítkov-Berg in Prag. Dort steht ebenfalls ein Jan-Žižka-Denkmal – ein 1950 eingeweihtes, neun Meter hohes und 16,5 Tonnen schweres Monument.
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Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Der beste Ausblick
Den besten Überblick erhält man über die Altstadt von Tábor bei einem Blick vom Turm der Dekanatskirche. Bestaunen kann man von oben die restaurierten Renaissancegiebel der Bürgerhäuser.
Stadtmuseum
Sehenswert ist das Stadtmuseum in der Brauerei, die oberhalb des Marktplatzes liegt. Im Mittelpunkt steht der 2001 bei archäologischen Ausgrabungen gefundene Schatz von über 4000 Silbermünzen. Anhand der Münzen, gotischer Kacheln und zahlreicher Keramikgefäße wird Stadthistorie recht lebendig inszeniert.
Jüdischer Friedhof
Der in der Nähe befindliche Neue jüdische Friedhof in Tabor wurde in den 1880er Jahren angelegt. Er wurde während der deutschen Okkupation im Jahr 1940 eingeebnet. Ein Mahnmal erinnert an die Opfer des Holocausts.
Schokoladenmuseum
Nur wenige Schritte davon, in der Altstadt gelegen, gibt es eines der bekanntesten Schokoladenmuseen Tschechiens. Ganze Räume sind dort mit kunstvollen Kreationen ausgestaltet. Und im Keller gibt es, für Kinder eine Attraktion, eine wundervolle Märchenwelt zu bestaunen.
Unterirdisches Tábor
Eine Attraktion während eines Besuches von Tábor ist die Besichtigung der umfangreichen unterirdischen Keller und Gänge. Das sich über mehrere Etagen erstreckende Labyrinth unter der Stadt diente in Kriegszeiten als Zufluchtsort für die Bevölkerung.
Tipps für die Umgebung
In der Umgebung von Tábor sollte man das an einem See befindliche große Hussitendenkmal besichtigen. Fast täglich werden dort Blumen niedergelegt. Die Wege von Tábor aus sind gut ausgeschildert. Einen Ausflug lohnt auch ein Besuch des Dorfes Husinec. Dort kam Jan Hus zur Welt. In dessen einstigem Wohnhaus in der Hauptstraße des Ortes ist eine Ausstellung über Leben und Werk des Reformators zu sehen. Im benachbarten Prachatice steht noch das Haus, das er während seines Studiums an der dortigen Lateinschule bewohnte.
Textmitarbeit: Dieter Weirauch