15. Dezember 2025, 19:21 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Die nächste Reise soll günstig, entspannt und gut geplant sein – aber Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, schneller und gezielter zum passenden Urlaubsziel zu kommen. Doch damit der digitale Reiseberater wirklich nützlich wird, muss man wissen, wie man ihn richtig nutzt.
Ob ein günstiger Flug nach Istanbul oder Ideen für eine Südfrankreich-Rundreise: Wer Künstliche Intelligenz richtig einsetzt, spart nicht nur Zeit, sondern oft auch Geld. Statt sich durch verschiedene Webseiten zu klicken, können Nutzer ihre Fragen direkt an einen KI-Chatbot stellen. Die folgenden Tipps können dabei helfen.
Übersicht
Die Qualität hängt vom Prompt ab
Neben allgemeinen Tools wie ChatGPT gibt es auch spezialisierte Angebote wie „Guidegeek.com“, „Kayak.ai“, „Mindtrip.ai“ oder „Usevacay.com“, die sich auf Reiseplanung konzentrieren. Selbst wenn die Webseiten auf Englisch sind, funktioniert die Kommunikation meist problemlos auf Deutsch – die Antworten kommen entsprechend in deutscher Sprache zurück.
Wie hilfreich die Antworten des Chatbots sind, hängt wesentlich von der Formulierung der Anfrage ab. Der Anbieter Kayak hat dazu fünf hilfreiche Tipps veröffentlicht, wie man das Beste aus der KI-Reiseplanung herausholen kann.
1. Präzise Angaben statt vager Wünsche
Je genauer die Eingabe, desto nützlicher das Ergebnis. Ein Beispiel: Statt nur zu schreiben: „Plane mir eine Reise nach Südfrankreich“, sollte man konkreter werden. Etwa:
„Hilf mir, einen Roadtrip durch Südfrankreich zu planen. Ich bin an lokaler Küche und Kunst interessiert, möchte möglichst viele Städte erkunden und Orte mit zu vielen Touristen meiden.“
2. Grenzen und Vorgaben setzen
Während klassische Buchungsportale zahlreiche Filter bieten, verzichten Chatbots darauf, was viele als angenehm empfinden. Dennoch können Nutzer ihre Wünsche direkt im Prompt formulieren. Kayak empfiehlt etwa:„Finde ein Boutique-Hotel in Berlin-Schöneberg mit inkludiertem Frühstück, Badewanne auf dem Zimmer und für unter 200 Euro pro Nacht.“
Laut der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) haben bereits 17 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 75 Jahren KI bei der Reiseplanung genutzt – hochgerechnet mehr als zehn Millionen Menschen. Weitere 21 Millionen können sich das künftig vorstellen.
3. Informationen gezielt abrufen
Auch ohne kompletten Reiseplan lassen sich mit KI hilfreiche Informationen gewinnen – etwa zu günstigen Flugzeiten. Ein möglicher Prompt: „In welchem Zeitraum sind Flüge nach Teneriffa besonders günstig?“ – oder auch: „Zeig mir eine Tabelle mit Preisdaten für Flüge von Berlin nach Istanbul nach Wochentagen für den August.“
4. Den Dialog fortsetzen
Ein Vorteil von Chatbots: Sie erlauben echte Rückfragen. Wird zum Beispiel eine Preistabelle für Flüge geliefert, die auch Umsteigeverbindungen enthält, obwohl man nur Direktflüge möchte, hilft eine einfache Nachfrage weiter. Kayak rät daher, sich nicht mit der ersten Antwort zufriedenzugeben, sondern gezielt nachzuhaken.
5. Informationen kritisch prüfen
So hilfreich KI auch ist – fehlerfrei ist sie nicht. Deshalb gilt: Antworten kritisch hinterfragen und bei wichtigen Entscheidungen zusätzlich eine Suchmaschine oder andere Quellen nutzen. Außerdem warnt Kayak davor, persönliche oder sensible Daten in Chatbots einzugeben. Schließlich können Rückfragen wie „Warum hast du mir das empfohlen?“ oder „Wieso sind die Flüge in dem Zeitraum besonders günstig?“ auch zusätzliche Einblicke liefern.
Nicht alles läuft reibungslos: Rund 16 Prozent der bisherigen Nutzer bemängeln falsche Informationen, zehn Prozent vermissen spontane Entdeckungen oder kulturelle Tiefe. Trotzdem: Die Vorteile wie Zeitersparnis und bessere Individualisierung überzeugen viele. Reiseanbieter, Portale und auch Reisebüros setzen deshalb zunehmend selbst auf KI, etwa für Chatbots, Reklamationsabwicklung oder zur Unterstützung der Kundenberatung.
Mit Material von dpa

