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Familienurlaub planen

So gelingen möglichst entspannte Ferien mit Kindern

Eine Familie liegt am Strand
Sonne, Strand, gute Laune: Urlaub mit den Kindern kann so schön sein Foto: Oneinchpunch/dpa-tmn
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TRAVELBOOK Redaktion

8. März 2026, 7:36 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Pool, All-inclusive und ein wenig Flexibilität – viel mehr braucht es auf den ersten Blick nicht für gelungene Ferien mit Kindern. Doch zwischen Erholung für die Eltern und Abenteuerlust der Jüngeren lauern Konfliktpotenziale. Wie also lässt sich der Familienurlaub so gestalten, dass möglichst alle zufrieden und entspannt sind? Ein Entwicklungspsychologe und große Reiseveranstalter geben konkrete Hinweise – von der Planung bis zur Buchung.

Tipps von Experten für einen entspannten Familienurlaub

Kinder mit einbeziehen

Eltern tragen die Verantwortung für den Rahmen der Reise: Sie entscheiden über Reiseziel und Zeitraum. Dennoch sollten sie die Bedürfnisse der Kinder einbeziehen. „Und trotzdem ist da schon wichtig, dass man die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt“, sagt Johannes Bach, Professor an der Technischen Hochschule Nürnberg. Sein Ansatz aus eigener Erfahrung: „Die Eltern legen das Ziel und den Rahmen fest, aber innerhalb des Urlaubs dürfen die Kinder einzelne Aktivitäten bestimmen.“ So entstehe ein Gefühl von Beteiligung, ohne dass die Gesamtplanung aus der Hand gegeben wird.

Struktur vorgeben – aber mit Freiräumen

Auch eine gewisse Struktur empfiehlt Bach. Es sei ein Trugschluss, zu sagen: „Der Alltag ist durchgeplant, im Urlaub will ich das nicht haben.“ Zwar müsse nicht jeder Tag verplant sein, dennoch sei es sinnvoll, sich vorab zu fragen: „Wenn ich bestimmte Dinge unbedingt machen oder ansehen will – wann mache ich das?“

Gerade ältere Kinder wünschten sich zudem Freiräume. Nicht jeder Ausflug müsse gemeinsam stattfinden. Den Anspruch, im Urlaub alles zusammen zu unternehmen, sollten Eltern laut Bach hinterfragen. Hilfreich sei vor Ort eine ausgewogene Mischung aus Aktivität und Entspannung – etwa bei einer Unterkunft mit Pool. Ein mögliches Modell: vormittags ein Städtetrip, nachmittags Zeit zum Schwimmen.

Erwartungen realistisch halten

Zu hohe Erwartungen können die Erholung gefährden. Bach zieht einen Vergleich mit Weihnachten, das häufig als besonders harmonische Zeit idealisiert werde – und dann nicht selten Stress mit sich bringe.

Viele glaubten, der Urlaub müsse die schönsten Wochen des Jahres sein. „Das haut oft nicht hin“, sagt Johannes Bach. „Man nimmt ja alles aus dem Alltag mit in den Urlaub – alle Gefühle, alle Themen.“ Eine nüchternere Haltung könne Enttäuschungen vorbeugen und im besten Fall positiv überraschen.

Ideale Reiseziele für Familien

Für klassischen Badeurlaub im Sommer empfehlen Veranstalter vor allem Destinationen rund um das Mittelmeer. Die Flugzeiten bleiben überschaubar, die touristische Infrastruktur ist meist gut ausgebaut – auch mit Blick auf medizinische Versorgung. Zudem ist die Auswahl an Hotels groß. Besonders häufig genannt werden die Türkei, Spanien, Griechenland und Ägypten. Als preisgünstigere Alternativen gelten Bulgarien und Tunesien.

Wer lieber mit dem Auto reist, steuert oft Ziele wie Polen, Kroatien, Österreich oder Italien an. Auch Deutschland selbst bietet zahlreiche Möglichkeiten – von der Ostsee bis nach Oberbayern.

Wichtig für Familien: flach abfallende Sandstrände, Freizeitangebote wie Wasserrutschen-Parks und eine kinderfreundliche Umgebung.

Wasserrutsche und Pool einer Hotelanlage
Laut Reiseveranstaltern zunehmend nachgefragt: Hotels mit Wasserrutschenparks Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn

Familienfreundliche Hotels oder lieber Ferienhaus?

Viele Hotels in typischen Urlaubsländern haben sich auf Familien eingestellt. Sie bieten Kinderpools, Spielplätze, großzügige Familienzimmer und altersgerechte Betreuung. Dazu zählen Angebote „idealerweise auch für Teens mit Playstation“, sagt Sven Schikarsky, Geschäftsführer beim Veranstalter Dertour Deutschland.

Ein weiterer zentraler Faktor ist die Verpflegung. Kinder haben oft zu unterschiedlichen Zeiten Hunger und sind wählerisch beim Essen. All-inclusive-Angebote können hier Vorteile bringen: große Auswahl und kalkulierbare Kosten, da Speisen und Getränke bereits im Reisepreis enthalten sind.

Neben den Bedürfnissen der Kinder sollten jedoch auch die Eltern im Blick bleiben. Wichtig sei, dass sie sich ebenfalls erholen können, etwa durch Spa-Bereiche, hochwertige Gastronomie oder ruhige Rückzugsorte, heißt es von Schauinsland-Reisen.

Größere Resorts kombinierten mitunter beides – familienfreundliche Angebote und Bereiche für Erwachsene, erklärt eine Sprecherin der Anex-Gruppe, zu der u. a. Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen zählen. Sie sagt: „Ein entspannter Familienurlaub gelingt dann, wenn alle auf ihre Kosten kommen.“

Eine Alternative kann ein Ferienhaus sein. Zwar ist hier Selbstversorgung oder Restaurantbesuch nötig, dafür bieten solche Unterkünfte meist mehr Platz und weniger Trubel.

Früh planen und flexibel bleiben

Wer ein Familienzimmer buchen möchte, sollte frühzeitig reservieren. Diese seien schnell ausgebucht, sagt Aage Dünhaupt von Tui Deutschland.

Ein Sparpotenzial ergibt sich für flexible Reisende beim Abflugort: Haben benachbarte Bundesländer noch keine Schulferien, kann ein Start von dort günstiger sein. Auch innerhalb der eigenen Ferien kann sich Flexibilität lohnen. Oft seien die letzten drei Wochen der Sommerferien preiswerter als die ersten drei Wochen.

Der Veranstalter Alltours empfiehlt zudem, nicht ausschließlich nach Wochenendflügen zu suchen. In den Sommermonaten würden beliebte Reiseziele in der Regel an allen Wochentagen angeflogen. Wer statt am Samstag oder Sonntag an einem Dienstag oder Mittwoch startet und bei der Abflugzeit flexibel bleibt, kann häufig sparen.

Mit Material von dpa

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