5. Dezember 2025, 15:00 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Italien, das seit Jahren zu den beliebtesten Reiseländern der Deutschen zählt, setzt pünktlich zur Urlaubssaison 2026 ein Zeichen für mehr Fairness auf der Autobahn. Wer künftig auf einer Autobahn in Italien im Stau steht, könnte seine Mautgebühren ganz oder teilweise zurückerhalten – doch es gibt eine entscheidende Einschränkung.
Die italienische Verkehrsbehörde ART hat einem Bericht von BILD zufolge eine neue Erstattungsregel beschlossen, die Autofahrer für erhebliche Verzögerungen auf mautpflichtigen Autobahnen entschädigen soll. Die Regel gilt allerdings nur, sofern der Stau durch eine Baustelle verursacht wurde. Je nach Länge des Staus gibt es entweder einen Teil der Maut zurück oder sogar die volle Summe.
Für Italien ist das ein Novum. Und auch international setzt das Land damit einen neuen Standard. Denn kein anderes Urlaubsland bietet derzeit eine vergleichbare Regelung.
Ab wann es in Italien eine Erstattung bei Stau gibt
Die Rückzahlung wird nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss über eine App beantragt werden. Diese App soll laut ART alle Betreiber der privaten Autobahnen Italiens bündeln. Der Vorgang ist in etwa vergleichbar mit dem Entschädigungsprozess der Deutschen Bahn.
Bereits bei einer Verspätung von zehn Minuten auf einer Strecke bis zu 50 Kilometern kann eine Rückerstattung beantragt werden. Bei längeren Fahrten greift die Regel ab einer Verzögerung von 15 Minuten. Kommt es zu einem mehr als dreistündigen Stau, erhalten Betroffene die komplette Maut zurück. Keine Entschädigung gibt es hingegen bei Notfall-Baustellen, Unfällen oder wetterbedingten Verkehrsproblemen.
Die konkrete Höhe der Rückzahlungen sollen die Autobahnbetreiber selbst festlegen – allerdings im Rahmen von Vorgaben der Verkehrsbehörde. Unklar ist noch, in welchem Umfang auch ausländische Autofahrer die neue Regelung nutzen können.
Über 7000 Kilometer mautpflichtige Autobahnen
Italien bleibt ein Magnet für deutsche Touristen. Wie der Deutsche Reiseverband (DRV) meldete, reisten allein im Jahr 2023 rund zwölf Millionen Deutsche nach Italien – damit liegt das Land auf Platz zwei der beliebtesten Reiseziele hinter Spanien. Ob zum Gardasee, in die Berge oder ans Mittelmeer: Viele dieser Urlauber nutzen die rund 7000 Kilometer umfassenden italienischen Autobahnen, für die größtenteils Mautpflicht besteht.
Italiens Verkehrsminister Matteo Salvini begrüßte die Entscheidung und sprach von einem „Wendepunkt“ in der Durchsetzung der Autofahrerrechte. Auch Nicola Zaccheo, Präsident der Verkehrsbehörde ART, betonte: „Es handelt sich um eine Schutzmaßnahme für Reisende.“ In einer Mitteilung der Behörde heißt es zudem, die Maßnahme diene „einem konkreten Bedürfnis: den Bürgern, die immer häufiger mit Verzögerungen und Unannehmlichkeiten aufgrund von Baustellen oder Verkehrsblockaden konfrontiert sind, mehr Sicherheit zu bieten.“

